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Meningitis: Unterschied zwischen den Versionen

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Die ''eitrige Meningitis'' wird unter anderem durch [[Meningokokken]] ([[Neisseria meningitidis]]), [[Pneumokokken]], [[Staphylokokken]] und [[Haemophilus influenzae]], sowie [[E. coli]], [[Proteus]], [[Pseudomonas]], [[Klebsiellen]], [[Listerien]] und [[Streptococcus agalactiae]] ausgelöst. Sie zeichnet sich vor allem durch eine [[Eiter]]ansammlung über der Großhirnhemisphäre aus und wird deshalb auch als [[Haubenmeningitis]] oder [[Konvexitätsmeningitis]] bezeichnet.
  
 
Die ''nicht-eitrige Meningitis'' tritt vor allem als Begleiterscheinung einer infektiösen Allgemeinerkrankung auf. Hierbei handelt es sich vor allem um [[Borreliose]], [[Tuberkulose]], [[Syphilis]], [[Leptospirose]] und [[Brucellose]].
 
Die ''nicht-eitrige Meningitis'' tritt vor allem als Begleiterscheinung einer infektiösen Allgemeinerkrankung auf. Hierbei handelt es sich vor allem um [[Borreliose]], [[Tuberkulose]], [[Syphilis]], [[Leptospirose]] und [[Brucellose]].
  
 
===Abakterielle Meningitis===
 
===Abakterielle Meningitis===
Die abakterielle Meningitis entsteht durch eine Infektion mit [[Virus|Viren]] (z.B. FSME, Herpesviren...) oder [[Pilz]]en (z.B. Cryptococcus neoformans) oder durch [[Strahlenschäden]].
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Die abakterielle Meningitis entsteht durch eine Infektion mit [[Virus|Viren]] (z.B. [[FSME]], [[Herpesviren]]...) oder [[Pilz]]en (z.B. [[Cryptococcus neoformans]]) oder durch [[Strahlenschäden]].
  
 
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Weitere mögliche Auslöser einer Meningitis sind [[Listerien]] (z.B. [[Listeria monocytogenes]]). Diese Erreger werden durch rohe Nahrungsmittel (z.B. Käse oder andere Milchprodukte) übertragen. Dabei sind meist Patienten mit schlechtem [[Allgemeinzustand]] bzw. abgeschwächtem [[Immunsystem]] betroffen, so dass die Listerien die [[Blut-Hirn-Schranke]] überwinden können.
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Bei jüngeren Kindern (< 2 Jahre) können die Symptome sehr unspezifisch sein. Hier schildern die Eltern häufig ein schrilles Schreien oder Wimmern in Verbindung mit allgemeiner Schwäche, [[Inappetenz]], Berührungsempfindlichkeit und/oder auffälliger [[Lethargie]]. Ebenso können Atemstörungen vorliegen ([[Dyspnoe]], [[Tachypnoe]]).
 
Bei jüngeren Kindern (< 2 Jahre) können die Symptome sehr unspezifisch sein. Hier schildern die Eltern häufig ein schrilles Schreien oder Wimmern in Verbindung mit allgemeiner Schwäche, [[Inappetenz]], Berührungsempfindlichkeit und/oder auffälliger [[Lethargie]]. Ebenso können Atemstörungen vorliegen ([[Dyspnoe]], [[Tachypnoe]]).
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Bei der Erhebung der [[Anamnese]] sollten unter anderem folgende Punkte abgefragt werden:  
 
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* Kontakt zu infizierten Personen?
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* Kontakt zu infizierten Personen
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* Prädisponierende Faktoren ([[Sinusitis]]?, [[Otitis media]]?,  [[Endokarditis]]?, [[Pneumonie]]?, [[Immundefekt]]e?)
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* Prädisponierende Faktoren ([[Sinusitis]], [[Otitis media]],  [[Endokarditis]], [[Pneumonie]], [[Immundefekt]]e)
  
 
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Bei der neurologischen Untersuchung ist auf die typischen meningealen Zeichen zu achten, z.B. ein positives [[Kernig-Zeichen|Kernig]]-, [[Lasègue-Zeichen|Lasègue]]- und [[Brudzinski-Zeichen]]. Der Patient nimmt häufig eine Schonhaltung ein.  
 
