Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Lumasiran: Unterschied zwischen den Versionen

(Pharmakokinetik)
(Chemie)
 
(6 dazwischenliegende Versionen des gleichen Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 3: Zeile 3:
  
 
==Definition==
 
==Definition==
'''Lumasiran''' ist ein [[siRNA]]-Therapeutikum, das gegen die [[Messenger-RNA]] (mRNA) des Gens [[HAO1]] gerichtet ist, das für die [[Hydroxysäureoxidase 1]] (Glykolatoxidase) codiert. Es ist ein [[Orphan Drug]] zur Behandlung der [[Hyperoxalurie|primären Hyperoxalurie Typ 1]].
+
'''Lumasiran''' ist ein [[siRNA]]-Therapeutikum, das zu einen [[Gen-Silencing|Silencing]] des Gens [[HAO1]] führt, das für die [[Hydroxysäureoxidase 1]] (Glykolatoxidase) codiert. Es ist ein [[Orphan Drug]] zur Behandlung bestimmter Formen der [[Hyperoxalurie]].
  
 
==Chemie==
 
==Chemie==
Bei Lumasiran handelt es sich um eine [[siRNA|small interfering RNA]] (siRNA). Der Wirkstoff ist  ein doppelsträngiges [[RNA]]-Molekül, das zur mRNA des Zielgens komplementär ist, mit diesem also [[Basenpaarung]]en ausbilden kann.
+
Bei Lumasiran handelt es sich um eine [[siRNA|small interfering RNA]] (siRNA). Der Wirkstoff ist  ein doppelsträngiges [[RNA]]-Molekül, das zur mRNA des Zielgens komplementär ist.
  
 
==Wirkmechanismus==
 
==Wirkmechanismus==
Zeile 17: Zeile 17:
  
 
==Indikation==
 
==Indikation==
*primäre Hyperoxalurie Typ 1 (PH1) in allen Altersgruppen
+
* [[primäre Hyperoxalurie Typ 1]] (PH1) in allen Altersgruppen
  
==Darreichungsform und Dosierung==
+
==Darreichungsform==
Lumasiran ist als subkutane Injektionslösung erhältlich.  
+
Lumasiran ist als subkutane [[Injektionslösung]] erhältlich.  
Die Dosierung für Personen mit einem Gewicht über 20 kg beträgt 3 mg/kg KG einmal monatlich für drei Monate. Für die Erhaltungstherapie werden 3 mg/kg KG alle drei Monate, also vierteljährlich, verabreicht.  
+
 
 +
==Dosierung==
 +
Die [[Dosierung]] für Personen mit einem Gewicht über 20 kg beträgt 3 mg/[[kgKG]] einmal monatlich für drei Monate. Für die Erhaltungstherapie werden 3 mg/kgKG alle drei Monate, also vierteljährlich, verabreicht.  
 
{{dosis}}
 
{{dosis}}
  
 
==Nebenwirkungen==
 
==Nebenwirkungen==
Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen sind Reaktionen an der Injektionsstelle (32 %) sowie Abdominalschmerzen (7,7 %).  
+
Die am häufigsten gemeldeten [[Nebenwirkung]]en sind Lokalreaktionen an der Injektionsstelle (32 %) sowie Abdominalschmerzen (7,7 %). Eine weitere mögliche Nebenwirkung ist eine [[metabolische Azidose]] bei Patienten mit Niereninsuffizienz, da der Plasmaglykolatspiegel ansteigt.
Eine weitere mögliche Nebenwirkung ist eine [[metabolische Azidose]] bei Patienten mit Niereninsuffizienz, da der Plasmaglykolatspiegel ansteigt.
+
  
 
==Kontraindikationen==
 
==Kontraindikationen==
Zeile 33: Zeile 34:
  
 
==Wechselwirkungen==
 
==Wechselwirkungen==
Da Lumasiran nicht über das [[CYP450]]-System verstoffwechselt wird, sind über dieses keine Wechselwirkungen zu erwarten.
+
Da Lumasiran nicht über das [[CYP450]]-System verstoffwechselt wird, sind keine diesbezüglichen  [[Wechselwirkung]]en zu erwarten.
  
