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MHC-Klasse-I-Komplex: Unterschied zwischen den Versionen

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'''MHC-Klasse-I-Komplex''' ist ein spezieller [[Protein]]komplex, der von nahezu allen Zellen (inklusive [[Thrombocyten]]) an deren Oberfläche [[exprimiert]] wird. Nur von [[Erythrozyt]]en wird das Protein nicht exprimiert.
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'''MHC-Klasse-I-Komplex''' ist ein spezieller [[Protein]]komplex, der von nahezu allen Zellen (inklusive [[Thrombozyt]]en) an deren Oberfläche [[exprimiert]] wird. Nur von [[Erythrozyt]]en wird das Protein nicht exprimiert.
  
 
==Biochemie==
 
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Version vom 18. Juni 2017, 17:23 Uhr

Synonym: MHC-Klasse-I-Protein

1 Definition

MHC-Klasse-I-Komplex ist ein spezieller Proteinkomplex, der von nahezu allen Zellen (inklusive Thrombozyten) an deren Oberfläche exprimiert wird. Nur von Erythrozyten wird das Protein nicht exprimiert.

2 Biochemie

Die MHC-Klasse-I-Proteine besitzen - im Gegensatz zu den MHC-Klasse-II-Komplexen - nur eine größere membranverankerte Polypeptidkette (heavy chain, HC). Diese α-Untereinheit besteht aus drei Domänen (α1 bis α3), an die eine vierte Domäne, das lösliche β2-Mikroglobulin, angelagert ist. Die Domänen α1 und α2 bilden eine Grube, in der ein antigenes Peptid gebunden wird. MHC-Klasse-I-Proteine binden Peptide, die eine Länge von 8-10 Aminosäuren aufweisen.

3 Genetik

Der Großteil der MHC-Gene befindet sich auf dem kurzen Arm des Chromosoms 6 - mit Ausnahme des Gens für das β2-Mikroglobulin. Dieses ist auf Chromosom 15 lokalisiert. Zellen können verschiedene MHC-Klasse-I- und -II-Proteine bilden, jedoch ist die Zahl der alternativen MHC-Gene gering. Drei alternative Gene kodieren die Kette des MHC-Klasse-I-Proteins, hingegen werden die Ketten der MHC-Klasse-II-Proteine durch fünf alternative Sätze von α/β-Genen kodiert. Die zusätzlichen Alternativen ergeben sich aus der Möglichkeit, Gene des mütterlichen und väterlichen Chromosomensatzes zu kombinieren.

4 Klinik

Durch Vergleiche der Gensequenzen verschiedener Individuen konnte eine beachtliche Variabilität der Allele nachgewiesen werden. Aufgrund der Unterschiede in den Sequenzen der MHC-Proteine entstehen unterschiedliche Affinitäten und Spezifitäten der Proteine, die wesentlich zur Sensitivität gegenüber verschiedenen Krankheitserregern beitragen. So sind bestimmte MHC-Allele in der Abwehr verschiedener Erreger von Vor- bzw. Nachteil. Dementsprechend ist die Heterogenität der MHC-Gene in der Bevölkerung der wichtigste Grund, weshalb Gewebe eines Individuums vom Immunsystem eines anderen Individuums bei einer Transplantation als fremd erkannt und abgestoßen wird.

5 Literatur

  • "Duale Reihe Biochemie" - Joachim Rassow et. al., Thieme-Verlag, 3. Auflage

Fachgebiete: Biochemie, Immunologie

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