Bei der neurologischen Untersuchung ist auf die typischen meningealen Zeichen zu achten, z.B. ein positives [[Kernig-Zeichen|Kernig]]-, [[Lasègue-Zeichen|Lasègue]]- und [[Brudzinski-Zeichen]]. Der Patient nimmt häufig eine Schonhaltung ein.  
  
''Cave'': Das Fehlen von meningealen Zeichen schließt ein Meningitis ''nicht'' aus.  
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===Weiterführende Diagnostik===
 
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Die Therapie der Meningitis erfolgt [[stationär]]. Sie umfasst unter anderem:
 
Die Therapie der Meningitis erfolgt [[stationär]]. Sie umfasst unter anderem:
 
* Sicherung der Vitalfunktionen
 
* Sicherung der Vitalfunktionen
* Sofortige kalkulierte Antibiose i.v., evt. auch [[intrathekal]] (z.B. [[Cefotaxim]]+ [[Ampicillin]])
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* Sofortige kalkulierte Antibiose i.v., evtl. auch [[intrathekal]] (z.B. [[Cefotaxim]] und [[Ampicillin]])
 
*Antibiogramm, Resistenzbestimmung
 
*Antibiogramm, Resistenzbestimmung
* [[Glukokortikoid]]e - frühzeitig Dexamethason i.v. gegen Verschwartung der Meningen
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* [[Glukokortikoid]]e - frühzeitig [[Dexamethason]] i.v. gegen [[Verschwartung]] der Meningen
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Cave: Durch die lange Antibiotikabehandlung kommt es oft im Genital-, Anal- und Mundbereich zu [[Mykose]]n.
  
Cave: Durch die lange Antibiotikabehandlung kommt es oft im Genital- Anal-  und Mundbereich zu Mykosen.
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Kontaktpersonen und Angehörige werden im Falle einer [[Meningokokken-Meningitis]] prophylaktisch bzw. [[postexpositionell]] mit [[Ciprofloxacin]] oder [[Rifampicin]] behandelt.
  
 
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Je nach Art der Meningitis kann ein unterschiedlicher Verlauf prognostiziert werden. Der Verlauf ist auch abhängig vom gegenwärtigen Gesundheitszustand des Betroffenen und vom [[Therapie]]beginn. Die [[Meningokokken-Meningitis]] hat mit ca. 5 % die niedrigste [[Letalität]], bei Listerien liegt sie bei ca. 30%. Eine Erkrankung im Kleinkind- oder hohem Alter hat die schlechteste Prognose. Hier liegt die Letalität bei 80 %.
 
Je nach Art der Meningitis kann ein unterschiedlicher Verlauf prognostiziert werden. Der Verlauf ist auch abhängig vom gegenwärtigen Gesundheitszustand des Betroffenen und vom [[Therapie]]beginn. Die [[Meningokokken-Meningitis]] hat mit ca. 5 % die niedrigste [[Letalität]], bei Listerien liegt sie bei ca. 30%. Eine Erkrankung im Kleinkind- oder hohem Alter hat die schlechteste Prognose. Hier liegt die Letalität bei 80 %.
  
Mögliche Folgeschäden sind das [[apallisches Syndrom|apallische Syndrom]], motorische und sensible Ausfälle, sowie eine ausgeprägte [[retrograde Amnesie]] mit Verlust erlernter Fähigkeiten. Oft sind auch die Sinnesleistungen beeinträchtigt ([[Sehschwäche]], [[Innenohrschwerhörigkeit]]). Die Folgeschäden können langandauernde  Rehabliitationsmaßnahmen (z.B. [[Physiotherapie|Physio]]- und [[Ergotherapie]] notwendig machen.
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Mögliche Folgeschäden sind das [[apallisches Syndrom|apallische Syndrom]], motorische und sensible Ausfälle, sowie eine ausgeprägte [[retrograde Amnesie]] mit Verlust erlernter Fähigkeiten. Oft sind auch die Sinnesleistungen beeinträchtigt ([[Sehschwäche]], [[Innenohrschwerhörigkeit]]). Die Folgeschäden können langandauernde  Rehabliitationsmaßnahmen (z.B. [[Physiotherapie|Physio]]- und [[Ergotherapie]]) notwendig machen.
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[[Fachgebiet:Allgemeinmedizin]]
 
[[Fachgebiet:Allgemeinmedizin]]
 
[[Fachgebiet:Kinderheilkunde]]
 
[[Fachgebiet:Kinderheilkunde]]

Aktuelle Version vom 29. Oktober 2017, 14:27 Uhr

Synonyme: Hirnhautentzündung, "Streckfluss" (histor.)
Englisch: meningitis

1 Definition

Als Meningitis wird eine Entzündung der Pia mater und der Arachnoidea mater bezeichnet. Sie wird durch Bakterien, Viren, Pilze oder auch Parasiten ausgelöst. Die historische Bezeichnung für die Meningitis ist Streckfluss.

2 Epidemiologie

Die Meningitis betrifft vor allem Kinder und Jugendliche. Ca. 70% der Fälle treten bei Kindern unter 5 Jahren auf. Die Inzidenz ist in den ersten beiden Lebensjahren am höchsten. Die Meningitis ist in Industriestaaten relativ selten, in den nichtindustrialisierten Staaten gehört sie allerdings zu den häufigsten Krankheiten.

3 Formen

3.1 Bakterielle Meningitis

Die bakterielle Meningitis wird - wie der Name schon sagt - durch Bakterien ausgelöst. Man unterteilt sie weiter in eitrige und nicht-eitrige Meningitis.

Die eitrige Meningitis wird unter anderem durch Meningokokken (Neisseria meningitidis), Pneumokokken, Staphylokokken und Haemophilus influenzae, sowie E. coli, Proteus, Pseudomonas, Klebsiellen, Listerien und Streptococcus agalactiae ausgelöst. Sie zeichnet sich vor allem durch eine Eiteransammlung über der Großhirnhemisphäre aus und wird deshalb auch als Haubenmeningitis oder Konvexitätsmeningitis bezeichnet.

Die nicht-eitrige Meningitis tritt vor allem als Begleiterscheinung einer infektiösen Allgemeinerkrankung auf. Hierbei handelt es sich vor allem um Borreliose, Tuberkulose, Syphilis, Leptospirose und Brucellose.

3.2 Abakterielle Meningitis

Die abakterielle Meningitis entsteht durch eine Infektion mit Viren (z.B. FSME, Herpesviren...) oder Pilzen (z.B. Cryptococcus neoformans) oder durch Strahlenschäden.

4 Erreger

Die häufigsten Erreger sind Meningokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae. Sie werden durch Tröpfcheninfektion, Husten oder Niesen, von Mensch zu Mensch übertragen.

Weitere mögliche Auslöser einer Meningitis sind Listerien (z.B. Listeria monocytogenes). Diese Erreger werden durch rohe Nahrungsmittel (z.B. Käse oder andere Milchprodukte) übertragen. Dabei sind meist Patienten mit schlechtem Allgemeinzustand bzw. abgeschwächtem Immunsystem betroffen, so dass die Listerien die Blut-Hirn-Schranke überwinden können.

