Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Malaria: Unterschied zwischen den Versionen

 
(144 dazwischenliegende Versionen von 35 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
''Von italienisch: mala aria = schlechte Luft<br>
+
''von italienisch: mala aria - schlechte Luft<br>
 
''Synonyme: Sumpffieber, Wechselfieber<br>
 
''Synonyme: Sumpffieber, Wechselfieber<br>
 
'''''Englisch''': malaria
 
'''''Englisch''': malaria
  
 
==Definition==
 
==Definition==
Die '''Malaria''' ist eine [[Tropenerkrankung|Tropenkrankheit]], die von einzelligen [[Parasit]]en, den [[Plasmodium|Plasmodien]], hervorgerufen wird. Die Errreger werden durch den Stich der [[Anopheles-Mücke]] auf den Menschen übertragen. Das typische Symptom einer Malariainfektion sind Fieberschübe, die bei einigen Malariaformen rhythmisch auftreten können.
+
Die '''Malaria''' ist eine [[Tropenerkrankung|Tropenkrankheit]], die von einzelligen [[Parasit]]en, den [[Plasmodium (Parasitologie)|Plasmodien]], hervorgerufen wird. Die Erreger werden durch den [[Mückenstich|Stich]] der [[Anopheles-Mücke]] auf den Menschen übertragen. Das typische Symptom einer Malariainfektion sind [[Fieber]]schübe, die bei einigen Malariaformen rhythmisch auftreten können.
  
==Verbreitung==
+
==ICD-Codes==
Malaria ist die häufigste Tropenkrankheit. An ihr erkranken jährlich ca. 300 Millionen Menschen, 1 Million Menschen sterben pro Jahr an dieser Erkrankung. Besonders betroffen sind Gebiete (ca. 90 Prozent) in Afrika südlich der Sahara bis zum Norden Südafrikas. Zu den  
+
[[ICD-10]]-Codes:
gefährdeten Gebieten in Asien zählen große Teile Indiens, die Grenzgebiete von Thailand nach  
+
* B50.-: Malaria tropica durch Plasmodium falciparum
 +
** B50.0: Malaria tropica mit zerebralen Komplikationen
 +
** B50.8: Sonstige schwere Formen oder Komplikationen der Malaria tropica
 +
** B50.9: Malaria tropica, nicht näher bezeichnet
 +
* B51.-: Malaria tertiana durch Plasmodium vivax
 +
** B51.0: Malaria tertiana mit Milzruptur
 +
**B51.8: Malaria tertiana mit sonstigen Komplikationen
 +
** B51.9: Malaria tertiana ohne Komplikation
 +
* B52.-: Malaria quartana durch Plasmodium malariae
 +
** B52.0:Malaria quartana mit Nephropathie
 +
**B52.8:Malaria quartana mit sonstigen Komplikationen
 +
**B52.9: Malaria quartana ohne Komplikation
 +
* B53.-: Sonstige parasitologisch bestätigte Malaria
 +
** B53.0: Malaria durch Plasmodium ovale
 +
** B53.1: Malaria durch Affen-Plasmodien
 +
** B53.8: Sonstige parasitologisch bestätigte Malaria, anderenorts nicht klassifiziert
 +
* B54: Malaria, nicht näher bezeichnet
 +
 
 +
==Epidemiologie==
 +
Malaria ist die häufigste Tropenkrankheit. An ihr erkranken jährlich ca. 220 Millionen Menschen, mehr als 440.000 Menschen sterben pro Jahr an dieser Erkrankung (WHO 2017). Besonders betroffen sind Gebiete in Afrika südlich der Sahara bis zum Norden Südafrikas (ca. 90 Prozent). Zu den gefährdeten Gebieten in Asien zählen große Teile Indiens, die Grenzgebiete von Thailand nach  
 
Myanmar (Burma), Laos und Kambodscha sowie Papua-Neuguinea und Umgebung mit den  
 
Myanmar (Burma), Laos und Kambodscha sowie Papua-Neuguinea und Umgebung mit den  
 
Nachbarinseln Timor und den Solomonen. In Südamerika sind Teile Brasiliens betroffen und  
 
Nachbarinseln Timor und den Solomonen. In Südamerika sind Teile Brasiliens betroffen und  
 
zwar die drei Regionen Rodonia, Acre und Roraima.  
 
zwar die drei Regionen Rodonia, Acre und Roraima.  
  
==Infektion==
+
Allerdings ist diese Auswahl an Risikogebieten nicht vollständig. Es gilt der Grundsatz, dass die Malaria überall dort als [[Endemie]] angetroffen werden kann, wo eine Kombination aus Meereshöhe, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Brutmöglichkeiten in den (Sub-)Tropen ein [[Biotop]] für die [[Anopheles-Mücke]]n bieten.
Überträger des Erregers der Malaria sind die Weibchen der Anopheles-Mücke. Durch den Stich der Mücke werden die Malariaerreger in Form von [[Sporozoit]]en übertragen und dringen in das [[Leber]]gewebe ein. Sie entwickeln sich innerhalb von [[Hepatozyt]]en zu Schizonten und zerfallen später zu [[Merozoit]]en. Die Merozoiten treten aus dem Lebergewebe in das  
+
 
[[Blut]] über und befallen die [[Erythrozyt]]en. In den Erythrozyten werden über einen  
+
In Deutschland werden jährlich ca. 800 bis 1000 Fälle gemeldet. Dabei sind die meisten Betroffenen zwischen 20 und 30 Jahre alt und der Nachweis erfolgt nach einer Reiserückkehr.
Zwischenschritt, dem Blutschizonten, neue Merozoiten gebildet. Die daraus resultierende  [[Hämolyse]] ruft Fieberschübe hervor, da [[Toxin]]e freigesetzt werden. Ein Teil der Merozoiten wächst nicht zu Schizonten heran, sondern differenziert sich zu sich Geschlechtszellen, die bei einem erneutem Stich in den Darm der Mücke gelangen und hier befruchtet werden. Die befruchtete Eizelle vermehrt sich und durch mehrfache Zellteilungen enstehen bis zu 10.000 Sporozoiten, die in die Speicheldrüse der Mücke gelangen und durch einen Stich wieder auf einen Menschen übertragen werden.
+
 
 +
==Übertragung==
 +
Überträger des Erregers der Malaria sind die Weibchen der Anopheles-Mücke. Durch ihren Stich werden die Malariaerreger in Form von [[Sporozoit]]en übertragen und dringen in das [[Leber]]gewebe ein. Sie entwickeln sich innerhalb von 5 bis 14 Tagen in den [[Hepatozyt]]en zu [[Schizont]]en und zerfallen später zu [[Merozoit]]en. Diese treten aus dem Lebergewebe in das  
 +
[[Blut]] über und befallen die [[Erythrozyt]]en. Hier werden über einen  
 +
Zwischenschritt, dem [[Schizont|Blutschizont]]en, neue Merozoiten gebildet. Die daraus resultierende  [[Hämolyse]] ruft Fieberschübe hervor, da [[Toxin]]e freigesetzt werden.  
 +
 
