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Medizinethik: Unterschied zwischen den Versionen

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* die ''Selbstbestimmung'' des Patienten
 
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* die ''Menschenwürde''
 
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Gerade die Selbstbestimmung als Autonomie und damit die Menschenwürde sind die zentralen Begriffe, die heute im Fokus der Medizinethik stehen. Aber diese Begriffe sind nicht von sich aus selbsterklärend, sondern verlangen eine zumindest auch philosophische Analyse. Und in diesem Kontext kommt es auf die anthropologischen Grundannahmen an, die dem Begriff der Autonomie und dem der Menschenwürde zugrunde liegen. So macht es einen erheblichen Unterschied, ob der Menschen als Person angesehen wird, oder ob der Mensch nur eine komplex gebaute biologische Einheit ist. Es kommt auch darauf an, ob Freiheit und ein Sich - Verhalten zu den Bedingungen des Lebens grundsätzlich bejaht wird oder ob diese abgelehnt wird, wie im materialen Determinismus Noch viel mehr Fragen stellen sich, wenn es um konkrete Entscheidungssituationen geht, die selten eindeutig sind, sodass hier  die ethischen Überlegungen greifen, die aber das Medizinische nicht verwerfen, sondern dieses in eine Metaebene des Ethischen mit einbauen, um hier zu tragfähigen Ergebnissen zu kommen. Die Interpretation dieser Grundwerte bewegt sich stets im Spannungsfeld der persönlichen Interessen aller Beteiligten (Arzt, Patient, Pflegepersonal usw.), sowie ihres ökonomischen und politischen Umfelds. Daher unterliegt die ethische Bewertung eines medizinschen Eingriffs automatisch einer gewissen Dehnbarkeit bzw. Unschärfe.
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Selbstbestimmung ([[Autonomie]]) und Menschenwürde sind die zentralen Begriffe, die heute im Fokus der Medizinethik stehen. Sie basieren auf bestimmten [[anthropologisch]]en Grundannahmen, z.B. den Menschen als Person zu sehen und nicht nur als eine komplex gebaute biologische Einheit.  
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Version vom 2. Dezember 2015, 12:05 Uhr

Synonym: medizinische Ethik
Englisch: medical ethics

1 Definition

Die Medizinethik ist ein Teilgebiet der allgemeinen Ethik, das sich mit den moralischen Wertvorstellungen in der Medizin, und hier vor allem mit dem ärztlichen Handeln auseinander setzt.

Im weiteren Sinne betreibt die medizinische Ethik eine Normsetzung für alle im Gesundheitswesen tätigen Personen, Institutionen und Organisationen, wobei der Fokus auf dem Wohlergehen der Patienten ruht.

2 Hintergrund

Die medizinische Ethik lässt sich nicht isoliert, sondern nur vor dem Hintergrund der allgemeinen gesellschaftlichen Verhältnisse betrachten. Dennoch haben sich unabhängig vom Gesellschaftsystem grundlegende Werte für das ärztliche Handeln manifestiert, die im wesentlichen vier Begriffe umkreisen:

  • das Wohlergehen des Menschen,
  • das Verbot zu Schaden
  • die Selbstbestimmung des Patienten
  • die Menschenwürde

Selbstbestimmung (Autonomie) und Menschenwürde sind die zentralen Begriffe, die heute im Fokus der Medizinethik stehen. Sie basieren auf bestimmten anthropologischen Grundannahmen, z.B. den Menschen als Person zu sehen und nicht nur als eine komplex gebaute biologische Einheit.

Die konkrete Interpretation der o.a. Begriffe bewegt sich stets im Spannungsfeld der persönlichen Einstellungen und Interessen aller Beteiligten (Arzt, Patient, Pflegepersonal usw.), sowie ihres sozialen und ökonomischen Umfelds. Daher unterliegt die ethische Bewertung eines medizinschen Eingriffs automatisch einer gewissen Unschärfe.

3 Institutionen

Um die Bewertung umstrittener medizinischer Handlungen nicht dem Einzelnen zu überlassen, wird diese Aufgabe in der Regel an Institutionen bzw. Kommisionen übertragen, welche die Compliance ärztlichen Handelns im Einzelfall überprüfen sollen.

In Deutschland gibt es seit den 80er Jahren Ethikkommissionen, die bei den medizinischen Fakultäten oder bei den Landesärztekammern angesiedelt sind. Sie sollen medizinische Forschungsvorhaben vor dem Hintergrund der bestehenden gesetzlichen Vorschriften und der Berufsordnung bewerten.

Die deutsche Bundesärztekammer hat 1995 eine "Zentrale Kommission zur Wahrung ethischer Grundsätze in der Medizin" eingerichtet. Sie veröffentlicht Stellungnahmen zu umstrittenen medizinischen Fragestellungen, die empfehlenden Charakter haben.

Seit Ende der 1990er Jahre sind so genannte Klinische Ethik-Kommitees (KEK) entstanden. Sie verstehen sich als Fächer- und Berufsgruppen- übergreifende Beratungsgremien für schwierige, moralisch kontroverse Entscheidungen in Grenzsituationen der modernen Medizin. KEK’s sollen Hilfe im Umgang mit ethischen Fragen des Krankenhausalltags bieten. Unter Berücksichtigung ethischer, medizinischer, pflegerischer, ökonomischer und juristischer Aspekte sollen sie allen an konfliktbehafteten Entscheidungen Beteiligten in ihrer Entscheidungsfindung behilflich sein.

4 Ethisch umstrittene Bereiche der Medizin

Tags:

Fachgebiete: Medizinrecht

Diese Seite wurde zuletzt am 29. Juli 2019 um 08:28 Uhr bearbeitet.

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