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Malignes neuroleptisches Syndrom: Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''maligne neuroleptische Syndrom''' ist ein seltenes, aber lebensbedrohliches Krankheitsbild, das durch [[Dopaminantagonist]]en (vor allem [[Neuroleptikum|Neuroleptika]]), [[Lithium]] oder [[trizyklische Antidepressiva]] ausgelöst wird. Es tritt bei hoher Dosierung oder schneller Aufdosierung der genannten Medikamente meist in den ersten 4 Wochen nach Therapiebeginn bzw. -umstellung auf.
 
Das '''maligne neuroleptische Syndrom''' ist ein seltenes, aber lebensbedrohliches Krankheitsbild, das durch [[Dopaminantagonist]]en (vor allem [[Neuroleptikum|Neuroleptika]]), [[Lithium]] oder [[trizyklische Antidepressiva]] ausgelöst wird. Es tritt bei hoher Dosierung oder schneller Aufdosierung der genannten Medikamente meist in den ersten 4 Wochen nach Therapiebeginn bzw. -umstellung auf.
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==Auslösende Medikamente==
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* [[Antikonvulsiva]] (z.B. [[Carbamazepin]])
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* Niederpotente Neuroleptika (z.B. [[Pipamperon]], [[Chlorprothixen]])
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* Mittelpotente Neuroleptika (z.B. [[Perazin]])
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* Hochpotente Neuroleptika (z.B. [[Haloperidol]], [[Fluphenazin]])
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* Atypische Neuroleptika (z.B. [[Risperidon]], [[Quetiapin]])
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* [[Phasenprophylaktikum|Phasenprophylaktika]] (z.B. [[Lithium]])
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* [[Antidepressiva]] (z.B. [[Citalopram]], [[Sertralin]], [[Venlafaxin]])
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* [[Antiemetika]] (z.B. [[Metoclopramid]])
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* Malignes neuroleptisches Syndrom in der Vorgeschichte
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* Einnahme hochpotenter Neuroleptika
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* schnelle Dosiserhöhung des Neuroleptikums
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* hohe Dosierung des Medikaments
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* vorbestehende Hirnschädigung
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* Neuroleptikagabe bei Kindern oder Jugendlichen
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==Klinik==
 
==Klinik==
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==Differentialdiagnose==
 
==Differentialdiagnose==
* [[Malignes Dopaminmangelsyndrom]]
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* [[Malignes Dopa-Entzugssyndrom]]
 
* [[Perziniöse Katatonie]] (katatoner Stupor)
 
* [[Perziniöse Katatonie]] (katatoner Stupor)
 
* [[Maligne Hyperthermie]]
 
* [[Maligne Hyperthermie]]
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* [[Serotoninsyndrom]]
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* [[Akinetische Krise]] bei [[Morbus Parkinson]]
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* [[Infektion]]en des [[ZNS]]
  
 
==Komplikationen==
 
==Komplikationen==
Eine wichtige Komplikation des malignen neuroleptischen Syndroms ist die [[Rhabdomyolyse]] mit [[Myoglobinurie]], die ein [[akutes Nierenversagen]] verursacht. Die Hyperthermie kann zu einer [[Dehydrierung]] führen, die wiederum [[Phlebothrombose]]n und eine [[Lungenembolie]] auslösen kann. Desweiteren können [[Krampfanfall|Krampfanfälle]] auftreten. Möglicher Endpunkt der Komplikationen ist ein [[Multiorganversagen]].
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Eine wichtige Komplikation des malignen neuroleptischen Syndroms ist die [[Rhabdomyolyse]] mit [[Myoglobinurie]], die ein [[akutes Nierenversagen]] verursacht. Die Hyperthermie kann zu einer [[Dehydratation]] führen, die wiederum [[Phlebothrombose]]n und eine [[Lungenembolie]] auslösen kann. Desweiteren können [[Krampfanfall|Krampfanfälle]] auftreten. Möglicher Endpunkt der Komplikationen ist ein [[Multiorganversagen]].
  