 +
Ein Teil der Merozoiten wächst nicht zu Schizonten heran, sondern differenziert sich zu Geschlechtszellen, die bei einem erneutem Stich in den Darm der Mücke gelangen und hier befruchtet werden. Die befruchtete [[Eizelle]] vermehrt sich und durch mehrfache [[Zellteilung]]en enstehen bis zu 10.000 Sporozoiten, die in die Speicheldrüse der Mücke gelangen und durch einen Stich wieder auf einen Menschen übertragen werden.
 +
 
 +
Neben der üblichen Infektion durch Mückenstiche kommen Übertragungen von Mensch zu Mensch durch Blutkontakt vor, zum Beispiel durch Nadelstichverletzungen oder Blutkontakt auf verletzten Hautpartien. Diese Infektionsform ist selten. Die [[Inkubationszeit]] kann gegenüber dem typischen Infektionsweg kürzer sein. Die Diagnose wird häufig spät gestellt, da eine typische [[Reiseanamnese]] fehlt.
 +
 
 +
<dcmedia id="CkTc1cdouZBcWuTyglp0ig" view="max" />
  
 
==Inkubationszeit==
 
==Inkubationszeit==
Ab der Infektion durch einen Mückenstich bis zum Auftreten der ersten Symptome vergehen mindestens 6 Tage, gelegentlich aber auch Wochen bis Monate.
+
Ab der Infektion durch einen Mückenstich bis zum Auftreten der ersten [[Symptom]]e vergehen mindestens 6 Tage, gelegentlich aber auch Wochen bis Monate.  
  
==Symptome==
+
{|
Die Krankheit beginnt mit plötzlich hohem Fieber, begleitet von Schüttelfrost, Schweißausbrüchen, starken Kopf- und Gliederschmerzen, gelegentlich auch Durchfall. Diese Symptome können allerdings auch bei einer Grippe oder anderen Infektionskrankheiten auftreten, so dass erst die periodisch auftretenden Fieberschübe einen Hinweis auf die Erkrankung geben. Dieses Symptom kann allerdings nur zu Diagnosezwecken bei der Malaria tertiana und Malaria quartana helfen, da bei der Malaria tropica die Fieberschübe unregelmäßig sind. Eine sichere Diagnose bietet erst der mikroskopische Nachweis von Erregern im Blut ([[dicker Tropfen]]).
+
|-
 +
! '''Erreger'''
 +
! '''Inkubationszeit'''
 +
! '''Hypnozoitenbildung'''<sup>*</sup>
 +
|-
 +
| P. falciparum
 +
| 7 bis 14 Tage
 +
| nein
 +
|-
 +
| P. vivax
 +
| 10 bis 20 Tage
 +
| ja
 +
|-
 +
| P. ovale
 +
| 10 bis 20 Tage
 +
| ja
 +
|-
 +
| P. malariae
 +
| 20 bis 40 tage
 +
| nein
 +
|}
 +
<sup>*</sup>Bei Plasmodium vivax bzw. Plasmodium ovale verbleiben einige Leberschizonten als einzellige [[Hypnozoit]]en in einer mehrmonatigen oder mehrjährigen Ruhephase. Aus den Hypnozoiten können sich jederzeit Merozoiten entwickeln, die wiederum die Erythrozyten befallen, wodurch ein [[Rezidiv]] ensteht.
  
==Arten der Malaria==
+
==Malariaformen==
 
Je nach Erreger werden drei Arten der Malaria unterschieden:
 
Je nach Erreger werden drei Arten der Malaria unterschieden:
* Malaria quartana: Diese Malariaerkrankung gilt als die mildeste Form der Malaria und geht mit Fieberschüben alle 72 Stunden einher. [[Plasmodium malariae]] ist der Erreger dieser Malariaform.
+
* [[Malaria quartana]]: Diese Malariaerkrankung gilt als die mildeste Form der Malaria und geht mit Fieberschüben alle 72 Stunden einher. [[Plasmodium malariae]] ist der Erreger dieser Malariaform.
* Malaria tertiana: Die Fieberschübe treten alle 48 Stunden auf. Sie ist nur in seltenen Fällen tödlich. Sie wird vom [[Plasmodium vivax]] und [[Plasmodium ovale]] übertragen.
+
* [[Malaria tertiana]]: Die Fieberschübe treten alle 48 Stunden auf. Sie ist nur in seltenen Fällen tödlich. Sie wird vom [[Plasmodium vivax]] und [[Plasmodium ovale]] übertragen.
* Malaria tropica: Die Malaria tropica gilt als die gefährlichste der Malariaerkrankungen. Typisch ist das unregelmäßige Auftreten von Fieberschüben, so dass sie häufig zu spät erkannt und behandelt wird. Unbehandelt führt sie in ca. 30 % der Fälle zum Tod. Als ihr Erreger gilt [[Plasmodium falciparum]].
+
* [[Malaria tropica]]: Die Malaria tropica gilt als die gefährlichste der Malariaerkrankungen. Typisch ist das unregelmäßige Auftreten von Fieberschüben, sodass sie häufig zu spät erkannt und behandelt wird. Unbehandelt führt sie in ca. 30 % der Fälle zum Tod. Als ihr Erreger gilt [[Plasmodium falciparum]].
 +
 
 +
Keine eigene Malariaform ist die so genannte [[Flughafenmalaria]], die wegen ihrer besonderen Ätiologie einen eigenen Namen erhalten hat.
 +
 
 +
==Symptome==
 +
Die Krankheit beginnt mit plötzlich hohem Fieber, begleitet von [[Schüttelfrost]], [[Schweißausbruch|Schweißausbrüchen]], starken [[Kopfschmerz|Kopf]]- und [[Gliederschmerz]]en, gelegentlich auch [[Durchfall]]. Diese Symptome können allerdings auch bei einer [[Grippe]] oder anderen Infektionskrankheiten auftreten, sodass erst die periodisch auftretenden Fieberschübe einen Hinweis auf die Erkrankung geben. Dieses Symptom kann allerdings nur zu Diagnosezwecken bei der Malaria tertiana und Malaria quartana helfen, da bei der Malaria tropica die Fieberschübe unregelmäßig sind.
 +
 
 +
Idealisierter Fieberverlauf der unterschiedlichen Malariaformen:
 +
 
 +
{|
 +
|-
 +
! '''Malariatyp'''
 +
! '''Erreger'''
 +
! '''Typischer Fieberrhythmus'''
 +
|-
 +
| M. tropica
 +
| P. falciparum
 +
| unregelmäßig
 +
|-
 +
| M. quartana
 +
| P. malariae
 +
| Fieber für ca. 72 h, dann 48 h fieberfreies Intervall
 +
|-
 +
| M. tertiana
 +
| P. vivax u. P. ovale
 +
| Fieber für ca. 48 h, dann 24 h fieberfreies Intervall
 +
|}
 +
 