 
==Zulassung==
 
==Zulassung==

Aktuelle Version vom 15. Februar 2021, 21:58 Uhr

Handelsnamen: Oxlumo®
Englisch: lumasiran

1 Definition

Lumasiran ist ein siRNA-Therapeutikum, das zu einen Silencing des Gens HAO1 führt, das für die Hydroxysäureoxidase 1 (Glykolatoxidase) codiert. Es ist ein Orphan Drug zur Behandlung bestimmter Formen der Hyperoxalurie.

2 Chemie

Bei Lumasiran handelt es sich um eine small interfering RNA (siRNA). Der Wirkstoff ist ein doppelsträngiges RNA-Molekül, das zur mRNA des Zielgens komplementär ist.

3 Wirkmechanismus

Lumasiran kann im Rahmen der RNA-Interferenz die Translation des Gens HAO1 ausschalten, das für die für die Hydroxysäureoxidase 1 codiert. Durch die daraus erfolgende Abnahme der Hydroxysäureoxidase-Spiegels wird weniger Glyoxylat gebildet.

Bei Patienten mit primärer Hyperoxalurie vom Typ 1 fehlt die Alanin-Glyoxylat-Aminotranserase (AGT), die Glyoxylat verstoffwechselt. Durch den Enzymdefekt wird Glyoxylat vermehrt in Oxalat umgewandelt, das sich z.B. in den Nieren ablagert und dort zu einem Nierenversagen führen kann. Durch eine Reduktion der Glyoxylat-Spiegel mithilfe von Lumasiran werden somit auch die Oxalat-Spiegel reduziert, da weniger Glyoxylat zur Verfügung steht, das zu Oxalat verstoffwechselt wird.

4 Pharmakokinetik

Die Halbwertszeit nach subkutaner Gabe von Lumasiran beträgt 4 Stunden. Die Plasmaproteinbindung liegt zwischen 77 und 85%, das Verteilungsvolumen bei 4,9 Litern. Die Biotransformation erfolgt hauptsächlich über Nukleasen und ohne Beteiligung des CYP450-Systems. Der Wirkstoff wird zum Großteil über die Leber eliminiert.

5 Indikation

6 Darreichungsform

Lumasiran ist als subkutane Injektionslösung erhältlich.

7 Dosierung

Die Dosierung für Personen mit einem Gewicht über 20 kg beträgt 3 mg/kgKG einmal monatlich für drei Monate. Für die Erhaltungstherapie werden 3 mg/kgKG alle drei Monate, also vierteljährlich, verabreicht.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

8 Nebenwirkungen

Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen sind Lokalreaktionen an der Injektionsstelle (32 %) sowie Abdominalschmerzen (7,7 %). Eine weitere mögliche Nebenwirkung ist eine metabolische Azidose bei Patienten mit Niereninsuffizienz, da der Plasmaglykolatspiegel ansteigt.

9 Kontraindikationen

  • schwere Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere Komponenten des Arzneimittels

Eine Anwendung in der Schwangerschaft ist bei einer Nutzen-Risiko-Abwägung möglich. In tierexperimentellen Studien wurden keine Hinweise auf eine Embryotoxizität gefunden.

10 Wechselwirkungen

Da Lumasiran nicht über das CYP450-System verstoffwechselt wird, sind keine diesbezüglichen Wechselwirkungen zu erwarten.

11 Zulassung

Die Zulassung in Europa erfolgte im Januar 2021. In beiden Zulassungsstudien, ILLUMINATE-A und ILLUMINATE-B, wurde die Überlegenheit von Lumasiran gegenüber Placebo gezeigt. Die Oxalat-Ausscheidung wurde signifikant verringert. Komplikationen der PH1 wie eine Nephrokalzinose wurden gebessert.

12 Literatur

Lumasiran (gelbe Liste), gelbe Liste online, aufgerufen am 13.02.2021

Fachinfo zu Oxlumo 94,5 mg/0,5 ml Injektionslösung, aufgerufen am 13.02.2021

Pharmazeutische Zeitung online: Lumasiran reduziert Oxalatüberschuss. Kerstin A. Gräfe, 04.02.2021; aufgerufen am 13.02.2021

Fachgebiete: Pharmakologie

Diese Seite wurde zuletzt am 15. Februar 2021 um 19:47 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (5 ø)

108 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: