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Synonyme: Mutamycin, Mitomycin C
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'''Mitomycin C''' ist ein zur Gruppe der [[Antibiotika]] gehöriges [[Zytostatikum|zytostatisches]] Medikament, das aus Streptomyces caespitosus gewonnen wird. Es wirkt über [[Alkylierung]] und [[Cross-linking]] von [[DNA]] und unterbindet auf diesem Weg die weitere [[Replikation]] von Tumorzellen.
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==Definition==
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'''Mitomycin C''' ist ein [[Arzneistoff]] aus der Gruppe der [[Zytostatikum|Zytostatika]] und wird vom [[Bakterium]] [[Streptomyces caespitosus]] produziert.
  
Nebenwirkungen sind unter anderem Übelkeit und Erbrechen, [[Myelosuppression]], [[Lungenfibrose]] oder [[Niereninsuffizienz]].
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==Chemie==
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==Pharmakologie==
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Prinzipiell tritt Mitomycin C in die [[Muttermilch]] über. Aufgrund der kurzen Halbwertszeit sind die Konzentrationen in der Muttermilch jedoch sehr gering.
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*Die Anwendung von Mitomycin C kann bei verschiedenen und unter Umständen [[Metastase|metastasiert]]en [[maligne]]n [[Neoplasie]]n indiziert sein: [[kolorektales Karzinom]], [[Leberzellkarzinom]], [[Magenkarzinom]], [[Ösophaguskarzinom]], [[Pankreaskarzinom]], [[Zervixkarzinom]], [[Mammakarzinom]], [[Nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom]], [[Kopf-Hals-Tumor]], [[Harnblasenkarzinom]]e ([[intravesikal]]).
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*Weiterhin wird die Substanz in Form von [[Augentropfen]] ([[Rezeptur]]) nach [[chirurgisch]]en Eingriffen, etwa aufgrund eines [[Glaukom]]s, am [[Auge]] eingesetzt. Sie führt zu einer Verminderung der [[Narbe]]nbildung.
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*Zusätzlich wird Mitomycin C häufig bei der [[Chemoembolisation]] eingesetzt
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==Toxikologie==
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Mitomycin C besitzt eine unspezifische Toxizität. Hieraus resultieren die zahlreichen Nebenwirkungen an verschiedensten [[Organ]]en. Der Stoff ist als [[CMR-Stoff]] zu betrachten. Die mittlere [[Letaldosis]] beträgt akut 30 mg/kg ([[Tierversuch]], [[Ratte]]). Lokal zeigen sich [[Reizung]]en von [[Haut]] und [[Schleimhaut|Schleimhäuten]]. Bei der Arbeit mit Mitomycin C und mitomycinhaltigen Zubereitungen sowie der Entsorgung derselben sind entsprechende Sicherheits- und Arbeitsschutzmaßnahmen sowie Sondervorschriften (Sonderabfall) zu beachten.
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==Nebenwirkungen==
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Mitomycin C besitzt zahlreiche [[unerwünschte Arzneimittelwirkung]]en. Die häufigsten sind [[Myelosuppression]], [[Leukopenie]], [[Thrombopenie]], [[Nausea]], [[Emesis]], [[interstitiell]]e [[Pneumonie]], [[Allergie|allergische Reaktionen]], [[Nierenfunktionsstörung]]en sowie [[Nekrose]]n ([[Paravasat]]e).
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==Wechselwirkungen==
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Mitomycin C kann [[Wechselwirkung]]en mit [[Vincaalkaloid]]en und [[Bleomycin]] (verstärkte [[pulmotoxisch|pulmotoxisch]]e Wirkung), [[Adriamycin]] (verstärkte [[kardiotoxisch]]e Wirkung), myelosuppressive Arzneistoffe (verstärkte Knochenmarkssupression) und [[Vitamin B6]] eingehen. Unter einer Mitomycintherapie sollen keine [[Impfung]]en mit [[Lebendimpfstoff]]en durchgeführt werden.
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==Handelspräparate==
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Es stehen [[Fertigarzneimittel]] verschiedener Hersteller zur Verfügung, beispielsweise Urocin® (Apogepha), Mitomycin Hexal®, Mitem® (Speciality European), Mitomycin Teva® und Mito Medac®. Ametycine® (Biosyn Arzneimittel) ist außer Handel. Bei den jeweiligen Präparaten liegt Pulver (Trockensubstanz) zur Herstellung einer Lösung vor. Die Rekonstitution erfolgt in der Regel mit [[Wasser für Injektionszwecke]] oder [[Natriumchlorid|NaCl-Lösung]] 0,9%ig auf eine Konzentration von 1 mg/ml.
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==Literatur==
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*Mutschler et al.: ''Mutschler Arzneimittelwirkungen'', 8. Aufl, Wissenschaftl. Verlagsgesellschaft.
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*Dingermann et al.: ''Pharmazeutische Biologie - Molekulare Grundlagen und klinische Anwendung'', Springer Verlag, Frankfurt und München 2002.
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[[Fachgebiet:Arzneimittel]]
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[[Fachgebiet:Pharmakologie]]
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[[Tag:Alkylans]]
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[[Tag:Antibiotikum]]
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[[Tag:Zytostatikum]]

Aktuelle Version vom 26. April 2019, 14:40 Uhr

Synonyme: Mutamycin, Mitomycin
Englisch: mitomycin

1 Definition

Mitomycin C ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Zytostatika und wird vom Bakterium Streptomyces caespitosus produziert.