 +
===Unkomplizierte Malaria===
 +
* Nur 1 bis 5 % der Erythrozyten sind parasitär befallen
 +
* Initial grippeähnliche Symptome (Cave!: Häufiger Grund für eine Fehldiagnose)
 +
* Starke Kopfschmerzen
 +
* Untypisches Fieber (nur selten wie im Lehrbuch)
 +
* Symptome einer [[Bronchitis]]
 +
* [[Bauchschmerz]]en
 +
* Diarrhoe
 +
* [[Ikterus]]
 +
* Schüttelfrost
 +
* [[Splenomegalie]] (ab 2. Woche)
 +
 
 +
===Komplizierte Malaria===
 +
* Über 5 % Erythrozyten sind befallen
 +
* [[Bewusstseinstrübung]]
 +
* [[Krampfanfall|Krampfanfälle]] ([[zerebral]]e Malaria)
 +
* [[normozytär]]e [[Anämie]] ([[Hämolyse]])
 +
* [[Niereninsuffizienz]]
 +
* [[Hypoglykämie]]
 +
* [[Disseminierte intravasale Koagulopathie]]
 +
* [[Schock]]
 +
* [[Lungenödem]]
 +
* [[Hyperpyrexie]]
 +
* [[Hämoglobinurie]]
 +
 
 +
===Atypische Verläufe===
 +
Nach einer Infektion bei vorheriger Einnahme einer [[Prophylaxe]] sind [[aberrant]]e Verläufe möglich. Rezidive können noch Jahre nach einer Erstinfektion auftreten.
 +
 
 +
==Histopathologie==
 +
<dceasyzoom id="7e2de84f25eb452e9182e3c8783ac8fd" />
 +
 
 +
==Diagnose==
 +
===Anamnese===
 +
Bei allen Rückkehrern aus den Tropen ist bei fieberhaften Erkrankungen Malaria die erste [[Verdachtsdiagnose]]. Wegweisend ist die Reiseanamnese und die Frage nach Einhaltung der Malariaprophylaxe (siehe unten). Einschränkende Angaben wie der Hinweis, in Großstädten oder Feriendomizilen komme in dem bereisten Land keine Malaria vor, sind unzuverlässig.
 +
 
 +
===Mikroskopischer Nachweis===
 +
Eine sichere Diagnose bietet allein der [[mikroskop]]ische Nachweis von Erregern im Blut ([[Goldstandard]]). Dabei dient der [[Dicker Tropfen|Dicke Tropfen]] zur allgemeinen Verifikation einer Malaria und im Anschluss erlaubt erst der dünne [[Blutausstrich]] die Diagnose der speziellen Form der Malaria durch die Identifikation des Erregers, die nur in fixierten und intakten [[Erythrozyt]]en möglich ist.
 +
 
 +
* Plasmodium falciparum: Häufig findet sich bei Plasmodium falciparum ein Mehrfachbefall der [[Erythrozyten]] mit randständigen Ringformen (junge [[Trophozoit]]en). Typischerweise befinden sich keine älteren Throphozoiten im peripheren Blut, es sei denn der Patient macht derzeit eine schwere Infektion durch. Ein weiteres charakteristisches Merkmal für Plasmodium falciparum sind die bananenförmigen [[Mikrogametozyt|Mikro]]- und [[Makrogametozyt]]en. Gelegentlich findet sich eine [[Maurer'sche Fleckung]].
 +
* Plasmodium vivax: Hier sind die Erythrozyten vergrößert und [[hypochrom]], außerdem findet selten ein Mehrfachbefall mit Plasmodium vivax statt. Zusätzlich ist im [[Zytoplasma]] der Erythrozyten eine [[Schüffnersche Tüpfelung]] zu finden.
 +
* Plasmodium ovale: Wenn Erythrozyten von Plasmodium ovale befallen sind, sind sie vergrößert und zusätzlich mehr oder weniger stark deformiert. Durch die Deformation sehen die Erythrozyten aus wie "Sternschnuppen". In der Regel liegt bei einer Infektion mit Plasmodium ovale kein Mehrfachbefall vor. Ein weiteres wichtiges Merkmal um Plasmodium ovale zu erkennen, ist die hohe Anzahl von Erythrozyten mit Schüffnerscher Tüpfelung im Zytoplasma.
 +
* Plasmodium malariae: Beim Befall mit Plasmodium malariae blieben die Erythrozyten [[normozytär]]. Auch hier ist ein Mehrfachbefall von Erythrozyten unwahrscheinlich. Typisch ist, dass sich Schizonten zeigen, die 6-12 [[Merozoit]]en in sich haben. Diese Merozoiten lagern sich manchmal rosettenförmig aneinander, was der Form eines "Gänseblümchen" ähnelt.
 +
 
 +
===Schnellteste===
 +
Wegen ihrer schnellen Verfügbarkeit sind auch [[Antigen]]-sensible, [[Immunchromatographie|immunchromatografische]] [[Malaria-Schnelltest|Schnelltest]]s weit verbreitet. Die Testung wird meist mit Blut vorgenommen, es ist aber seit 2015 auch ein [[Urintest]] ([[Urine Malaria Test]], UMT) verfügbar. Dabei ist zu beachten, dass bei einem positiven Befund meist die unverzügliche Therapie mit entsprechenden Medikamenten (s.u.) angezeigt ist. Ein negatives Ergebnis jedoch verlangt weiterhin nach einer mikroskopischen Untersuchung eines Blutausstrichs, da die "Rapid Tests" in ihrer [[Sensitivität]] eingeschränkt sind und falsch negative Befunde liefern können.
 +
 
 +
===Antikörpernachweis===
 +
Der [[Antikörpernachweis]] ist nicht für die Akutdiagnostik geeignet, da in den ersten zwei Wochen der Infektion die [[Antikörper]] i.d.R. negativ sind. Danach ist ein [[Titer]]anstieg zu erwarten. Zur Bestimmung der Antikörper wird 1 ml [[EDTA]]-[[Plasma]] oder [[Serum]] benötigt. Die Normwerte liegen für [[IgG]]-Titer ≤ 1:40 und für [[IgM]]-Titer ≤ 1:20. Hohe IgG-Titer und/oder nachweisbare IgM-Titer sind verdächtig auf eine frische Infektion. Im Gegensatz zum mikroskopischen Nachweis ist der Test auch in der Phase ohne [[Parasitämie]] positiv. [[Kreuzreaktion]]en zwischen den Antikörpern der verschiedenen Spezies sind üblich, daher ist eine Speziesdiagnose nur mikroskopisch oder per [[PCR]] möglich.
 +
 
 +
===Hinweis===
 +
Bei negativem Befund und weiter bestehendem klinischen bzw. anamnestischen Verdacht, sollte die Blutentnahme eventuell mehrmals (während des Fieberanstiegs) wiederholt werden.
 +
Eine ungünstige Abnahmezeit, eine [[Antibiotika]]therapie und/oder eine vorausgegangene Malariaprophylaxe können die Diagnose aufgrund der in solchen Fällen geringen Zahl von Plasmodien im Blut erschweren.
 +
 
 +
Um [[falsch negativ]]e Befunde zu vermeiden, sollte grundsätzlich eine Untersuchung auf Malariaantikörper angeschlossen werden. In seltenen Fällen kann auch ohne entsprechende Reiseanamnese eine Malaria auftreten (z.B. "Flughafen-Malaria"). Ein nicht auszuräumender klinischer bzw. anamnestischer Verdacht auf eine Malaria - insbesondere bei Verdacht auf komplizierten Verlauf - muss ggf. auch bei negativem Plasmodiennachweis und negativem Antikörpernachweis therapiert werden. Bei verzögerter Therapie hat die Malaria tropica eine hohe [[Letalität]]. Im Zweifel sollte immer Rücksprache mit einem [[Tropeninstitut]] gehalten werden.
  
