Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Mundhöhle: Unterschied zwischen den Versionen

 
(15 dazwischenliegende Versionen von 3 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
''Synonym: Cavum oris, Cavitas oris''<BR>
+
''Synonyme: Cavum oris, Cavitas oris, Cavitas oris propria''<BR>
 
'''''Englisch''': oral cavity''
 
'''''Englisch''': oral cavity''
  
 
==Definition==
 
==Definition==
Die '''Mundhöhle''' ist der erste Abschnitt des menschlichen [[Verdauungstrakt]]es. Sie ist Teil des [[Mund]]es und enthält die für die Nahrungszerkleinerung relevanten [[Organ]]e, unter anderem die [[Zahn|Zähne]] und die [[Zunge]].
+
Die '''Mundhöhle''' ist der erste Abschnitt des menschlichen [[Verdauungstrakt]]es. Sie ist Teil des [[Mund]]es und beherbergt den größten Teil des [[Kauapparat]]s, in erster Linie die für die Nahrungszerkleinerung relevanten [[Organ]]e [[Zahn|Zähne]] und [[Zunge]].
  
==Einteilung==
+
==Anatomie==
 +
===Einteilung===
 
Die Mundhöhle lässt sich weiter unterteilen in  
 
Die Mundhöhle lässt sich weiter unterteilen in  
 
* Mundvorhof ([[Vestibulum oris]])
 
* Mundvorhof ([[Vestibulum oris]])
Zeile 11: Zeile 12:
 
* Schlundenge ([[Isthmus faucium]])
 
* Schlundenge ([[Isthmus faucium]])
  
===Mundvorhof (Vestibulum oris)===
+
====Mundvorhof (Vestibulum oris)====
 
Als [[Mundvorhof]] wird der Bereich zwischen den Zähnen und den [[Lippe]]n bzw. [[Wange]]n bezeichnet. Die Mundschleimhaut bildet hier eine tiefe Umschlagfalte.
 
Als [[Mundvorhof]] wird der Bereich zwischen den Zähnen und den [[Lippe]]n bzw. [[Wange]]n bezeichnet. Die Mundschleimhaut bildet hier eine tiefe Umschlagfalte.
  
===Haupthöhle (Cavum oris proprium)===
+
====Haupthöhle (Cavum oris proprium)====
 
Die Häupthöhle wird nach vorne und [[lateral]] durch die [[Alveolarfortsatz|Alveolarfortsätze]] und die in ihnen verwurzelten Zähne begrenzt. Ihr Dach bildet der [[Palatum durum|harte]] und der [[Palatum molle|weiche Gaumen]]. [[Kaudal]] formt der [[Mundboden]] den Abschluss.
 
Die Häupthöhle wird nach vorne und [[lateral]] durch die [[Alveolarfortsatz|Alveolarfortsätze]] und die in ihnen verwurzelten Zähne begrenzt. Ihr Dach bildet der [[Palatum durum|harte]] und der [[Palatum molle|weiche Gaumen]]. [[Kaudal]] formt der [[Mundboden]] den Abschluss.
  
===Schlundenge (Isthmus faucium)===
+
====Schlundenge (Isthmus faucium)====
Die Schlundenge oder lateinisch "[[Isthmus faucium]]" stellt den Übergang von der Mundhöhle in den [[Rachen]] (Pharynx) dar.
+
Die von den [[Gaumenbogen|Gaumenbögen]] begrenzte Schlundenge ([[Isthmus faucium]]) stellt den Übergang von der Mundhöhle in den [[Rachen]] (Pharynx) dar. Hier befindet sich zu beiden Seiten die [[Fossa tonsillaris]] mit der [[Tonsilla palatina]] (Gaumenmandel).
  
==Inhalt==
+
===Inhalt===
 
Die auf dem [[Mundboden]] befestigte Zunge nimmt einen Großteil der Haupthöhle ein. Unter ihr liegen - bedeckt von der Mundschleimhaut - die Speicheldrüsen des Mundbodens, die [[Glandula sublingualis]] und die [[Glandula submandibularis]].
 
Die auf dem [[Mundboden]] befestigte Zunge nimmt einen Großteil der Haupthöhle ein. Unter ihr liegen - bedeckt von der Mundschleimhaut - die Speicheldrüsen des Mundbodens, die [[Glandula sublingualis]] und die [[Glandula submandibularis]].
  
 
Die Zahnreihen des Ober- und Unterkiefers ragen auf den Alveolarfortsätzen weit in die Mundhöhle herein und segmentieren sie dadurch in Vorhof und Haupthöhle. Sie umgeben die Zunge hufeisenförmig.  
 
Die Zahnreihen des Ober- und Unterkiefers ragen auf den Alveolarfortsätzen weit in die Mundhöhle herein und segmentieren sie dadurch in Vorhof und Haupthöhle. Sie umgeben die Zunge hufeisenförmig.  
 +
 +
<dc3dmodel id="1760207f60b84042b19ae41416fb514e" ui_controls="1"  />
  
 
==Histologie==
 
==Histologie==
 
Die Mundhöhle ist mit der [[Mundschleimhaut]] ausgekleidet, einem mehrschichtigen, zum größten Teil [[unverhornt]]en [[Plattenepithel]], das sich sehr schnell regeneriert (ca. acht bis zehn Tage). In ihm befinden sich [[Melanozyt|Melanozyten]], [[Langerhans-Zelle]]n und [[Merkel-Zelle]]n. Die unter dem Epithel liegende [[Lamina propria]] weist [[Papille|papillenartige]] Verzahnungen mit dem Epithel oder Verwachsungen mit dem [[Periost]] z.B. des Gaumens auf.
 
Die Mundhöhle ist mit der [[Mundschleimhaut]] ausgekleidet, einem mehrschichtigen, zum größten Teil [[unverhornt]]en [[Plattenepithel]], das sich sehr schnell regeneriert (ca. acht bis zehn Tage). In ihm befinden sich [[Melanozyt|Melanozyten]], [[Langerhans-Zelle]]n und [[Merkel-Zelle]]n. Die unter dem Epithel liegende [[Lamina propria]] weist [[Papille|papillenartige]] Verzahnungen mit dem Epithel oder Verwachsungen mit dem [[Periost]] z.B. des Gaumens auf.
 +
 +
==Mikrobiologie==
 +
Die Mundhöhle ist nicht steril, sondern mit einer Vielzahl von Mikroorganismen besiedelt, die in ihrer Gesamtheit als [[Mundflora]] bezeichnet werden. Sie enthält überwiegend [[Saprophyt]]en, aber auch fakultativ [[pathogen]]e Erreger. Die Zusammensetzung des [[Mikrobiom]]s kann durch [[Polymerase-Kettenreaktion|PCR]] bestimmt werden.
 +
 +
==Funktion==
 +
Die Mundhöhle dient als Teil des Verdauungstrakts der Aufnahme, Zerkleinerung, Befeuchtung Formung und Vorverdauung der [[Nahrung]]. Die Nahrung wird hier mit dem [[Speichel]] vermengt, der kohlenhydratspaltende [[Amylase]]n und [[Mukopolysaccharid]]e enthält. Darüber spielt die Mundhöhle bei der [[Lautbildung]] ein wichtige Rolle.
  
 
==Klinik==
 
==Klinik==
 
Wenn Mundschleimhautbereiche, die normalerweise nicht verhornt sind, Verhornungen aufweisen,  ist das stets krankheitsverdächtig. Ein makroskopischer Hinweis auf Verhornungsanomalien sind die so genannten [[Leukoplakie]]n, die fakultative [[Präkanzerose]]n sind. Das [[Plattenepithelkarzinom]] stellt die häufigste [[maligne]] Entartung der Schleimhaut dar.
 
Wenn Mundschleimhautbereiche, die normalerweise nicht verhornt sind, Verhornungen aufweisen,  ist das stets krankheitsverdächtig. Ein makroskopischer Hinweis auf Verhornungsanomalien sind die so genannten [[Leukoplakie]]n, die fakultative [[Präkanzerose]]n sind. Das [[Plattenepithelkarzinom]] stellt die häufigste [[maligne]] Entartung der Schleimhaut dar.
 +
 +
Weitere relevante Erkrankungen der Mundhöhle sind [[Gingivitis]] und [[Parodontitis]].
 