2 Chemie

Mitomycin C hat die Summenformel C15H18N4O5 und eine molare Masse von 334,33 g/mol. Es handelt sich um eine stickstoffhaltige heterozyklische Kohlenstoffverbindung, der Grundstruktur liegt Mitosan zugrunde. Von pharmakologischer Bedeutung sind eine Urethan- und Chinongruppe sowie ein Aziridin-Ring. Die Substanz liegt bei Raumtemperatur als bläulich-violetter (teilweise weißlicher), kristalliner Feststoff vor und ist schwer löslich in Wasser.

3 Pharmakologie

Mitomycin C ist ein Antibiotikum. Es besitzt eine hohe unspezifische Toxizität und ist daher nicht zur antibiotischen Behandlung bakterieller Infektionen geeignet. Aufgrund seiner zytotoxischen Effekte findet es Anwendung als Zytostatikum. Als Wirkmechanismus liegen alkylierende Eigenschaften zugrunde. Mitomycin kann als Prodrug betrachtet werden. Die aktiven Metabolite entstehen intrazellulär, also nach Eintritt in die jeweilige Zelle. Dabei wird der Chinonrest zu Hydrochinon reduziert, die Methoxygruppe und Urethan-Seitenkette abgespalten sowie der Aziridin-Ring geöffnet. Von der Chinon-, Aziridin- und Urethangruppe stammen jeweils ein Radikal. Somit kann jede dieser drei Teilstrukturen kovalente Bindungen mit der DNA eingehen. Es kommt zu einem Cross-linking von DNA und einer Unterbindung der weiteren Replikation von Tumorzellen. Weiterhin erfolgt die Freisetzung von Peroxidradikalen, welche DNA-Strangbrüche bewirken.

Zwar ist die Wirkung prinzipiell zellzyklusunspezifisch, dennoch sind proliferierende Zellen empfindlicher gegenüber Mitomycine als Zellen in der Ruhephase (G0-Phase).

3.1 Pharmakokinetik

Mitomycin C weist nach parenteraler Applikation eine variable Plasmahalbwertszeit auf (4-8 min bzw. 30-70 min). Dies ist auf Unterschiede in der Leberfunktion der Patienten zurückzuführen. Nach drei Stunden sinkt der Serumspiegel zumeist unter die Nachweisgrenze für Mitomycin C.

Bei intravesikaler Applikation wird Mitomycin C aufgrund geringfügiger Resorption kaum systemisch wirksam. Parenteral appliziert erfolgt eine Distribution im gesamten Organismus mit Ausnahme von Milz, Haut und Gehirn (Mitomycin C überwindet nicht die Blut-Hirn-Schranke). Hohe Konzentrationen werden besonders in Niere, Leber, Herz, Lunge, Urin, Galle und Muskulatur gemessen. Der Metabolismus erfolgt hepatisch. Die Elimination erfolgt hauptsächlich biliär, teilweise renal. Möglicherweise unterliegt Mitomycin C einem enterohepatischen Kreislauf.

Prinzipiell tritt Mitomycin C in die Muttermilch über. Aufgrund der kurzen Halbwertszeit sind die Konzentrationen in der Muttermilch jedoch sehr gering.

4 Indikationen

5 Toxikologie

Mitomycin C besitzt eine unspezifische Toxizität. Hieraus resultieren die zahlreichen Nebenwirkungen an verschiedensten Organen. Der Stoff ist als CMR-Stoff zu betrachten. Die mittlere Letaldosis beträgt akut 30 mg/kg (Tierversuch, Ratte). Lokal zeigen sich Reizungen von Haut und Schleimhäuten. Bei der Arbeit mit Mitomycin C und mitomycinhaltigen Zubereitungen sowie der Entsorgung derselben sind entsprechende Sicherheits- und Arbeitsschutzmaßnahmen sowie Sondervorschriften (Sonderabfall) zu beachten.

6 Nebenwirkungen

Mitomycin C besitzt zahlreiche unerwünschte Arzneimittelwirkungen. Die häufigsten sind Myelosuppression, Leukopenie, Thrombopenie, Nausea, Emesis, interstitielle Pneumonie, allergische Reaktionen, Nierenfunktionsstörungen sowie Nekrosen (Paravasate).

Kriterien für den Abbruch einer Mitomycintherapie sind pulmonale, nephrologische und hämolytische Nebenwirkungen.

7 Wechselwirkungen

Mitomycin C kann Wechselwirkungen mit Vincaalkaloiden und Bleomycin (verstärkte pulmotoxische Wirkung), Adriamycin (verstärkte kardiotoxische Wirkung), myelosuppressive Arzneistoffe (verstärkte Knochenmarkssupression) und Vitamin B6 eingehen. Unter einer Mitomycintherapie sollen keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen durchgeführt werden.

8 Handelspräparate

Es stehen Fertigarzneimittel verschiedener Hersteller zur Verfügung, beispielsweise Urocin® (Apogepha), Mitomycin Hexal®, Mitem® (Speciality European), Mitomycin Teva® und Mito Medac®. Ametycine® (Biosyn Arzneimittel) ist außer Handel. Bei den jeweiligen Präparaten liegt Pulver (Trockensubstanz) zur Herstellung einer Lösung vor. Die Rekonstitution erfolgt in der Regel mit Wasser für Injektionszwecke oder NaCl-Lösung 0,9%ig auf eine Konzentration von 1 mg/ml.

9 Literatur

  • Mutschler et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen, 8. Aufl, Wissenschaftl. Verlagsgesellschaft.
  • Dingermann et al.: Pharmazeutische Biologie - Molekulare Grundlagen und klinische Anwendung, Springer Verlag, Frankfurt und München 2002.

Diese Seite wurde zuletzt am 26. April 2019 um 14:40 Uhr bearbeitet.

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