 
==Therapie==
 
==Therapie==
Sollte die Diagnose Malaria gestellt werden, so ist umgehend eine medikamentöse Behandlung erforderlich, die in der Regel stationär erfolgt. Zu den bei Malaria eingesetzten Medikamenten zählen u.a.  
+
Sollte die Diagnose Malaria gestellt werden, so ist umgehend eine medikamentöse Behandlung erforderlich, die in der Regel stationär erfolgt. Bei der Malariatherapie unterscheidet man dabei zwei Behandlungsansätze:
* [[Chloroquin]]
+
* Radikale Heilung ("radical cure"): Vollständige Elimination der Erreger, incl. ruhender Plasmodien-Stadien ([[Hypnozoit]]en)
* [[Chinin]]
+
* Klinische Heilung ("clinical cure"): Symptombeseitigung ohne vollständige Elimination der Erreger
* [[Mefloquin]]
+
 
* [[Halofantrin]]
+
Zu den bei Malaria eingesetzten Medikamenten zählen u.a.:
* [[Proguanil]]
+
* [[Artemisinin]]-Derivate
* [[Atovaquon]]
+
** [[Arteether]]
* [[Doxycyclin]]
+
** [[Artemether]]
In vielen Malariagebieten haben sich Resistenzen gegen häufig eingesetzte Medikamente wie z.B. Chloroquin gebildet. Diese Chemotherapeutika bleiben dann wirkungslos.
+
** [[Artesunat]]
 +
* [[Arylaminoalkohol]]e
 +
** [[Chinin]]
 +
** [[Chinidin]]
 +
** [[Halofantrin]]
 +
** [[Lumefantrin]]
 +
** [[Mefloquin]]
 +
* [[4-Aminochinolin]]e
 +
** [[Chloroquin]]
 +
** [[Amodiaquin]]
 +
* [[8-Aminochinolin]]e
 +
** [[Primaquin]]
 +
** [[Tafenoquin]]
 +
* [[Diaminopyrimidin]]e
 +
** [[Pyrimethamin]]
 +
* [[Biguanide]]
 +
** [[Proguanil]]
 +
* [[Antibiotika]]
 +
** [[Doxycyclin]]
 +
* Sonstige
 +
** [[Atovaquon]]
 +
In vielen Malariagebieten haben sich [[Resistenz]]en gegen häufig eingesetzte Medikamente wie z.B. Chloroquin gebildet. Diese [[Chemotherapeutikum|Chemotherapeutika]] bleiben dann wirkungslos. Bei den neueren Malaria-Medikamenten werden aus diesem Grund häufig zwei unterschiedliche Wirkstoffe miteinander kombiniert, z.B. Artemether-Lumefantrin oder Artesunat-Amodiaquin.
  
 
==Prophylaxe==
 
==Prophylaxe==
Zur Zeit (2004) gibt es noch keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Malariaerkrankung.  
+
Zur Zeit (2021) gibt es noch keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Malariaerkrankung.
 +
 
 +
===Chemoprophylaxe===
 +
Bei einer Reise in ein malariagefährdetes Gebiet ist die Einnahme von Malaria-Medikamenten die Methode der Wahl. Die Auswahl des geeigneten Medikaments ist dabei abhängig von der vorherrschenden Art und der lokalen Resistenzsituation der Erreger. Das früher als Standardmedikament eingesetzte Chloroquin ist z.B. überall dort, wo heute Plasmodium falciparum dominiert, weitgehend wirkungslos. Das gleiche gilt in Gebieten mit Multiresistenz für Mefloquin. Alternativ kann die Kombination Proguanil/Atovaquon sowie [[off label]] Doxycyclin eingesetzt werden.
 +
 
 +
Je nach Art und Dauer der Reise kommt eine medikamentöse [[Chemoprophylaxe]] über die gesamte Länge des Aufenthalts und/oder die Mitnahme einer [[Stand-by-Medikation]] für Notfälle in Betracht.
 +
 
 +
Einzelheiten und Dauer der Einnahme können den Beipackzetteln und den Empfehlungen der [[tropenmedizinsches Institut|tropenmedizinischen Institute]] entnommen werden.
 +
 
 +
===Expositionsprophylaxe===
 +
Eine Verminderung der Infektionsrisikos kann durch Maßnahmen erreicht werden, die vor Mückenstichen schützen. Sie werden unter dem Begriff [[Expositionsprophylaxe]] zusammen gefasst. Dazu zählen in erster Linie Insektenschutzmttel ([[Repellent]]s). Zusätzlich werden [[Moskitonetz]]e empfohlen. In den Abend- und Nachtstunden kann das Tragen von heller Kleidung, die Arme und Beine bedeckt, das Risiko von Stichen deutlich verringern.
 +
 
 +
===Immunisierung===
 +
In Europa sind derzeit (2021) noch keine Impfstoffe gegen Malaria zugelassen. Es gibt jedoch klinische Prüfungen mit Vakzinen, die auf [[DNA]]-Fragmenten oder [[rekombinant]]en Proteinen von Plasmodium falciparum basieren. Zum Teil werden diese Impfstoffe in [[Endemiegebiet]]en bereits an Freiwilligen getestet. In einer klinischen Studie mit dem Impfstoff [[RTS,S/AS02A]], an der mehr als 2.000 Kinder im Alter zwischen 1 und 4 Jahren teilnahmen, konnte das Risiko von Fieberschüben und die Schwere der Erkrankung signifikant reduziert werden.<ref> Alonso PL, Sacarlal J et al.:[https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(04)17223-1/fulltext Efficacy of the RTS,S/AS02A vaccine against Plasmodium falciparum infection and disease in young African children: randomised controlled trial.] 2004; 364: 1411-1420</ref> Der Hersteller [[GlaxoSmithKline]] hat 2014 einen Antrag auf Zulassung des Impfstoffs RTS,S bei der [[EMA]] eingereicht.
 +
 
 +
Eine weitere [[doppelblind]]e Studie aus dem Jahr 2007 mit 214 Kindern in Mosambik zeigte eine 65%ige Reduktion von Malaria-Infektionen nach Impfung mit der Vakzine [[RTS,S/AS02D]].<ref>
 +
Aponte JJ, Aide P et al.: [https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(07)61542-6/fulltext Safety of the RTS,S/AS02D candidate malaria vaccine in infants living in a highly endemic area of Mozambique: a double blind randomised controlled phase I/IIb trial.] Lancet. 2007 Nov 3;370(9598):1543-51. Epub 2007 Oct 18.</ref>
 +
 
