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Morton-Neuralgie

Version vom 3. Juli 2009, 15:45 Uhr von Nicht mehr aktiv :-( (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Morton-Metatarsalgie, Morton-Syndrom, Morton-Neurom
Englisch: Morton's neuralgia

1 Definition

Unter einer Morton-Neuralgie versteht man eine schmerzhafte, periphere Nervenerkrankung des Fußes, die durch Schwellungen an den Interdigitalnerven im Bereich der Köpfe der Mittelfußknochen hervorgerufen werden.

2 Ätiopathogenese

Verursacht wird die Morton-Neuralgie durch eine Irritation oder Kompression der Interdigitalnerven (Nervi digitales plantares communes) zwischen den Köpfchen der Mittelfußknochen bzw. in Höhe der Zehengrundgelenke. Bei chronischer Kompression entwickelt sich eine knotenartige Verdickung an dessen Aufzweigung, die histologisch einem Neurom entspricht. Eine zusätzliche Kompression kann auch durch einen entzündlich veränderten und vergrößerten Schleimbeutel hervorgerufen werden, der sich ebenso zwischen den Köpfchen der Mittelfußknochen befindet und mit dem Nervenknoten ein Konglomerat bilden kann.

Begünstigend für die Entstehung des Morton-Neurinoms sind vor allem das Vorliegen anderer Fußdeformitäten wie z.B. Spreizfuß und Hallux valgus, welche auch durch das Tragen von ungeeigneten, zu engen Schuhen entstehen können. Betroffen sind vor allem die Nerven zwischen dem III. und IV., seltener zwischen dem II. und III. Mittelfußknochen.

3 Klinik

Die Patienten geben vor allem nach längerer Gehzeit über starke Schmerzen, die typischerweise durch das Abrollen des Fußes hervorgerufen werden. Sie strahlen vom Mittelfuß in die Zehen aus.

Gleichzeitig besteht in der Regel ein Taubheitsgefühl der Zehen im Schuh, so dass die Patienten die Schuhe ausziehen und die Füße massieren müssen. Diese anfallsweise auftretenden Parästhesien und Schmerzen im Vorfußbereich werden durch die sklerosierende Verdickung der Nervi digitales plantares communes hervorgerufen.

4 Diagnostik

4.1 Klinische Untersuchung

Im Rahmen der klinischen Untersuchung zeigt sich eine Druckschmerzhaftigkeit zwischen den betroffenen Mittelfußköpfen. Die Kompression des Vorfußes sowie die Verschiebung der betroffenen Mittelfußköpfe nach plantar und dorsal kann ebenfalls zu Schmerzen führen.

Um die Diagnose stellen zu können, kann ein Lokalanästhetikum in den betroffenen Intermetatarsalraum injiziert werden. Eine Besserung der Beschwerden durch die Injektion spricht für eine Morton-Neuralgie.

4.2 Bildgebung

Auf konventionellen Röntgenbildern sind keine Veränderungen erkennbar. In der Sonographie oder besser noch in der Kernspintomographie sind Bindegewebsproliferationen in den Intermetatarsalräumen nachweisbar.

5 Therapie

5.1 Konservativ

Die Erkrankung wird konservativ durch die Injektion von Lokalanästhetika oder Cortison behandelt.

5.2 Operativ

Eine operative Entfernung des Neuroms bei Nichtansprechen der Beschwerden auf die Injektionen ist ebenfalls möglich. Eine korrekte Diagnose vorausgesetzt, kann dadurch bei dem überwiegenden Anteil der Patienten eine befriedigende Besserung und Beschwerdefreiheit erreicht werden.

Diese Seite wurde zuletzt am 15. April 2018 um 21:06 Uhr bearbeitet.

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