[[Fachgebiet:Kopf und Hals]]
 
[[Fachgebiet:Kopf und Hals]]
 
[[Tag:Mund]]
 
[[Tag:Mund]]
 
[[Tag:Verdauungstrakt]]
 
[[Tag:Verdauungstrakt]]

Aktuelle Version vom 18. November 2020, 11:10 Uhr

Synonyme: Cavum oris, Cavitas oris, Cavitas oris propria
Englisch: oral cavity

1 Definition

Die Mundhöhle ist der erste Abschnitt des menschlichen Verdauungstraktes. Sie ist Teil des Mundes und beherbergt den größten Teil des Kauapparats, in erster Linie die für die Nahrungszerkleinerung relevanten Organe Zähne und Zunge.

2 Anatomie

2.1 Einteilung

Die Mundhöhle lässt sich weiter unterteilen in

2.1.1 Mundvorhof (Vestibulum oris)

Als Mundvorhof wird der Bereich zwischen den Zähnen und den Lippen bzw. Wangen bezeichnet. Die Mundschleimhaut bildet hier eine tiefe Umschlagfalte.

2.1.2 Haupthöhle (Cavum oris proprium)

Die Häupthöhle wird nach vorne und lateral durch die Alveolarfortsätze und die in ihnen verwurzelten Zähne begrenzt. Ihr Dach bildet der harte und der weiche Gaumen. Kaudal formt der Mundboden den Abschluss.

2.1.3 Schlundenge (Isthmus faucium)

Die von den Gaumenbögen begrenzte Schlundenge (Isthmus faucium) stellt den Übergang von der Mundhöhle in den Rachen (Pharynx) dar. Hier befindet sich zu beiden Seiten die Fossa tonsillaris mit der Tonsilla palatina (Gaumenmandel).

2.2 Inhalt

Die auf dem Mundboden befestigte Zunge nimmt einen Großteil der Haupthöhle ein. Unter ihr liegen - bedeckt von der Mundschleimhaut - die Speicheldrüsen des Mundbodens, die Glandula sublingualis und die Glandula submandibularis.

Die Zahnreihen des Ober- und Unterkiefers ragen auf den Alveolarfortsätzen weit in die Mundhöhle herein und segmentieren sie dadurch in Vorhof und Haupthöhle. Sie umgeben die Zunge hufeisenförmig.

Klicken und ziehen, um das 3D-Modell auf der Seite zu verschieben.

3 Histologie

Die Mundhöhle ist mit der Mundschleimhaut ausgekleidet, einem mehrschichtigen, zum größten Teil unverhornten Plattenepithel, das sich sehr schnell regeneriert (ca. acht bis zehn Tage). In ihm befinden sich Melanozyten, Langerhans-Zellen und Merkel-Zellen. Die unter dem Epithel liegende Lamina propria weist papillenartige Verzahnungen mit dem Epithel oder Verwachsungen mit dem Periost z.B. des Gaumens auf.

4 Mikrobiologie

Die Mundhöhle ist nicht steril, sondern mit einer Vielzahl von Mikroorganismen besiedelt, die in ihrer Gesamtheit als Mundflora bezeichnet werden. Sie enthält überwiegend Saprophyten, aber auch fakultativ pathogene Erreger. Die Zusammensetzung des Mikrobioms kann durch PCR bestimmt werden.

5 Funktion

Die Mundhöhle dient als Teil des Verdauungstrakts der Aufnahme, Zerkleinerung, Befeuchtung Formung und Vorverdauung der Nahrung. Die Nahrung wird hier mit dem Speichel vermengt, der kohlenhydratspaltende Amylasen und Mukopolysaccharide enthält. Darüber spielt die Mundhöhle bei der Lautbildung ein wichtige Rolle.

6 Klinik

Wenn Mundschleimhautbereiche, die normalerweise nicht verhornt sind, Verhornungen aufweisen, ist das stets krankheitsverdächtig. Ein makroskopischer Hinweis auf Verhornungsanomalien sind die so genannten Leukoplakien, die fakultative Präkanzerosen sind. Das Plattenepithelkarzinom stellt die häufigste maligne Entartung der Schleimhaut dar.

Weitere relevante Erkrankungen der Mundhöhle sind Gingivitis und Parodontitis.

Fachgebiete: Kopf und Hals

Diese Seite wurde zuletzt am 18. November 2020 um 11:10 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

22 Wertungen (3.77 ø)

104.165 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: