Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Manie

Version vom 6. Juni 2015, 11:20 Uhr von Nicht mehr aktiv :-( (Diskussion | Beiträge)

Englisch: mania

1 Definition

Die Manie ist ein psychischer Zustand von extrem aufgehellter, meist euphorischer Stimmung. Bei stark ausgeprägten manischen Phasen handelt es sich jedoch keineswegs um eine gesunde "gute Laune" sondern um eine akut behandlungsbedürftige affektive Störung im Rahmen einer Psychose oder bipolarer Störung. Die Manie ist das Gegenteil der Depression.

2 Symptome und Zeichen

Die Manie ist von einem oft wochenlangem Zustand übermäßig und unverhältnismäßig gehobener Stimmung gekennzeichnet. Diese Stimmung geht oft einher mit einer verminderten Rücksicht und Gefahrenwahrnehmung (rücksichtsloses Autofahren, Nichteinhaltung von Gesetzen, Nichtbeachten von Verboten).

Desweiteren ist in vielen Fällen ein für Außenstehende unverständlich hohes Konsumverhalten festzustellen mit unnötigen Neuanschaffungen oder sogar mit großen verschenkten Geldsummen (z.B. an unbekannte Menschen auf der Straße). In späteren Phasen kann sich ein Größenwahn mit Realitätsverlust entwickeln, der bis zu Suizidgedanken führen kann.

Während solcher Phasen sind die Patienten mit permanent großem Ideenreichtum und Gedankeneinfluss konfrontiert. Die Aktionen werden aber meist nicht zu Ende gebracht, da die Gedanken und Interessen rasch wechseln. Des Weiteren ist eine Logorrhoe (übermäßiger Rededrang) zu beobachten. Das Schlafbedürfnis ist oft stark vermindert oder fehlt ganz. In einigen Fällen kommen auch Halluzinationen verschiedenster Art vor.

3 Epidemiologie

Affektive Störungen sind relativ häufig. Etwa jeder hundertste Deutsche erkrankt im Laufe seines Lebens. Von diesen Erkrankungen sind jedoch nur etwa 5% reine Manien. Die Mehrheit von etwa 65% sind reine Depressionen und etwa 30% sind bipolare affektive Störungen (d.h. manische und depressive Phasen im Wechsel). Die meisten Patienten erleben ihre erste Krankheitsphase bis zum 25. Lebensjahr.

4 Ätiologie

Die genaue Ursache affektiver Störungen ist nicht vollständig geklärt. Man geht derzeit von einer genetischen Komponente, sowie in den akuten Phasen von Neurotransmitter-Dysbalance im Gehirn aus. Oft sind emotionale Erlebnisse oder Stress der Auslöser einer akuten Phase.

5 Therapie

Die Therapie der Manie, sowie von anderen affektiven Störungen sollte während einer akuten Phase im Rahmen eines stationären psychiatrischen Aufenthalts durchgeführt werden. Desweiteren ist eine langjährige Psychotherapie nach Abklingen der Symptome und Krankheitszeichen sinnvoll, während einer akuten Phase besteht für eine Psychotherapie jedoch meistens mangels Krankheitseinsicht kaum Aussicht auf Erfolg.

Während des Klinikaufenthaltes sollte vor allem durch medikamentöse Therapie eine Normalisierung des Zustandes erreicht werden. In dieser Akuttherapie werden vor allem Neuroleptika eingesetzt. Sie setzen die Wirkung verschiedener Neurotransmitter herab, wodurch es meistens zu einer Besserung des Zustandes kommt.

Zur langfristigen Prophylaxe sollten die Patienten nach einer akuten Phase langfristig Lithiumsalze wie z.B. Lithiumcarbonat einnehmen, welche ein erneutes Auftreten der Symptome abschwächen oder ganz verhindern kann.

Einen festen Platz in der Psychopharmakotherapie der Manie haben auch die Antikonvulsiva. Langjährige Erfahrungen liegen mit Carbamazepin und Valproinsäure vor. Auf Carbamazepin sprechen oft auch diejenigen Patienten an, die bis dahin erfolglos mit Lithium und Neuroleptika therapiert wurden.

Diese Seite wurde zuletzt am 2. Juni 2019 um 00:52 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

28 Wertungen (3.11 ø)

71.814 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2020 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: