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Medikamentöses Lyell-Syndrom

Version vom 16. Oktober 2010, 14:19 Uhr von Dominic Prinz (Diskussion | Beiträge)

Synonym: toxisch epidermale Nekrolyse (TEN), Epidermolysis acuta toxica, Syndrom der verbrühten Haut
Englisch: toxic epidermolytic necrosis

1 Definition

Das medikamentöse Lyell- Syndrom ist eine schwerwiegende Medikamentennebenwirkung, die durch eine progrediente Blasenbildung der Haut mit konsekutiver Ablösung der Epidermis (Epidermolyse) gekennzeichnet ist.

2 Ätiologie

Ein Lyell-Syndrom kann als Arzneimittelkomplikation bei verschiedenen Medikamenten auftreten. Auslöser sind u.a.:

3 Klinik

Klinisch imponieren initial kleine Rötungen, die zu großflächigen Exanthemen konfluieren. Im weiteren Verlauf kommt es zur Blasenbildung, Nekrose und Ablösung der Oberhaut (Epidermolyse) mit schwerwiegenden Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten. Zumeist leiden die Patienten unter hohem Fieber.

4 Diagnostik

Der Befund des medikamentösen Lyell-Syndroms wird anhand der Anamnese (Medikamenteneinnahme?, Vorerkrankungen?), des Sichtbefundes und der histopathologischen Befundung einer Hautprobe gestellt.

Charakteristisch für den pathologischen Befund ist eine epidermale Nekrose und eine Auflösung des Zellverbundes der Keratinozyten (Akantholyse).

4.1 Differentiadiagnostik

Differentialdiagnostisch gilt die Abgrenzung gegenüber

5 Komplikationen

Durch hohe Volumenverluste kann es zur Ausbildung eines hypovolämischen Schockes kommen.

Die Infektion der betroffenen Hautareale kann eine Sepsis zur Folge haben.

6 Therapie

Ähnlich dem Verbrennungsmanagement ist die intensivmedizinische Überwachung mit Volumensubstitution und steriler Abdeckung der betroffenen Körperareale indiziert. Zur Vermeidung bakterieller Infektionen ist der Patient entsprechend zu isolieren. Erste Anzeichen einer Infektion sind antibiotisch zu behandeln.

Die kausale Therapie umfasst die Gabe hochdosierter Glukokortikoide.

7 Weblink

Bilder des Hautbefundes bei schwerer Verlaufsform des medikamentösen Lyell-Syndroms

Diese Seite wurde zuletzt am 25. Juni 2018 um 15:48 Uhr bearbeitet.

So ganz eindeutig ist das nicht, Typ III war aber wohl falsch. Ich hab das noch mal mit neuerer Literatur überarbeitet.
#2 am 25.06.2018 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
@"Dem Pathomechanismus nach entspricht das medikamentöse Lyell-Syndrom einer Allergie vom Immunkomplex-Typ (Typ III)". Gemäss Mutschler Arzneimittelwirkungen ist die TEN eine Allergische Reaktion von Typ IV(b oder c).
#1 am 19.06.2018 von Ali Mohammad Nejad Sigaroudi (Student/in der Humanmedizin)

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