 +
Eine weitere mögliche Prophylaxe-Variante ist die Impfung mit [[gentechnisch]] veränderten [[Viren]], die das ''Plasmodium falciparum antigen upregulated in infective sporozoites 3'' (PfUIS3) enthalten. Aufgrund von vielversprechenden Erfolgen in Tierversuchen, sehen die daran beteiligten Wissenschaftler diesen Faktor als potentiell interessant für Multiantigen-Impfungen.<ref>
 +
Longley RJ, Halbroth BR, Salman AM, Ewer KJ, Hodgson SH, Janse CJ, Khan SM, Hill AV, Spencer AJ: [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5328496/ Assessment of the Plasmodium falciparum Preerythrocytic Antigen UIS3 as a Potential Candidate for a Malaria Vaccine.] Infect Immun. 2017 Feb 23;85(3). pii: e00641-16. doi: 10.1128/IAI.00641-16</ref>
  
In Europa sind keine Impfstoffe gegen Malaria zugelassen. Es gibt jedoch klinische Prüfungen mit Vakzinen, die auf [[DNA]]-Fragmenten von Plasmodium falciparum basieren. Zum Teil werden diese Impfstoffe in [[Endemiegebiet]]en bereits an Freiwilligen getestet. In einer klinischen Studie mit dem Impfstoff [[RTS,S/AS02A]], an der mehr als 2.000 Kinder im Alter zwischen 1 und 4 Jahren teilnahmen, konnte das Risiko von Fieberschüben und die Schwere der Erkrankung signifikant reduziert werden (1).
+
Als möglicher Verstärker einer Impfung wird die Gabe von [[rekombinant]]em [[PfSEA-1]] diskutiert. PfSEA-1 ist ein Protein, das von Erythrozyten gebildet wird, die mit Schizonten infiziert sind. Es ermöglicht den Erregern das Verlassen der Erythrozyten. Durch Gabe von rekombinantem PfSEA-1 konnte im Tierexperiment die [[Parasitämie]] und die [[Mortalität|Spätmortalität]] bei einer Infektion mit Plasmodium falciparum deutlich reduziert werden. Bei Kindern, die mit rekombinantem PfSEA-1 immunisiert wurden, traten keine schweren Malariaverläufe mehr auf.<ref>Dipak K. Raj et al.:[http://www.sciencemag.org/content/344/6186/871 Antibodies to PfSEA-1 block parasite egress from RBCs and protect against malaria infection] Science 23 May 2014: Vol. 344 no. 6186 pp. 871-877 DOI: 10.1126</ref>
  
Bei einer Reise in ein malariagefährdetes Gebiet ist die Einnahme von Malaria-Medikamenten die Methode der Wahl. Je nach Art und Dauer der Reise kommt eine medikamentöse [[Chemoprophylaxe]] über die gesamte Länge des Aufenthalts und/oder die Mitnahme einer [[Stand-by-Medikation]] für Notfälle in Betracht. Einzelheiten und Dauer der Einnahme können den Beipackzetteln und den Empfehlungen der [[tropenmedizinsches Institut|tropenmedizinischen Institute]] entnommen werden.
+
===Natürliche Immunität===
 +
Bewohner in Endemiegebieten erwerben im Verlauf mehrerer Jahre eine Teilimmunität, die ein abgeschwächtes Krankheitsbild bewirkt, nicht jedoch die Infektion verhindert. Angeborene Schutzfaktoren sind zum Beispiel:
 +
*Genetisch bedingte [[Hämoglobinopathie]]n. Die Hämoglobinopathien schützen durch verminderte Erythrozytenresistenz vor massiven Parasitämien und vermindern die Letalität:
 +
**[[Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel ]]  
 +
**[[Thalassämie]]
 +
**[[Sichelzellanämie]]
 +
*Fehlendes [[Duffy-Antigen]] (Schutz gegen P. vivax)
  
Eine Verminderung der Infektionsrisikos kann durch Massnahmen erreicht werden, die vor Mückenstichen schützen. Sie werden unter dem Begriff [[Expositionsprophylaxe]] zusammen gefasst. Dazu zählen in erster Linie Insektenschutzmttel ([[Repellent]]s). Zusätzlich werden [[Moskitonetz]]e empfohlen. In den Abend- und Nachtstunden kann das Tragen von heller Kleidung, die Arme und Beine bedeckt, das Risiko von Stichen deutlich verringern.
+
===Vektorkontrolle===
 +
Seit den 50er Jahren wird versucht, die übertragenden Anopheles-Mücken in den Endemiegebieten mit DDT und anderen [[Insektizid]]en zu dezimieren. Der Erfolg dieser Maßnahmen wird ebenso kontrovers diskutiert, wie die potentielle Umweltbelastung durch die breitflächige Ausbringung dieser Substanzen. Andere Ansätze der Vektorkontrolle basieren auf [[Pilz]]en, mit denen die Mücken infiziert werden können. Dazu zählen u.a. [[Beauveria bassiana]] und [[Metarhizium anisopliae]]. Diese Erreger sind für den Menschen ungefährlich und können ggf. zu einer biologisch verträglicheren Kontrolle der Malaria-Überträger eingesetzt werden.
  
==Besonderheiten==
+
==Meldepflicht==
Nach dem Infektionsschutzgesetz ist die Malariaerkrankung meldepflichtig.
+
Nach §7 des [[Infektionsschutzgesetz]]es (IfSG) ist eine Malariaerkrankung [[meldepflichtig]].
  
 
==Quellen==
 
==Quellen==
(1) [http://www.thelancet.com The Lancet 2004; 364: 1411-1420]
+
<references/>
  
 
==Websites==
 
==Websites==
[http://www.rki.de Robert-Koch Institut]<BR>
+
*[https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Malaria.html Robert-Koch Institut]
[http://www.dtg.mwn.de/ Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin]<BR>
+
*[http://www.dtg.mwn.de/ Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin]
[http://www.fit-for-travel.de Fit for Travel]
+
*[https://www.fit-for-travel.de/krankheiten-a-z/malaria/ Fit for Travel]
 +
*Laborlexikon.de; abgerufen am 26.03.2021
 +
[[Fachgebiet:Allgemeinmedizin]]
 +
[[Fachgebiet:Labormedizin]]
 +
[[Fachgebiet:Tropenmedizin]]
 +
[[Tag:Fieber]]
 +
[[Tag:Infektionskrankheit]]
 +
[[Tag:Malaria]]
 +
[[Tag:Meldepflicht]]
 +
[[Tag:Mücken]]
 +
[[Tag:Reisemedizin]]
 +
[[Tag:Tropenkrankheit]]

Aktuelle Version vom 12. April 2021, 17:46 Uhr

von italienisch: mala aria - schlechte Luft
Synonyme: Sumpffieber, Wechselfieber
Englisch: malaria

1 Definition

Die Malaria ist eine Tropenkrankheit, die von einzelligen Parasiten, den Plasmodien, hervorgerufen wird. Die Erreger werden durch den Stich der Anopheles-Mücke auf den Menschen übertragen. Das typische Symptom einer Malariainfektion sind Fieberschübe, die bei einigen Malariaformen rhythmisch auftreten können.

