Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Mosaikplastik

Version vom 11. Juni 2012, 12:38 Uhr von Dipl.-Biol. Timo Freyer (Diskussion | Beiträge)

Abkürzung: OACT, OCT
Synonym: Osteochondrale Knorpel-Knochentransplantation, Zylindertransplantation
Englisch: osteochondral autograft transfer system

1 Definition

Die Mosaikplastik ist eine Operationstechnik, bei der ein Transfer von eingebrachten hyalinen Knorpel-Knochenzylindern aus unbelasteten Gelenksbereichen (z.B. lateraler oder distaler Trochlearand) in eine Defektzone mit tiefem Knorpelschaden und/oder eines Defekts des subchondralen Knochens (Osteochondrosis dissecans) durchgeführt wird. Optisch entsteht dabei eine Art Mosaik, daher hat diese Technik ihren Namen.

2 Klinische Indikationen

Als klassische Indikationen der Mosaikplastik gelten 2-5 cm2 große tief reichende Gelenk-Knorpel-Defekte (3. und 4. Grades), vor allem bei Patienten zwischen dem 18. und 50. Lebensjahr. Die Mosaikplastik wird ebenfalls bei folgenden Indikationen angewandt:

Einzelfallbeschreibungen gibt es zu:

3 Kontraindikationen

Kontraindikationen für eine OACT sind:

4 Operative Technik

Die Entnahme des Zylinders ("Donor") erfolgt an nicht belasteten Gelenkregionen mit speziellen Hohlmeißeln (Durchmesser: 4, 6 und 8mm). Nach einer athroskopischen Säuberung des Defektes werden Löcher ausgestanzt. Dabei ist auf die Übereinstimmung der Oberflächenkrümmung von Spender- und Empfängerregion zu achten. Danach werden die neuen Zylinder bündig eingebolzt. Je nach Lokalisation des Defektes lässt sich die Operation rein athroskopisch oder durch eine Mini-Arthromie (Gelenkeröffnung) durchführen. Durch die Verwendung vieler kleiner Zylinder wird das Problem der Oberflächeninkongruenz gegenüber der Anwendung eines einzelnen [[Transplantat]s verringert. Zwischen dem umgebenden hyalinen Knorpel und dem Transplantatknorpel bildet sich eine dünne Randzone aus Faserknorpel.

5 Vor- und Nachteile

Studien zu klinischen Ergebnissen der Mosaikplastik weisen eine Erfolgsrate von ca. 80% bezüglich der Kriterien Schmerzreduktion und Patientenzufriedenheit auf. Dennoch sind bei der Operationstechnik einige Vor- und Nachteile zu beachten:

Vorteile:

  • sofortiger Ersatz zerstörter Knorpeloberflächen durch hyalinen Knorpel
  • rasche Belastbarkeit durch schnelle Knochenheilung der eingebrachten Zylinder
  • ebenfalls geeignet für knöcherne Defekte
  • Verdübelung abgeplatzter Knorpelflakes möglich (z.B. bei Patellaluxation)
  • geringe Kosten im Vergleich zu Alternativmethoden

Nachteile:

  • neue Defektzonen mit spezieller Gewebemorbidität an der Entnahmestelle
  • Knorpelschichtdicke und Ausrichtung der Kollagenfasern an Entnahme- und Empfängerregion stimmen nicht überein (Stufenbildung)
  • nur kleine Defektgrößen können behandelt werden durch limitierte Zahl der verfügbaren Spenderzylinder

6 Nachbehandlung

Bei Transplantationen im Bereich der Oberschenkelrollen sollte das betroffene Gelenk 6 Wochen an Unterarmgehhilfen entlastet werden. Begleitend sind physiotherapeutische Maßnahmen angezeigt. In der 7. - 8. Woche darf die Belastung schrittweise zur Vollbelastung gesteigert werden. Nicht Gelenk-belastende Sportarten wie Schwimmen und leichtes Radfahren sind bereits nach 6 Monaten wieder möglich.

Diese Seite wurde zuletzt am 11. Juni 2012 um 01:04 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

6 Wertungen (3.67 ø)

14.766 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: