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Mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel

Version vom 30. März 2017, 20:51 Uhr von Daniel Wessling (Diskussion | Beiträge)

1 Definition

Beim mehrschichtig unverhornten Plattenepithel handelt es sich um ein Epithelgewebe aus mehreren Schichten platter, stockwerkartig angeordneter Epithelzellen. Dabei wandern die Zellen von unten nach oben.

2 Aufbau

Das mehrschichtig unverhornte Plattenepithel wird von unten nach oben in 4 Etagen gegliedert:

Stratum basale

Die Zellen des der Basalmembran anliegenden Stratum basale sind kubisch bis hochprismatisch und noch nicht ausdifferenziert. Die Basalzellschicht besteht also aus adulten Stammzellen, von denen die Erneuerung und die Regeneration des Epithels bei Verletzungen ausgeht. Beim mehrschichtig unverhorntem Plattenepithel sind diese Zellen mittels Hemidesmosomen fest mit der Basalmembran verankert.

Stratum parabasale Mehrere Lagen an die Basalzellschicht angrenzende Zellen von polygonaler Struktur.

Stratum intermedium Auch das Stratum intermedium besteht aus mehreren Zellschichten und zeichnet sich durch einen pyknotisch werdenen Zellkern aus. Die Zellen sind glykogenreich und erscheinen deshalb in der Lichtmikroskopie meist hell.

Stratum superficiale Zellen mit völlig pyknotischem Zellkern, der aber im Gegensatz zum mehrschichtig verhornten Plattenepithel immernoch erkennbar ist. Die Zellen sind vital. Auch die Zellen dieser Schicht sind äußerst glykogenreich.

Das Stratum parabasale ist in nicht in jedem Literaturwerk aufgeführt und wird öfter mit zum Stratum intermedium gerechnet.

3 Vorkommen

Diese Art von Epithel kommt vor allem an Orten des Körpers vor, die höheren mechanischen Belastungen ausgesetzt sind, ohne aber dabei einen starken Verdunstungsschutz zu benötigen:

4 Klinik

Den Glykogenreichtum der Zellen des mehrschichtig unverhornten Plattenepithels kann man sich zu Nutze machen. Bei krankhaften Veränderungen mit Einbezug des mehrschichtig unverhornten Plattenepithels kann es zu einer gestörten Zelldifferenzierung kommen. Der hohe Glykogengehalt der Zellen des Stratum superficiale und des Stratum intermedium ist ein Zeichen für eine fehlerfreie, normale Zelldifferenzierung. Bei Dysplasien oder Malignomen kann eine fehlerhafte Differenzierung mittels Glykogennachweis festgestellt werden. Diese Nachweismethode findet vor allem bei der Portio vaginalis der Cervix uteri Anwendung. Aber auch in der Mundhöhle und im Ösophagus kann diese Methode angewandt werden.

Fachgebiete: Histologie

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