2 ICD-Codes

ICD-10-Codes:

  • B50.-: Malaria tropica durch Plasmodium falciparum
    • B50.0: Malaria tropica mit zerebralen Komplikationen
    • B50.8: Sonstige schwere Formen oder Komplikationen der Malaria tropica
    • B50.9: Malaria tropica, nicht näher bezeichnet
  • B51.-: Malaria tertiana durch Plasmodium vivax
    • B51.0: Malaria tertiana mit Milzruptur
    • B51.8: Malaria tertiana mit sonstigen Komplikationen
    • B51.9: Malaria tertiana ohne Komplikation
  • B52.-: Malaria quartana durch Plasmodium malariae
    • B52.0:Malaria quartana mit Nephropathie
    • B52.8:Malaria quartana mit sonstigen Komplikationen
    • B52.9: Malaria quartana ohne Komplikation
  • B53.-: Sonstige parasitologisch bestätigte Malaria
    • B53.0: Malaria durch Plasmodium ovale
    • B53.1: Malaria durch Affen-Plasmodien
    • B53.8: Sonstige parasitologisch bestätigte Malaria, anderenorts nicht klassifiziert
  • B54: Malaria, nicht näher bezeichnet

3 Epidemiologie

Malaria ist die häufigste Tropenkrankheit. An ihr erkranken jährlich ca. 220 Millionen Menschen, mehr als 440.000 Menschen sterben pro Jahr an dieser Erkrankung (WHO 2017). Besonders betroffen sind Gebiete in Afrika südlich der Sahara bis zum Norden Südafrikas (ca. 90 Prozent). Zu den gefährdeten Gebieten in Asien zählen große Teile Indiens, die Grenzgebiete von Thailand nach Myanmar (Burma), Laos und Kambodscha sowie Papua-Neuguinea und Umgebung mit den Nachbarinseln Timor und den Solomonen. In Südamerika sind Teile Brasiliens betroffen und zwar die drei Regionen Rodonia, Acre und Roraima.

Allerdings ist diese Auswahl an Risikogebieten nicht vollständig. Es gilt der Grundsatz, dass die Malaria überall dort als Endemie angetroffen werden kann, wo eine Kombination aus Meereshöhe, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Brutmöglichkeiten in den (Sub-)Tropen ein Biotop für die Anopheles-Mücken bieten.

In Deutschland werden jährlich ca. 800 bis 1000 Fälle gemeldet. Dabei sind die meisten Betroffenen zwischen 20 und 30 Jahre alt und der Nachweis erfolgt nach einer Reiserückkehr.

4 Übertragung

Überträger des Erregers der Malaria sind die Weibchen der Anopheles-Mücke. Durch ihren Stich werden die Malariaerreger in Form von Sporozoiten übertragen und dringen in das Lebergewebe ein. Sie entwickeln sich innerhalb von 5 bis 14 Tagen in den Hepatozyten zu Schizonten und zerfallen später zu Merozoiten. Diese treten aus dem Lebergewebe in das Blut über und befallen die Erythrozyten. Hier werden über einen Zwischenschritt, dem Blutschizonten, neue Merozoiten gebildet. Die daraus resultierende Hämolyse ruft Fieberschübe hervor, da Toxine freigesetzt werden.

Ein Teil der Merozoiten wächst nicht zu Schizonten heran, sondern differenziert sich zu Geschlechtszellen, die bei einem erneutem Stich in den Darm der Mücke gelangen und hier befruchtet werden. Die befruchtete Eizelle vermehrt sich und durch mehrfache Zellteilungen enstehen bis zu 10.000 Sporozoiten, die in die Speicheldrüse der Mücke gelangen und durch einen Stich wieder auf einen Menschen übertragen werden.

Neben der üblichen Infektion durch Mückenstiche kommen Übertragungen von Mensch zu Mensch durch Blutkontakt vor, zum Beispiel durch Nadelstichverletzungen oder Blutkontakt auf verletzten Hautpartien. Diese Infektionsform ist selten. Die Inkubationszeit kann gegenüber dem typischen Infektionsweg kürzer sein. Die Diagnose wird häufig spät gestellt, da eine typische Reiseanamnese fehlt.

5 Inkubationszeit

Ab der Infektion durch einen Mückenstich bis zum Auftreten der ersten Symptome vergehen mindestens 6 Tage, gelegentlich aber auch Wochen bis Monate.

Erreger Inkubationszeit Hypnozoitenbildung*
P. falciparum 7 bis 14 Tage nein
P. vivax 10 bis 20 Tage ja
P. ovale 10 bis 20 Tage ja
P. malariae 20 bis 40 tage nein

*Bei Plasmodium vivax bzw. Plasmodium ovale verbleiben einige Leberschizonten als einzellige Hypnozoiten in einer mehrmonatigen oder mehrjährigen Ruhephase. Aus den Hypnozoiten können sich jederzeit Merozoiten entwickeln, die wiederum die Erythrozyten befallen, wodurch ein Rezidiv ensteht.

6 Malariaformen

Je nach Erreger werden drei Arten der Malaria unterschieden:

  • Malaria quartana: Diese Malariaerkrankung gilt als die mildeste Form der Malaria und geht mit Fieberschüben alle 72 Stunden einher. Plasmodium malariae ist der Erreger dieser Malariaform.
  • Malaria tertiana: Die Fieberschübe treten alle 48 Stunden auf. Sie ist nur in seltenen Fällen tödlich. Sie wird vom Plasmodium vivax und Plasmodium ovale übertragen.
  • Malaria tropica: Die Malaria tropica gilt als die gefährlichste der Malariaerkrankungen. Typisch ist das unregelmäßige Auftreten von Fieberschüben, sodass sie häufig zu spät erkannt und behandelt wird. Unbehandelt führt sie in ca. 30 % der Fälle zum Tod. Als ihr Erreger gilt Plasmodium falciparum.

Keine eigene Malariaform ist die so genannte Flughafenmalaria, die wegen ihrer besonderen Ätiologie einen eigenen Namen erhalten hat.

7 Symptome

Die Krankheit beginnt mit plötzlich hohem Fieber, begleitet von Schüttelfrost, Schweißausbrüchen, starken Kopf- und Gliederschmerzen, gelegentlich auch Durchfall. Diese Symptome können allerdings auch bei einer Grippe oder anderen Infektionskrankheiten auftreten, sodass erst die periodisch auftretenden Fieberschübe einen Hinweis auf die Erkrankung geben. Dieses Symptom kann allerdings nur zu Diagnosezwecken bei der Malaria tertiana und Malaria quartana helfen, da bei der Malaria tropica die Fieberschübe unregelmäßig sind.