5 Pathophysiologie

Die Erreger gelangen initial über die Atemwege (z.B. Pneumokokken-Meningitis) oder auf andere Weise in den Blutstrom. Über das Blut erreichen sie die Hirnhäute und können unter bestimmten Voraussetzungen die Blut-Hirn-Schranke passieren. Die pathologischen Veränderungen der Hirnhäute und des angrenzenden Nervengewebes werden einerseits durch die Erreger selbst (Exotoxine), andererseits aber auch durch die Reaktion des Immunsystems ausgelöst. Bei Erkennen von Erregerbestandteilen (z.B. der Peptidoglykanhülle eines Bakteriums) durch Membranrezeptoren kommt es intrazellulär zur Aktivierung von MAP-Kinasen, die den Transkriptionsfaktor NF-κB aktivieren. Dies führt zur Produktion von Zytokinen, die eine nervenzellschädigende Wirkung haben. So produzieren aktivierte Leukozyten sowie Endothel-, Glia- und Plexuszellen zytotoxische Substanzen. Darüber hinaus kann es zum Zusammenbruch der Blut-Hirn-Schranke mit Ödem und Anstieg des intrakraniellen Drucks kommen.

6 Symptome

Die Meningitis erzeugt bei den Patienten in der Regel ein starkes Krankheitsgefühl. Es können folgende Symptome auftreten:

Bei jüngeren Kindern (< 2 Jahre) können die Symptome sehr unspezifisch sein. Hier schildern die Eltern häufig ein schrilles Schreien oder Wimmern in Verbindung mit allgemeiner Schwäche, Inappetenz, Berührungsempfindlichkeit und/oder auffälliger Lethargie. Ebenso können Atemstörungen vorliegen (Dyspnoe, Tachypnoe).

7 Anamnese

Bei der Erhebung der Anamnese sollten unter anderem folgende Punkte abgefragt werden:

8 Diagnose

8.1 Körperliche Untersuchung

Die körperliche Untersuchung umfasst die Überprüfung der Vitalfunktionen, der peripheren Durchblutung und die Suche nach Hautveränderungen. Petechien und flächenhafte hämorrhagische Hautinfiltrate sind ein Hinweis auf eine Meningokokken-Meningitis.

8.2 Neurologische Untersuchung

Bei der neurologischen Untersuchung ist auf die typischen meningealen Zeichen zu achten, z.B. ein positives Kernig-, Lasègue- und Brudzinski-Zeichen. Der Patient nimmt häufig eine Schonhaltung ein.

Cave: Das Fehlen von meningealen Zeichen schließt eine Meningitis nicht aus.

8.3 Weiterführende Diagnostik

9 Therapie

Die Therapie der Meningitis erfolgt stationär. Sie umfasst unter anderem:

Cave: Durch die lange Antibiotikabehandlung kommt es oft im Genital-, Anal- und Mundbereich zu Mykosen.

Kontaktpersonen und Angehörige werden im Falle einer Meningokokken-Meningitis prophylaktisch bzw. postexpositionell mit Ciprofloxacin oder Rifampicin behandelt.

10 Prognose

Je nach Art der Meningitis kann ein unterschiedlicher Verlauf prognostiziert werden. Der Verlauf ist auch abhängig vom gegenwärtigen Gesundheitszustand des Betroffenen und vom Therapiebeginn. Die Meningokokken-Meningitis hat mit ca. 5 % die niedrigste Letalität, bei Listerien liegt sie bei ca. 30%. Eine Erkrankung im Kleinkind- oder hohem Alter hat die schlechteste Prognose. Hier liegt die Letalität bei 80 %.

Mögliche Folgeschäden sind das apallische Syndrom, motorische und sensible Ausfälle, sowie eine ausgeprägte retrograde Amnesie mit Verlust erlernter Fähigkeiten. Oft sind auch die Sinnesleistungen beeinträchtigt (Sehschwäche, Innenohrschwerhörigkeit). Die Folgeschäden können langandauernde Rehabliitationsmaßnahmen (z.B. Physio- und Ergotherapie) notwendig machen.

Diese Seite wurde zuletzt am 29. Oktober 2017 um 14:27 Uhr bearbeitet.

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