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Lymphknotentransplantation: Unterschied zwischen den Versionen

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==Definition==
Die '''Lymphknotentransplantation''' bzw. der freie mikrochirurgischer '''vaskularisierter  Lymphknotentransfer (VLKT)''' ist eine Innovation in der Mikrochirurgie zur Behandlung von Lymphödemen in den oberen sowie unteren Extremitäten. Dieses Verfahren ist beim primären und sekundären Lymphödem anwendbar.
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Die '''Lymphknotentransplantation''' ist eine [[Mikrochirurgie|mikrochirurgische]] Methode zur Behandlung von [[Lymphödem]]en in den oberen und unteren [[Extremität]]en. Das Verfahren ist sowohl beim primären als auch sekundären Lymphödem anwendbar.
  
 
==Verfahren==
 
==Verfahren==
Bei diesem technisch äußerst anspruchsvollen Verfahren werden aus der Leiste oder von der seitlichen Rumpfwand Lymphknoten bzw. sog. '''Lymphknoten-Pakete''' mit ihren eigenen '''Perforatoren''' (Arterie und Vene) entnommen und als freier Gewebetransfer zur betroffenen Extremität '''transferriert''' (Leiste, Axilla), indem die Lymphknotenpakete an die Gefäße der Leiste oder Axilla angeschlossen werden.
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Bei der Lymphknotentransplantation werden aus der [[Leiste]] oder von der seitlichen [[Rumpf|Rumpfwand]] [[Lymphknoten]] bzw. sogenannte Lymphknoten-Pakete mit ihren eigenen [[Perforator]]en ([[Arterie]] und [[Vene]]) entnommen. Sie werden als freier [[Gewebetransfer]] zur betroffenen Extremität transferriert ([[Leiste]], [[Axilla]]), indem die Lymphknotenpakete an die Gefäße der Leiste oder Axilla angeschlossen werden.  
  
Ein Anschluss der Lymphgefäße muss nicht erfolgen, da durch '''Lymphangiogenese''' langfristig aus den transplantierten Lymphknoten neue Lymphbahnen aussprossen, die die angestaute Lymphe wieder abtransportieren können. Gewebe- und Lymphflüssigkeit aus der Umgebung können zudem wie ein Schwamm von Lymphknoten aufgenommen werden, was zu einer zusätzlichen Umfangsreduktion der Beine bzw. Arme führt.
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Ein Anschluss der Lymphgefäße muss nicht erfolgen, da durch [[Lymphangiogenese]] langfristig aus den transplantierten Lymphknoten neue [[Lymphbahn]]en aussprossen, die die angestaute [[Lymphe]] abtransportieren können. Zudem nehmen die Lymphknoten Gewebe- und Lymphflüssigkeit aus der Umgebung auf, was zu einer zusätzlichen Umfangsreduktion der Beine bzw. Arme führt.  
  
Besteht ein Lymphödem des Armes nach Brustkrebs, kann die Lymphknotentransplantation aus der Leiste mit einer zeitgleichen Brusteigengewebsrekonstruktion aus Unterbauchfett (DIEP-Lappen) kombiniert werden.
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Besteht ein Lymphödem des Armes nach [[Brustkrebs]], kann die Lymphknotentransplantation aus der Leiste mit einer zeitgleichen [[autolog]]en [[Brustrekonstruktion]] aus Unterbauchfettgewebe ([[DIEP-Lappen]]) kombiniert werden.
  
== Ziel ==
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==Komplikationen==
Mit diesem Verfahren kann eine langfristige Umfangsreduktion von 60-80% erreicht werden und die Anzahl der Infekte signifikant senken. Die transplantierten Lymphknoten sind immunkompetent, so dass auch Infekte, bzw. Wundrosen (Erysipel)  weniger häufig auftreten.
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Bei der Lymphknotentransplantation ist postoperativ eine engmaschige Überwachung indiziert, um die [[Durchblutung]] bis Heilung zu überwachen. Infektionen bzw. Erysipele treten selten auf, da die Lymphknoten immunkompetent sind.

Version vom 27. August 2021, 14:49 Uhr

Synonyme: freier mikrochirurgischer vaskularisierter Lymphknotentransfer, VLKT
Englisch:vascularized lymh node transfer, VLNT

1 Definition

Die Lymphknotentransplantation ist eine mikrochirurgische Methode zur Behandlung von Lymphödemen in den oberen und unteren Extremitäten. Das Verfahren ist sowohl beim primären als auch sekundären Lymphödem anwendbar.

2 Verfahren

Bei der Lymphknotentransplantation werden aus der Leiste oder von der seitlichen Rumpfwand Lymphknoten bzw. sogenannte Lymphknoten-Pakete mit ihren eigenen Perforatoren (Arterie und Vene) entnommen. Sie werden als freier Gewebetransfer zur betroffenen Extremität transferriert (Leiste, Axilla), indem die Lymphknotenpakete an die Gefäße der Leiste oder Axilla angeschlossen werden.

Ein Anschluss der Lymphgefäße muss nicht erfolgen, da durch Lymphangiogenese langfristig aus den transplantierten Lymphknoten neue Lymphbahnen aussprossen, die die angestaute Lymphe abtransportieren können. Zudem nehmen die Lymphknoten Gewebe- und Lymphflüssigkeit aus der Umgebung auf, was zu einer zusätzlichen Umfangsreduktion der Beine bzw. Arme führt.

Besteht ein Lymphödem des Armes nach Brustkrebs, kann die Lymphknotentransplantation aus der Leiste mit einer zeitgleichen autologen Brustrekonstruktion aus Unterbauchfettgewebe (DIEP-Lappen) kombiniert werden.

3 Komplikationen

Bei der Lymphknotentransplantation ist postoperativ eine engmaschige Überwachung indiziert, um die Durchblutung bis Heilung zu überwachen. Infektionen bzw. Erysipele treten selten auf, da die Lymphknoten immunkompetent sind.

Diese Seite wurde zuletzt am 1. September 2021 um 11:52 Uhr bearbeitet.

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