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Lungendehnbarkeit: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Dehnbarkeit ist das Verhältnis aus [[Volumen]]änderung und korrespondierender [[Druck]]änderung. Man stelle sich einen elastischen Körper, zum Beispiel einen aufgeblasenen Ballon vor. Dieser hat sowohl ein definiertes Volumen, als auch einen daraus resultierenden definierten Druck. Bläst man nun weitere Luft in den Ballon, so ändert sich das Volumen und der Druck erhöht sich.
 
Die Dehnbarkeit ist das Verhältnis aus [[Volumen]]änderung und korrespondierender [[Druck]]änderung. Man stelle sich einen elastischen Körper, zum Beispiel einen aufgeblasenen Ballon vor. Dieser hat sowohl ein definiertes Volumen, als auch einen daraus resultierenden definierten Druck. Bläst man nun weitere Luft in den Ballon, so ändert sich das Volumen und der Druck erhöht sich.
Die grafische Darstellung der Druck-Volumen-Beziehung hat einen sigmoidalen (S-förmigen) Verlauf, welche die Compliance bzw. Dehnbarkeit charakterisiert. Hierbei ist die Steilheit der Geraden ein Maß der Dehnbarkeit.
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Die grafische Darstellung der Druck-Volumen-Beziehung ergibt eine Gerade, welche die Compliance bzw. Dehnbarkeit charakterisiert. Hierbei ist die Steilheit der Geraden ein Maß der Dehnbarkeit.
 
Je größer die Dehnbarkeit ist, umso geringer steigt der Druck bei einem bestimmten Füllvolumen.  
 
Je größer die Dehnbarkeit ist, umso geringer steigt der Druck bei einem bestimmten Füllvolumen.  
  

Version vom 18. Januar 2016, 17:39 Uhr

Synonyme: Lungencompliance, Compliance
Abkürzung: C
Englisch: compliance

1 Definition

Die Lungendehnbarkeit bzw. Lungencompliance ist eine physikalische Größe, welche die Compliance (Dehnbarkeit) der Lunge und damit ihre elastischen Eigenschaften beschreibt. Sie gibt Verhältnis von Veränderung des Lungenvolumens und der daraus resultierenden Druckveränderung in der Maßeinheit ml/mbar wieder.

2 Physikalische Grundlage

Die Dehnbarkeit ist das Verhältnis aus Volumenänderung und korrespondierender Druckänderung. Man stelle sich einen elastischen Körper, zum Beispiel einen aufgeblasenen Ballon vor. Dieser hat sowohl ein definiertes Volumen, als auch einen daraus resultierenden definierten Druck. Bläst man nun weitere Luft in den Ballon, so ändert sich das Volumen und der Druck erhöht sich. Die grafische Darstellung der Druck-Volumen-Beziehung ergibt eine Gerade, welche die Compliance bzw. Dehnbarkeit charakterisiert. Hierbei ist die Steilheit der Geraden ein Maß der Dehnbarkeit. Je größer die Dehnbarkeit ist, umso geringer steigt der Druck bei einem bestimmten Füllvolumen.

3 Physiologie

In der Physiologie des Atemtraktes wird die Volumenänderung durch das Atemzugvolumen beschrieben. Die Lungendehnbarkeit ist indirekt proportional zum elastischen Retraktionsdruck der Lunge. Eine hohe Lungendehnbarkeit benötigt einen niedrigen Druck, um die Lunge weiter zu füllen. Eine niedrige Lungendehnbarkeit benötigt demgegenüber einen höheren Druck, um die Lunge zu füllen. Bildet man den Reziprokwert der Lungendehnbarkeit, so erhält man die sogenannte Elastance E.

Zur Darstellung dient das sogenannten Druck-Volumen-Diagramm, welches die statische Dehnbarkeit von Lunge und Thorax zum Ausdruck bringt. Dieses Diagramm wird auch als Ruhedehnungskurve oder Relaxationskurve bezeichnet. Aus diesem Diagramm kann abgelesen werden, bei welchem Druck in den Atemwegen welches Volumen in der Lunge enthalten ist. Die Kurve zeigt einen S-förmigen Verlauf, deren mittlerer Teil als steiler Kurvenabschnitt bezeichnet wird und besonders klinisch relevant ist.

4 Klinische Relevanz

Relevant wird Lungendehnbarkeit in der Physiologie der Atemwegserkrankungen, welche mit veränderter Lungendehnung einhergehen können. So führen zum Beispiel die Silikose oder wiederholte chronische Infektionen zur Verdichtung des Lungengrundgerüstes, welche wiederum die Lungendehnbarkeit herabsetzt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, für den die Lungendehnbarkeit relevant ist, ist die maschinelle Beatmung. Um eine möglichst geringe Atemarbeit und damit geringe körperliche Anstrengung des Patienten zu gewährleisten und somit schonend zu beatmen, sind die Parameter so zu wählen, dass sie sich im Blick auf die Ruhedehnungskurve im steilen Bereich befinden. Die Beatmungsparameter, welche dafür notwendig sind, sind der Inspirationsdruck (Pinsp) und der positive endexspiratorische Druck (PEEP, engl. positive endexpiratoric pressure).

Diese Seite wurde zuletzt am 14. April 2021 um 17:34 Uhr bearbeitet.

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