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Morbus Kümmel-Verneuil

Version vom 17. Oktober 2012, 05:55 Uhr von Tareq Buqai (Diskussion | Beiträge)

Synonym: aseptische Wirbelkörpernekrose.
Englisch: Kummell´s disease; aseptic vertebral necrosis.

1 Definition

Beim seltenen Kümmell-Verneuil-Syndrom kommt es zu einer Nekrose der Wirbelkörper.

2 Ätiologie und Pathogenese

Das Kümmell-Verneuil-Syndrom tritt meist nach schweren Verletzungen der Wirbelsäule auf. Dabei werden Gefäße, die die Wirbelkörper versorgen beschädigt, was zu einer Minderversorgung der Wirbelkörper mit folgender Nekrose führt. Zudem kann eine Spondyl-Pseudarthrose (Ausbleiben der Heilung eines Wirbelkörperbruches) eine Ursache sein.
Es gibt noch Hypothesen, was diese Kranheit verursachen könnte: Stoffwechselerkrankung etwa Diabetes mellitus oder M. Gaucher, M. Cushing, Tumore, Leberzirrhose, Alkoholabusus, Steroid- oder Strahlentherapie und seltener könnten Sarkoidose oder Sichelzellanämie eine Rolle spielen.
Die Patienten entwickeln bis 1 Jahr nach Anfang der Erkrankung eine tiefe thorakolumbale Kyphose.

3 Diagnostik

Vor allem tragen Röntgen und MRT zur Diagnose bei.
In der Aufnahme kann das intervertebrale Vakuumspalt-Phänomen (eng. intravertebral vacuum cleft phenomenon) gesehen werden. Es handelt sich hierbei um den gespaltenen, nekrotisierenden Wirbelkörper.

4 Differentialdiagnose

Bei Verdacht auf Kümmel-Verneuil-Syndrom ist immer an Tumoren bzw. Metastasen zu denken und auszuschließen!!

5 Therapie

Es bestehen 2 Therapiemöglichkeiten: konservative und operative Therapie.
Bei der konservativen Therapie können Bettruhe, Korsetten und Medikamente (NSAR und antiosteoporotische Medikamente) empfohlen werden.
Operativ wird vorgegangen bei schweren Symptomen wie starke Schmerzen oder starke Kyphosierung der Wirbelsäule. Methode der Wahl ist heute die Ballon-Kyphoplastie.

Diese Seite wurde zuletzt am 17. Oktober 2012 um 05:55 Uhr bearbeitet.

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