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Mallory-Weiss-Syndrom

Version vom 16. November 2020, 18:38 Uhr von Bijan Fink (Diskussion | Beiträge)

nach dem amerikanischen Pathologen George Kenneth Mallory (1900-1986) und dem ungarisch-stämmigen Arzt Soma Weiss (1898-1942)
Synonym: Mallory-Weiss-Läsion
Englisch: Mallory-Weiss lesion

1 Definition

Als Mallory-Weiss-Syndrom werden longitudinale Schleimhauteinrisse im Bereich des gastroösophagealen Übergangs bezeichnet. Im Gegensatz zum Boerhaave-Syndrom sind die Läsionen auf die Mukosa und Submukosa beschränkt.

2 Ätiologie

Das Mallory-Weiss-Syndrom entsteht durch Erbrechen, Würgen oder heftiges Husten. Es tritt gehäuft bei Alkoholikern mit vorgeschädigter Schleimhaut und im Rahmen einer chronischen Refluxösophagitis auf. Die Auslösesituation umfasst insbesondere den Zeitraum nach einem Alkoholexzess mit Erbrechen und damit verbundener Druckerhöhung im Magen und Ösophagus.

3 Klinik

Betroffene Patienten berichten über Blut im Erbrochenen (Hämatemesis) und Schmerzen im Epigastrium. Anamnestisch wird oft über ein vorhergehendes Erbrechen berichtet.

Die Blutung sistiert meist spontan. Komplizierend kann es jedoch zu massiven Blutungen aus den Schleimhauteinrissen kommen, insbesondere bei Arrosion von arteriellen Gefäßen.

4 Diagnostik

Die Diagnose kann durch eine Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) gesichert werden, welche auch eine direkte therapeutische Intervention ermöglicht.

5 Therapie

Bei länger andauernder Blutung wird das Mallory-Weiss-Syndroms endoskopisch behandelt. Dabei werden Blutungen sorgfältig und unter wiederholter Spülung und Sichtkontrolle mit Clips oder Fibrinkleber gestillt. Weiterhin kann topisches Adrenalin verabreicht oder eine angiografische Embolisation durchgeführt werden.

Nur selten ist ein chirurgisches Vorgehen notwendig. Dabei werden größere Blutungen überstochen oder es erfolgt eine befundadaptierte Resektion von Anteilen des Magens.

Zur Überbrückung zwischen endoskopischem und operativen Eingriff kann eine Ballonsonde eingelegt werden. Dies sollte nur kurzfristig erfolgen, da Durchblutungsstörungen zu Drucknekrosen führen können.

Diese Seite wurde zuletzt am 16. Juni 2014 um 14:44 Uhr bearbeitet.

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