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Mamillenadenom

Version vom 4. Oktober 2018, 16:37 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: floride Papillomatose, papilläre Adenose, erosive Adenomatose

1 Definition

Unter einem Mamillenadenom versteht man in der Pathologie einen gutartigen Tumor im Bereich der Brustwarze (Mamille). Er ist makroskopisch vorgewölbt, druckschmerzhaft und kann bei Berührung leicht bluten.

2 Epidemiologie

Das Erkrankungsgipfel liegt bei etwa 45 Jahren. Es sind überwiegend Frauen betroffen, nur selten Männer. Die Adenome treten hauptsächlich auf der linken Körperseite auf und selten bilateral.

3 Diagnosen

Die definitive Diagnose kann nur durch eine Exzisionsbiopsie gestellt werden.

4 Morphologie/Histologie

Dabei handelt es sich um benigne, in der Regel einseitige papilläre und adenomatöse drüsenartige Neoplasie der Mamma. Man unterscheidet dabei zwischen einem adenomatösen und syringomatösen (die ekkrinen Drüsen betreffend) Mamillenadenom. Die Terminierung wird entschieden, je nachdem welche Form, Proliferationsgrad, usw. die Neoplasien zeigen. Histologisch sind solide, papilläre und tubuläre Neoplasien zu sehen. Mamillenadenome können zu einer Protrusion, zu Erosionen und Blutungen führen.

Erbsenkorngroße, unterschiedlich gut begrenzte Tumore, in Höhe der Sinus lactei. Histologisch zeigen sich papilläre und adenomatöse Epithelproliferationen mit unterschiedlichen Proliferationsgraden, die in das umliegende Stroma hineinwachsen. Diese können bis zur Mamillenoberfläche proliferieren und bei durchbrechen des Plattenepithels zu Erosionen, Entzündungen u.v.m führen. Das Epithel ist meist zweireihig, die luminale Zellschicht ist dabei meist hochprismatisch. Nekrosen sind dabei selten zu sehe, dafür jedoch aprokrine Metaplasien.

5 Klinik

Der Bereich der Mamille kann vergrößert, blutend, nässend und schmerzhaft sein. Es können sich rötliche bis erosive, krustige und schuppende Plaques bilden.

6 Risiko

Karzinomentwicklung, jedoch selten

7 Differentialdiagnose

Mamillenkarzinom

8 Symptome

Juckreiz
Schmerzhaftigkeit
Exsudationen
Ulzerationen
Blutungen

9 Therapie

Mamillenadenome müssen komplett operativ entfernt werden. Dies ist wichtig, da bei einer Teilexzision das Risiko von Rezidiven erhöht ist. Das entnommene Gewebe muss darauf untersucht werden, ob die Ränder tumorfrei sind. Zusätzlich sollte eine regelmäßige Kontrolle beim Gynäkologen erfolgen.

10 Quellen

Pathologie: Mamma, Weibliches Genitale, Schwangerschaft und Kindererkrankungen herausgegeben von Manfred Dietel, Günter Klöppel, 3.Auflage, 2013, Springer-Verlag.
Histopathologie der Haut herausgegeben von Helmut Kerl, Claus Garbe, Lorenzo Cerroni, Helmut Wolff, 2003, Springer-Verlag.
Diagnostik und Therapie des Mammakarzinoms herausgegeben von Uwe Fischer, Friedemann Baum, 2011, Thieme-Verlag.
Pathologie 4: Weibliches Genitale Mamma Pathologie der Schwangerschaft, der ... herausgegeben von W. Remmele, 2.Auflage, 1997, Springer-Verlag.

Diese Seite wurde zuletzt am 8. Dezember 2010 um 15:37 Uhr bearbeitet.

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