 
==Therapie==
 
==Therapie==
 
Die Primärmaßnahme ist das sofortige Absetzen der verursachenden Neuroleptika. Weitere Maßnahmen umfassen:
 
Die Primärmaßnahme ist das sofortige Absetzen der verursachenden Neuroleptika. Weitere Maßnahmen umfassen:
* Monitoring (EKG, RR, Temperatur, CK, Myoglobin, BGA, Elektrolyte)
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* [[Monitoring]] ([[EKG]], [[Blutdruck|RR]], [[Temperatur]], [[Kreatinkinase|CK]], [[Myoglobin]], [[BGA]], [[Elektrolyte]])
 
* [[Volumensubstitution]]
 
* [[Volumensubstitution]]
* [[Fiebersenkung]], medikamentös (z.B. mit [[Paracetamol]]) und physikalisch
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* [[Fiebersenkung]], [[medikamentös]] (z.B. mit [[Paracetamol]]) und [[physikalisch]]
* [[hromboseprophylaxe]] ([[Calciparin]], [[Physiotherapie]])
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* [[Thromboseprophylaxe]] ([[Calciparin]], [[Physiotherapie]])
 
* Behandlung des dopaminergen Defizits mit [[Bromocriptin]] oder [[Amantadin]]
 
* Behandlung des dopaminergen Defizits mit [[Bromocriptin]] oder [[Amantadin]]
 
* [[Dantrolen]] in schweren Fällen bzw. bei ausbleibender Besserung nach 24 Stunden
 
* [[Dantrolen]] in schweren Fällen bzw. bei ausbleibender Besserung nach 24 Stunden
  
 
==Prognose==
 
==Prognose==
Die Letalität liegt bei ca. 5 10 %.
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Eine frühzeitige Erkennung der Erkrankung ist besonders wichtig. Es muss [[intensivmedizin]]isch behandelt werden. Die Erkrankungsdauer beträgt meist bis zu zehn Tage. Die [[Letalität]] liegt bei 5 bis 10 %. Da die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens deutlich erhöht ist, sollte der Neubeginn der neuroleptischen Therapie sehr sensibel angegangen werden. Günstiger sind atypische Neuroleptika und möglichst niedrige Dosierungen.
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[[Fachgebiet:Neurologie]]
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[[Tag:Fieber]]
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[[Tag:Neuoleptika]]

Aktuelle Version vom 15. Oktober 2021, 08:07 Uhr

Synonyme: malignes Neuroleptika-Syndrom, MNS
Englisch: neuroleptic malignant syndrome

1 Definition

Das maligne neuroleptische Syndrom ist ein seltenes, aber lebensbedrohliches Krankheitsbild, das durch Dopaminantagonisten (vor allem Neuroleptika), Lithium oder trizyklische Antidepressiva ausgelöst wird. Es tritt bei hoher Dosierung oder schneller Aufdosierung der genannten Medikamente meist in den ersten 4 Wochen nach Therapiebeginn bzw. -umstellung auf.

2 Auslösende Medikamente

3 Risikofaktoren

  • Malignes neuroleptisches Syndrom in der Vorgeschichte
  • Einnahme hochpotenter Neuroleptika
  • schnelle Dosiserhöhung des Neuroleptikums
  • hohe Dosierung des Medikaments
  • vorbestehende Hirnschädigung
  • Neuroleptikagabe bei Kindern oder Jugendlichen
  • parenterale Applikation des Neuroleptikums

4 Klinik

5 Differentialdiagnose

6 Komplikationen

Eine wichtige Komplikation des malignen neuroleptischen Syndroms ist die Rhabdomyolyse mit Myoglobinurie, die ein akutes Nierenversagen verursacht. Die Hyperthermie kann zu einer Dehydratation führen, die wiederum Phlebothrombosen und eine Lungenembolie auslösen kann. Desweiteren können Krampfanfälle auftreten. Möglicher Endpunkt der Komplikationen ist ein Multiorganversagen.

7 Therapie

Die Primärmaßnahme ist das sofortige Absetzen der verursachenden Neuroleptika. Weitere Maßnahmen umfassen:

8 Prognose

Eine frühzeitige Erkennung der Erkrankung ist besonders wichtig. Es muss intensivmedizinisch behandelt werden. Die Erkrankungsdauer beträgt meist bis zu zehn Tage. Die Letalität liegt bei 5 bis 10 %. Da die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens deutlich erhöht ist, sollte der Neubeginn der neuroleptischen Therapie sehr sensibel angegangen werden. Günstiger sind atypische Neuroleptika und möglichst niedrige Dosierungen.

Diese Seite wurde zuletzt am 15. Oktober 2021 um 08:07 Uhr bearbeitet.

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