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Mandibula

Version vom 4. April 2004, 18:29 Uhr von 80.141.116.240 (Diskussion)

Synonyme: Mandibel, Unterkiefer, Unterkieferknochen

Die Mandibula ist der größte und stärkste Knochen des Gesichtsschädels. Er besteht aus einem U-förmig gebogenen Körper, dem Corpus mandibulae, und zwei rechts und links an den Kieferwinkeln (Anguli mandibulae) aufsteigenden Ästen, den Rami mandibulae.

1 Corpus mandibulae

Der Corpus mandibulae ist hufeisenförmig gebogen. Seine obere Begrenzung ist der Alveolarfortsatz, der die 16 knöchernen Zahnfächer enthält und je nach Bezahnung in seiner Form erheblich variieren kann. Der untere Rand des Corpus mandibulae geht nach dorsal beidseits in den Angulus mandibulae über. Der Corpus weist 2 Flächen auf:

1.1 Facies externa

Als Facies externa bezeichnet man die konvexe Seite der Mandibula. In der Medianlinie markiert eine kleine Knochenleiste den Ort, an dem die rechten und linken Anteile des Unterkieferknochens während der Embryonalzeit zusammenwachsen. Er wird wie beim Schambein als Symphyse bezeichnet. Die Knochenleiste teilt sich auf ihrem Verlauf nach kaudal und geht dort in eine dreieckige Erhebung, die Protuberantia mentalis (Kinnvorsprung) über. Sie weist links und rechts je eine Erhebung (Tuberculum mentale) auf, die beidseits später in einen feinen, schräg über den Knochen verlaufenden Grat übergeht (Linea obliqua).

Die Linea obliqua läuft nach kranial und dorsal bis zum vorderen Rand des jeweiligen Ramus mandibulae. An ihr haben der Musculus triangularis und der Musculus quadratus labii inferioris ihren Urspung, kaudal davon setzt das Platysma an. Kranial der Linea obliqua am Alveolarfortsatz direkt unterhalb der Molaren findet sich der Ansatz des Musculus buccinator.

Unterhalb des Eckzahnes verläuft die Fossa incisiva, die als Ursprung des Musculus mentalis und eines Teils des Musculus orbicularis oris dient. Kaudal des zweiten Prämolaren tritt beidseits im Foramen mentalis der Nervus mentalis, und die Arteria und Vena mentalis aus.

1.2 Facies interna

Die konkave Seite der Mandibula ist die Facies interna. Nahe des unteren Teils der Symphyse imponieren kleine Vorsprünge, die Spinae mentalis, die den Ursprung des Musculus genioglossus und Musculus geniohyoideus darstellen. Diese Spinae können jedoch auch zu einer Knochenleiste oder einem Tuberculum konfluieren. Unterhalb der Spinae liegt die kleine ovale Fossa digastrica mandibulae, die den Ursprung des Musculus digastricus darstellt. Nach dorsal und kranial steigt - den Verlauf der außen liegenden Linea obliqua imitierend - beidseits die Linea mylohyoidea mandibulae auf. Sie ist der Urprung des Musculus mylohyoideus, im hinteren Teil des Musculus constrictor pharyngis superior. Oberhalb und unterhalb der Linea erkennt man zwei Vertiefungen (Fossae), in denen sich die Glandula sublingualis bzw. die Glandula submandibularis an den Knochen anlagern.

2 Ramus mandibulae

Der beidseits an den Anguli mandibulae entspringende Ramus mandibulae hat eine viereckige Grundform mit 2 Flächen, 4 Rändern und 2 Vorsprüngen (Processi).

Fachgebiete: Kopf und Hals

Diese Seite wurde zuletzt am 27. Dezember 2017 um 20:18 Uhr bearbeitet.

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#2 am 27.10.2016 von Dr. Carina Hönscher
Diese 3D - Animation ist grandios!!! Man möchte nur noch lernen!
#1 am 24.10.2016 von Tina Röhl (Tierarzt | Tierärztin)

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