Vom 12. bis 28. Juni steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
Bearbeiten

Zur Zeit steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren, Wir sind gen Süden gefahren und machen eine Pause. Deswegen steht das Flexikon vom 12. bis 27. Juni 2021 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 28. Juni könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben. Unser Tipp: Genießt die Sonne! Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn ihr frisch erholt wiederkommt! Bis bald Euer Flexikon-Team

Metastase

Version vom 23. Mai 2019, 22:22 Uhr von Matthias Vehring (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Tochtergeschwulst, Tumorabsiedelung, Filia/Filiae
Englisch: metastasis

1 Definition

Metastasen sind von einem Primärtumor räumlich getrennte, gleichartige Tochtergeschwülste, die durch Verschleppung von lebensfähigen Tumorzellen entstehen. Den Prozess einer Metastasenbildung bezeichnet man als Metastasierung.

Eine weitere Bedeutung des Begriffs "Metastase", die heutzutage nur noch selten genutzt wird, ist die Absiedlung von Bakterien bei eitrigem Fokus (septische Metastase).

2 Pathogenese

Die Mechanismen der Metastasierung sind noch nicht vollständig geklärt. Es handelt sich um einen sehr komplexen Prozess, der durch die Tumorzellen selbst, aber auch durch das Immunsystem und das umgebende Gewebe beeinflusst wird.

Die meisten bösartigen Tumore werden im Gegensatz zu gesunden Geweben nicht von einem bindegewebigen Stroma stabilisiert, sodass die Tumorzellen einen mehr oder minder lockeren, undifferenzierten Zellverband bilden. Der Umstand, dass sich Tumorzellen aus dem Zellverband lösen können, ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Zahl der Adhäsionsmoleküle auf der Zellmembran vermindert ist. Hierbei spielt wahrscheinlich der Verlust von E-Cadherin eine entscheidende Rolle. Einzelne Tumorzellen oder Tumorzellgruppen, die in das umgebende Gewebe einwachsen, können so vom Blut- oder Lymphstrom erfasst und verschleppt werden.

Manche metastasierende Tumorzellen besitzen im Blut einen Fibrin-Thrombozyten-Belag und sind damit vor Immunzellen im Blut geschützt.

Neben der Fähigkeit, sich aus dem Zellverband zu lösen, müssen Tumorzellen jedoch noch die Fähigkeit besitzen, sich in einem intakten Gewebe anzusiedeln. Hier kommt ihnen zugute, dass sie vom Immunsystem nicht als fremd erkannt werden. Sie müssen sich aber auch in die Gewebematrix des neuen Wirtsgewebes integrieren. Die Fähigkeit, an anderen Orten des Körpers "anzudocken", hängt vom Vorhandensein bestimmter Kollagenasen und Membranrezeptoren auf der Tumorzelloberfläche ab. Neben Laminin- und Fibronectinrezeptoren spielt in diesem Zusammenhang der Hyaluronsäure-Rezeptor eine wichtige Rolle. Er wird durch das Gen CD44 codiert.

Haben die Tumorzellen erfolgreich im gesunden Gewebe angedockt, durchbrechen sie die Basalmembran und induzieren die Neubildung von Blutgefäßen (Angiogenese). Im weiteren Verlauf wächst die Metastase dann wie der Primärtumor invasiv unter Verdrängung des Wirtsgewebes.

Animation zur Metastasierung (englisch)

3 Einflussgrößen

Die Wahrscheinlichkeit der Metastasierung hängt - neben den spezifischen histologischen Eigenschaften des Tumors - von vielen weiteren Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem:

4 Einteilung

4.1 ...nach Abstand vom Primärtumor

4.2 ...nach dem Weg der Metastasierung

Metastasen können sich auf verschiedenen Wegen verbreiten. Der bevorzugte Weg ist u.a. von der Art und vom pathohistologischen Zustand des Tumors, sowie seiner jeweiligen Lokalisation abhängig. Maligne Tumoren, die stark vaskularisiert sind, streuen z.B. bevorzugt auf dem Blutweg. Bei vielen Tumoren findet man ein typisches, für sie charakteristisches Metastasierungsverhalten.

Metastasen können sich verbreiten

4.3 ...nach Organlokalisation

Sehr kleine, nur mit Spezialverfahren nachweisbare Metastasen bezeichnet man als Mikrometastasen. Die diffuse Metastasierung ganzer Organe oder Körperregionen bezeichnet man als Karzinose.

Tags:

Fachgebiete: Pathologie

Diese Seite wurde zuletzt am 30. April 2021 um 14:54 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

38 Wertungen (3.76 ø)

211.441 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: