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Mesenchymale Stammzelle

Version vom 23. November 2011, 23:30 Uhr von Marlene Luther (Diskussion | Beiträge)

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englisch: mesenchymal stem cell (MSC)

1 Definition

Mesenchymale Stamzellen sind die Stammzellen des Bindegewebes, die in Adipozyten, Myozyten, Chondroblasten, Osteoblasten und Knochenmarksstromazellen differenzieren können.

2 Vorkommen

Mesenchymale Stammzellen finden sich überwiegend im Knochenmark, in gewissem Maße kommen sie aber auch im Blut, im Fettgewebe, in der Skelettmuskulatur und im Bindegewebe der Haut vor.

3 Funktionen

Als Stammzellen sind die mesenchymalen Stammzellen multipotent, das heißt sie können noch in eine Vielzahl von Zellen differenzieren (siehe „Definition“). So können sie einen Zellverlust ausgleichen und damit alte, defekte Zellen ersetzen oder Zellen, die durch Traumen verloren gegangen sind.

Im Knochenmark sind die mesenchymalen Stammzellen ein wichtiger Teil der Knochemarksnische: Hier sezernieren sie viele Proteine, die als Bestandteil der Extrazellulärmatrix wichtig für die Funktion der hämatopoetischen Stammzellen sind, aus denen sich die Zellen des Blutsystems entwickeln.

Wichtige sezernierte Proteine sind Fibronektin, Kollagen, Laminin und Proteoglykane. Eine besondere Bedeutung für die Steuerung der Entwicklung der hämatopoetischen Stammzellen ist auch der direkte Zell-Zell-Kontakt.

4 Medizinische Bedeutung von mesenchymalen Stammzellen

4.1 Tissue engineering

Die Methode des tissue engineerings, die Anzüchtung von Geweben in vitro, ist im Moment noch Gegenstand intensiver Forschung; therapeutische Interventionen konzentrierten sich bislang auf die Anzucht von Gewebe, das ausschließlich aus einer Zellart besteht, wie das Knorpelgewebe. Hierfür werden schon weiter differenzierte Zellen eingesetzt. Stammzellen, wie die mesenchymalen Stammzellen, sind für das tissue engineering aber besonders interessant auf Grund ihrer Fähigkeit zur Differenzierung in verschiedene Gewebe und zum self-renewal. Unter „self-renewal“ wird eine Zellteilung verstanden, bei der mindestens wieder eine Stammzelle mit identischem Replikations- und Differenzierungspotential entsteht. Stammzellen können sich somit exzessiv teilen und anschließend in das gewünschte Gewebe differenzieren. Daher wird aktuell intensiv geforscht, mit dem Ziel, zukünftig diese Stammzellen für die Therapie einsetzen zu können.

4.2 Krebs

Mesenchymale Stammzellen wirken immunsuppressiv: Unter anderem über die Sekretion von Interleukin 6 hemmen sie die Aktivität und Proliferation von B- und T-Lymphozyten.

Krebszellen nutzen dies aus und rekrutieren gezielt mesenchymale Stammzellen, um sich vor dem Immunsystem zu schützen.

Des weiteren gibt es Hinweise, dass Tumorzellen die Stromazellen in ihrer unmittelbaren Umgebung - und somit auch die mesenchymalen Stammzellen - verändern. Daraufhin sezernieren die Stromazellen vermehrt Faktoren, die das Wachstum der Tumorzellen fördern. Es ensteht ein "Tumormilieu", das die Progression der Krebserkrankung fördert. Diese Interaktion zwischen Stroma- und Tumorzellen zu unterbinden, stellt daher einen interessanten Ansatz für neue Therapien dar.

Diese Seite wurde zuletzt am 1. Februar 2020 um 23:14 Uhr bearbeitet.

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