Idealisierter Fieberverlauf der unterschiedlichen Malariaformen:

Malariatyp Erreger Typischer Fieberrhythmus
M. tropica P. falciparum unregelmäßig
M. quartana P. malariae Fieber für ca. 72 h, dann 48 h fieberfreies Intervall
M. tertiana P. vivax u. P. ovale Fieber für ca. 48 h, dann 24 h fieberfreies Intervall

7.1 Unkomplizierte Malaria

  • Nur 1 bis 5 % der Erythrozyten sind parasitär befallen
  • Initial grippeähnliche Symptome (Cave!: Häufiger Grund für eine Fehldiagnose)
  • Starke Kopfschmerzen
  • Untypisches Fieber (nur selten wie im Lehrbuch)
  • Symptome einer Bronchitis
  • Bauchschmerzen
  • Diarrhoe
  • Ikterus
  • Schüttelfrost
  • Splenomegalie (ab 2. Woche)

7.2 Komplizierte Malaria

7.3 Atypische Verläufe

Nach einer Infektion bei vorheriger Einnahme einer Prophylaxe sind aberrante Verläufe möglich. Rezidive können noch Jahre nach einer Erstinfektion auftreten.

8 Histopathologie

9 Diagnose

9.1 Anamnese

Bei allen Rückkehrern aus den Tropen ist bei fieberhaften Erkrankungen Malaria die erste Verdachtsdiagnose. Wegweisend ist die Reiseanamnese und die Frage nach Einhaltung der Malariaprophylaxe (siehe unten). Einschränkende Angaben wie der Hinweis, in Großstädten oder Feriendomizilen komme in dem bereisten Land keine Malaria vor, sind unzuverlässig.

9.2 Mikroskopischer Nachweis

Eine sichere Diagnose bietet allein der mikroskopische Nachweis von Erregern im Blut (Goldstandard). Dabei dient der Dicke Tropfen zur allgemeinen Verifikation einer Malaria und im Anschluss erlaubt erst der dünne Blutausstrich die Diagnose der speziellen Form der Malaria durch die Identifikation des Erregers, die nur in fixierten und intakten Erythrozyten möglich ist.

  • Plasmodium falciparum: Häufig findet sich bei Plasmodium falciparum ein Mehrfachbefall der Erythrozyten mit randständigen Ringformen (junge Trophozoiten). Typischerweise befinden sich keine älteren Throphozoiten im peripheren Blut, es sei denn der Patient macht derzeit eine schwere Infektion durch. Ein weiteres charakteristisches Merkmal für Plasmodium falciparum sind die bananenförmigen Mikro- und Makrogametozyten. Gelegentlich findet sich eine Maurer'sche Fleckung.
  • Plasmodium vivax: Hier sind die Erythrozyten vergrößert und hypochrom, außerdem findet selten ein Mehrfachbefall mit Plasmodium vivax statt. Zusätzlich ist im Zytoplasma der Erythrozyten eine Schüffnersche Tüpfelung zu finden.
  • Plasmodium ovale: Wenn Erythrozyten von Plasmodium ovale befallen sind, sind sie vergrößert und zusätzlich mehr oder weniger stark deformiert. Durch die Deformation sehen die Erythrozyten aus wie "Sternschnuppen". In der Regel liegt bei einer Infektion mit Plasmodium ovale kein Mehrfachbefall vor. Ein weiteres wichtiges Merkmal um Plasmodium ovale zu erkennen, ist die hohe Anzahl von Erythrozyten mit Schüffnerscher Tüpfelung im Zytoplasma.
  • Plasmodium malariae: Beim Befall mit Plasmodium malariae blieben die Erythrozyten normozytär. Auch hier ist ein Mehrfachbefall von Erythrozyten unwahrscheinlich. Typisch ist, dass sich Schizonten zeigen, die 6-12 Merozoiten in sich haben. Diese Merozoiten lagern sich manchmal rosettenförmig aneinander, was der Form eines "Gänseblümchen" ähnelt.

9.3 Schnellteste

Wegen ihrer schnellen Verfügbarkeit sind auch Antigen-sensible, immunchromatografische Schnelltests weit verbreitet. Die Testung wird meist mit Blut vorgenommen, es ist aber seit 2015 auch ein Urintest (Urine Malaria Test, UMT) verfügbar. Dabei ist zu beachten, dass bei einem positiven Befund meist die unverzügliche Therapie mit entsprechenden Medikamenten (s.u.) angezeigt ist. Ein negatives Ergebnis jedoch verlangt weiterhin nach einer mikroskopischen Untersuchung eines Blutausstrichs, da die "Rapid Tests" in ihrer Sensitivität eingeschränkt sind und falsch negative Befunde liefern können.

9.4 Antikörpernachweis

Der Antikörpernachweis ist nicht für die Akutdiagnostik geeignet, da in den ersten zwei Wochen der Infektion die Antikörper i.d.R. negativ sind. Danach ist ein Titeranstieg zu erwarten. Zur Bestimmung der Antikörper wird 1 ml EDTA-Plasma oder Serum benötigt. Die Normwerte liegen für IgG-Titer ≤ 1:40 und für IgM-Titer ≤ 1:20. Hohe IgG-Titer und/oder nachweisbare IgM-Titer sind verdächtig auf eine frische Infektion. Im Gegensatz zum mikroskopischen Nachweis ist der Test auch in der Phase ohne Parasitämie positiv. Kreuzreaktionen zwischen den Antikörpern der verschiedenen Spezies sind üblich, daher ist eine Speziesdiagnose nur mikroskopisch oder per PCR möglich.

9.5 Hinweis

Bei negativem Befund und weiter bestehendem klinischen bzw. anamnestischen Verdacht, sollte die Blutentnahme eventuell mehrmals (während des Fieberanstiegs) wiederholt werden. Eine ungünstige Abnahmezeit, eine Antibiotikatherapie und/oder eine vorausgegangene Malariaprophylaxe können die Diagnose aufgrund der in solchen Fällen geringen Zahl von Plasmodien im Blut erschweren.

Um falsch negative Befunde zu vermeiden, sollte grundsätzlich eine Untersuchung auf Malariaantikörper angeschlossen werden. In seltenen Fällen kann auch ohne entsprechende Reiseanamnese eine Malaria auftreten (z.B. "Flughafen-Malaria"). Ein nicht auszuräumender klinischer bzw. anamnestischer Verdacht auf eine Malaria - insbesondere bei Verdacht auf komplizierten Verlauf - muss ggf. auch bei negativem Plasmodiennachweis und negativem Antikörpernachweis therapiert werden. Bei verzögerter Therapie hat die Malaria tropica eine hohe Letalität. Im Zweifel sollte immer Rücksprache mit einem Tropeninstitut gehalten werden.

10 Therapie

Sollte die Diagnose Malaria gestellt werden, so ist umgehend eine medikamentöse Behandlung erforderlich, die in der Regel stationär erfolgt. Bei der Malariatherapie unterscheidet man dabei zwei Behandlungsansätze:

  • Radikale Heilung ("radical cure"): Vollständige Elimination der Erreger, incl. ruhender Plasmodien-Stadien (Hypnozoiten)
  • Klinische Heilung ("clinical cure"): Symptombeseitigung ohne vollständige Elimination der Erreger

Zu den bei Malaria eingesetzten Medikamenten zählen u.a.:

In vielen Malariagebieten haben sich Resistenzen gegen häufig eingesetzte Medikamente wie z.B. Chloroquin gebildet. Diese Chemotherapeutika bleiben dann wirkungslos. Bei den neueren Malaria-Medikamenten werden aus diesem Grund häufig zwei unterschiedliche Wirkstoffe miteinander kombiniert, z.B. Artemether-Lumefantrin oder Artesunat-Amodiaquin.

11 Prophylaxe

Zur Zeit (2021) gibt es noch keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Malariaerkrankung.

11.1 Chemoprophylaxe

Bei einer Reise in ein malariagefährdetes Gebiet ist die Einnahme von Malaria-Medikamenten die Methode der Wahl. Die Auswahl des geeigneten Medikaments ist dabei abhängig von der vorherrschenden Art und der lokalen Resistenzsituation der Erreger. Das früher als Standardmedikament eingesetzte Chloroquin ist z.B. überall dort, wo heute Plasmodium falciparum dominiert, weitgehend wirkungslos. Das gleiche gilt in Gebieten mit Multiresistenz für Mefloquin. Alternativ kann die Kombination Proguanil/Atovaquon sowie off label Doxycyclin eingesetzt werden.

Je nach Art und Dauer der Reise kommt eine medikamentöse Chemoprophylaxe über die gesamte Länge des Aufenthalts und/oder die Mitnahme einer Stand-by-Medikation für Notfälle in Betracht.

Einzelheiten und Dauer der Einnahme können den Beipackzetteln und den Empfehlungen der tropenmedizinischen Institute entnommen werden.

11.2 Expositionsprophylaxe

Eine Verminderung der Infektionsrisikos kann durch Maßnahmen erreicht werden, die vor Mückenstichen schützen. Sie werden unter dem Begriff Expositionsprophylaxe zusammen gefasst. Dazu zählen in erster Linie Insektenschutzmttel (Repellents). Zusätzlich werden Moskitonetze empfohlen. In den Abend- und Nachtstunden kann das Tragen von heller Kleidung, die Arme und Beine bedeckt, das Risiko von Stichen deutlich verringern.

11.3 Immunisierung

In Europa sind derzeit (2021) noch keine Impfstoffe gegen Malaria zugelassen. Es gibt jedoch klinische Prüfungen mit Vakzinen, die auf DNA-Fragmenten oder rekombinanten Proteinen von Plasmodium falciparum basieren. Zum Teil werden diese Impfstoffe in Endemiegebieten bereits an Freiwilligen getestet. In einer klinischen Studie mit dem Impfstoff RTS,S/AS02A, an der mehr als 2.000 Kinder im Alter zwischen 1 und 4 Jahren teilnahmen, konnte das Risiko von Fieberschüben und die Schwere der Erkrankung signifikant reduziert werden.[1] Der Hersteller GlaxoSmithKline hat 2014 einen Antrag auf Zulassung des Impfstoffs RTS,S bei der EMA eingereicht.

Eine weitere doppelblinde Studie aus dem Jahr 2007 mit 214 Kindern in Mosambik zeigte eine 65%ige Reduktion von Malaria-Infektionen nach Impfung mit der Vakzine RTS,S/AS02D.[2]

Eine weitere mögliche Prophylaxe-Variante ist die Impfung mit gentechnisch veränderten Viren, die das Plasmodium falciparum antigen upregulated in infective sporozoites 3 (PfUIS3) enthalten. Aufgrund von vielversprechenden Erfolgen in Tierversuchen, sehen die daran beteiligten Wissenschaftler diesen Faktor als potentiell interessant für Multiantigen-Impfungen.[3]

Als möglicher Verstärker einer Impfung wird die Gabe von rekombinantem PfSEA-1 diskutiert. PfSEA-1 ist ein Protein, das von Erythrozyten gebildet wird, die mit Schizonten infiziert sind. Es ermöglicht den Erregern das Verlassen der Erythrozyten. Durch Gabe von rekombinantem PfSEA-1 konnte im Tierexperiment die Parasitämie und die Spätmortalität bei einer Infektion mit Plasmodium falciparum deutlich reduziert werden. Bei Kindern, die mit rekombinantem PfSEA-1 immunisiert wurden, traten keine schweren Malariaverläufe mehr auf.[4]

11.4 Natürliche Immunität

Bewohner in Endemiegebieten erwerben im Verlauf mehrerer Jahre eine Teilimmunität, die ein abgeschwächtes Krankheitsbild bewirkt, nicht jedoch die Infektion verhindert. Angeborene Schutzfaktoren sind zum Beispiel:

11.5 Vektorkontrolle

Seit den 50er Jahren wird versucht, die übertragenden Anopheles-Mücken in den Endemiegebieten mit DDT und anderen Insektiziden zu dezimieren. Der Erfolg dieser Maßnahmen wird ebenso kontrovers diskutiert, wie die potentielle Umweltbelastung durch die breitflächige Ausbringung dieser Substanzen. Andere Ansätze der Vektorkontrolle basieren auf Pilzen, mit denen die Mücken infiziert werden können. Dazu zählen u.a. Beauveria bassiana und Metarhizium anisopliae. Diese Erreger sind für den Menschen ungefährlich und können ggf. zu einer biologisch verträglicheren Kontrolle der Malaria-Überträger eingesetzt werden.

12 Meldepflicht

Nach §7 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) ist eine Malariaerkrankung meldepflichtig.

13 Quellen

  1. Alonso PL, Sacarlal J et al.:Efficacy of the RTS,S/AS02A vaccine against Plasmodium falciparum infection and disease in young African children: randomised controlled trial. 2004; 364: 1411-1420
  2. Aponte JJ, Aide P et al.: Safety of the RTS,S/AS02D candidate malaria vaccine in infants living in a highly endemic area of Mozambique: a double blind randomised controlled phase I/IIb trial. Lancet. 2007 Nov 3;370(9598):1543-51. Epub 2007 Oct 18.
  3. Longley RJ, Halbroth BR, Salman AM, Ewer KJ, Hodgson SH, Janse CJ, Khan SM, Hill AV, Spencer AJ: Assessment of the Plasmodium falciparum Preerythrocytic Antigen UIS3 as a Potential Candidate for a Malaria Vaccine. Infect Immun. 2017 Feb 23;85(3). pii: e00641-16. doi: 10.1128/IAI.00641-16
  4. Dipak K. Raj et al.:Antibodies to PfSEA-1 block parasite egress from RBCs and protect against malaria infection Science 23 May 2014: Vol. 344 no. 6186 pp. 871-877 DOI: 10.1126

14 Websites

Diese Seite wurde zuletzt am 12. April 2021 um 17:46 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

44 Wertungen (3.82 ø)

227.411 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: