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Melatonin

Version vom 22. Mai 2015, 15:35 Uhr von Nicht mehr aktiv :-( (Diskussion | Beiträge)

Chemische Bezeichnung: N-Acetyl-5-methoxytryptamin
Englisch: melatonin

1 Definition

Melatonin ist als Derivat des Tryptophans ein biogenes Amin, das in der Glandula pinealis aus Serotonin synthetisiert wird. Es wird zu den Neurotransmittern gezählt.

2 Physiologie

Das Hormon steuert den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers auf der Basis eines komplexen Schaltkreises zwischen Epiphyse und Schrittmacherzellen im Nucleus suprachiasmaticus des Hypothalamus. Melatonin wird fast ausschließlich nachts produziert, Tageslicht hemmt die Melatoninsynthese.

Melatoninrezeptoren befinden sich neben dem Hypothalamus in den thermoregulatorischen Zellen des Hirnstamms, in zerebralen Blutgefäßen und in einigen Zellen des Immunsystems.

3 Pharmakokinetik

Die Bioverfügbarkeit von oral aufgenommenem Melatonin liegt bei circa 15 %. Der Metabolismus erfolgt über die Cytochrom P450-Enzyme CYP1A2 und CYP2C19. Es liegt ein ausgeprägter First-Pass-Effekt vor. Die Tmax wird nach 3 Stunden erreicht. Die Eliminationshalbwertzeit beträgt 3,5-4 h bei retardierten Formulierungen und nur 20 min bei nicht-retardierten Arzneimitteln. Die Elimination erfolgt weitgehend renal.

4 Klinik

Melatoninhaltige Medikamente kommen in der Therapie bestimmter Schlafstörungen zum Einsatz. Dyssomnien, die mit einer Störung des zirkadianen Rhythmus einhergehen, sprechen am besten auf Melatoningabe an. Dazu zählen Jetlag, Schichtarbeit und sonstige Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus.

5 Forschung

Vor allem in den USA gilt Melatonin als "Wundermittel" und soll v.a. Krebserkrankungen sowie kardiovaskuläre Erkrankungen vorbeugen und sogar Bekämpfen, aufgrund der antioxidativen Eigenschaften des Hormons. Aufgrund dessen ist Melatonin in den USA auch bereits in vielen Nahrungsergänzungsmitteln enthalten. Die Wirkung von Melatonin ist derzeit (2015) noch nicht wissenschaftlich belegt. Die Wirkung von Melatonin auf Krebserkrankungen wurde bereits in vielen Studien untersucht, mit widersprüchlichen Ergebnissen. Bei einigen Patienten schützt und stärkt das Hormon die gesunden Zellen und bei anderen Patienten schützt es die Krebszellen vor dem Absterben. Laut Experten wird deshalb Krebspatienten nicht geraten, das Mittel bei einer Krebserkrankung einzunehmen.

6 Nebenwirkungen

Bei der kurzzeitigen Einnahme von Melatonin weißt das Hormon kaum Nebenwirkungen auf. Bisher wurden vereinzelt Symptome wie Schläfrigkeit und Konzentrationsstörungen beobachtet. Da das Hormon den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert, kann dieser negativ beeinträchtigt werden, obwohl genau das Gegenteil erwünscht war. Um Wechselwirkungen zu vermeiden sollte Melatonin nicht zusammen mit Antiepileptika, Antidepressiva sowie mit Antikoagulantien eingenommen werden. Während der Schwangerschaft und der Stillzeit sollte ebenfalls auf das Hormon verzichtet werden.

Diese Seite wurde zuletzt am 18. Dezember 2017 um 15:12 Uhr bearbeitet.

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