Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Lumasiran

Version vom 15. Februar 2021, 13:41 Uhr von Florian Flegler (Diskussion | Beiträge)

(Unterschied) « Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version » (Unterschied)

Firmenname: Oxlumo Englisch: lumasiran

1 Definition

‘‘‘Lumasiran‘‘‘ ist ein siRNA-Therapeutikum, welches gegen das Gen Hydroxysäureoxidase1 (HAO1) gerichtet ist, das für die Glyoxylat-Oxidase codiert. Es ist ein orphan drug zur Behandlung der primären Hyperoxalurie Typ 1.

2 Chemie

Bei Lumasiran handelt es sich um eine small interfering RNA (siRNA). Es handelt sich hierbei um ein doppelsträngiges RNA-Molekül, das zum Zielgen komplementär ist, mit diesem also Basenpaarungen ausbilden kann.

3 Wirkmechanismus

Lumasiran kann im Rahmen der RNA-Interferenz das Gen Hydroxysäureoxidase1 (HAO1) ausschalten, welches für die Glykolat-Oxidase (GO) codiert. Durch die daraus erfolgende Abnahme der Glykolat-Oxidase-Spiegel wird weniger Glyoxylat gebildet.

Bei Patienten mit primärer Hyperoxalurie Typ 1 fehlt die Alanin-Glyoxylat-Aminotranserase (AGT), welche Glyoxylat verstoffwechselt. Beim Fehlen des Enzyms wird Glyoxylat vermehrt in Oxalat umgewandelt, welches sich z.B. in den Nieren ablagern kann und dort zu einem Nierenversagen führen kann. Durch eine Reduktion der Glyoxylat-Spiegel mit Lumasiran werden somit auch die Oxalat-Spiegel reduziert, da weniger Glyoxylat zur Verfügung steht, das zu Oxalat verstoffwechselt wird.

4 Pharmakokinetik

Die Halbwertszeit nach subkutaner Gabe beträgt 4 Stunden. Die Plasmaproteinbindung liegt bei 77 – 85%; das Verteilungsvolumen bei 4,9 Litern. Die Biotransformation erfolgt hauptsächlich über Nukleasen und ohne Beteiligung des CYP450-Systems. Die Elimination erfolgt zum Großteil über die Leber.

5 Indikation

  • primäre Hyperoxalurie Typ 1 (PH1) in allen Altersgruppen

6 Darreichungsform und Dosierung

Lumasiran ist als subkutane Injektionslösung erhältlich. Die Dosierung für Personen mit einem Gewicht über 20 kg beträgt 3 mg/kg KG einmal monatlich für drei Monate. Für die Erhaltungstherapie werden 3 mg/kg KG alle drei Monate, also vierteljährlich, verabreicht.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

7 Nebenwirkungen

Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen sind Reaktionen an der Injektionsstelle (32 %) sowie Abdominalschmerzen (7,7 %). Eine weitere mögliche Nebenwirkung ist eine metabolische Azidose bei Patienten mit Niereninsuffizienz, da der Plasmaglykolatspiegel ansteigt.

8 Kontraindikationen

  • schwere Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere Komponenten des Arzneimittels

Eine Anwendung in der Schwangerschaft ist bei einer Nutzen-Risiko-Abwägung möglich. In tierexperimentellen Studien wurden keine Hinweise auf eine Embryotoxizität gefunden.

9 Wechselwirkungen

Da Lumasiran nicht über das CYP450-System verstoffwechselt wird, sind über dieses keine Wechselwirkungen zu erwarten.

10 Zulassung

Die Zulassung in Europa erfolgte im Januar 2021. In beiden Zulassungsstudien, ILLUMINATE-A und ILLUMINATE-B, wurde die Überlegenheit von Lumasiran gegenüber Placebo gezeigt. Die Oxalat-Ausscheidung wurde signifikant verringert. Komplikationen der PH1 wie eine Nephrokalzinose wurden gebessert.

11 Literatur

Lumasiran (gelbe Liste), gelbe Liste online, aufgerufen am 13.02.2021

Fachinfo zu Oxlumo 94,5 mg/0,5 ml Injektionslösung, aufgerufen am 13.02.2021

Pharmazeutische Zeitung online: Lumasiran reduziert Oxalatüberschuss. Kerstin A. Gräfe, 04.02.2021; aufgerufen am 13.02.2021

Fachgebiete: Pharmakologie

Diese Seite wurde zuletzt am 15. Februar 2021 um 21:58 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (5 ø)

108 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: