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Luftrettung

Version vom 28. September 2017, 05:41 Uhr von Jan Polzer (Diskussion | Beiträge)

1 Definition

Die Luftrettung oder die Rettung durch Luftgestützte Rettungsmittel wird durch Rettungshubschrauber realisiert. Sie ist gesetzlich Aufgabe der Bundesländer. In der europäischen Luftfahrtgesetzgebung fällt die Luftrettung zum HEMS (Helicopter Emergency Medical Services).


2 Einsatzarten

Die Luftrettung wird bei Primäreinsatzen und bei Sekundäreinsätzen genutzt. Luftrettung erfolgt ausschließlich mit Helikoptern. Primäreinsätze werden von Rettungshubschraubern (RTH) geflogen, Sekundäreinsätze von Intensivtransporthubschraubern (ITH). In Gebieten mit regionalen Besonderheiten (Meernähe, Gebirge) erfüllen Rettungshelikopter zusätzlich der Region angepasste Sonderaufgaben (Bergrettung, Wasserrettung). Organ und Bluttransporte stellen einen sehr geringen Anteil der Luftrettung dar. Im Fall von Primäreinsätzen wird der Helikopter von der lokalen Leitstelle disponiert, bei Sekundäreinsätzen werden Intensivtransporthubschrauber von zentralen Koordinierungstellen disponiert.


3 Vor-Nachteile

Der Einsatz von Luftrettung bringt einige,für die Notfallrettung relevante Vorteile mit sich.

  • in der Luftrettung werden Rettungsmittel eingesetzt, welches einen sehr großen Einsatzradius abdecken können, sie sind nicht an Verkehr gebunden und können lange Strecken in sehr kurzer Zeit zurücklegen. Weiterhin kann die Luftrettung schnell, in für Fahrzeuge schwierig zu erreichendes Terrain gelangen. Außerdem ist das Finden und Beurteilen des Einsatzortes aus der Luft wesentlich einfacher
  • durch die Hohe Flexibilität der Luftrettung ist eine Länder- und Grenzübergreifende Mobilisierung von Rettungsmitteln bei Großschadensereignissen (MANV) möglich, dabei können Patienten auch in weiter entfernte Zielkliniken transportiert werden und zusätzliche Einsatzkräfte zeitnah zum Einsatzort transportiert werden.
  • die Flugstabilität eines Helikopters kann einen Patienten mit Polytrauma/ Wirbelsäulenverletzungen einen Erschütterungsarmen Transport gewährleisten


Der größte Nachteil der Luftrettung ist die Abhängigkeit von Witterung und Lichtstärke. Nachtflüge sind eher bei Sekundäreinsätzen möglich, Primäreinsätze können nachtsüber kaum durchgeführt werden und ist aufgrund Luftrechtlicher Hindernisse nur in wenigen Ausnahmen möglich. Das hat zur Folge, dass die mögliche Einsatzzeit der Luftrettung in den Wintermonaten wesentlich geringer als in den Sommermonaten ist. Des weiteren ist der Platz im Hubschrauber begrenzt und erschwert das medizinische Arbeiten während des Fluges.


4 Einsatzspektrum

Der Hauptanteil von Einsätzen der Luftrettung bilden die Polytraumata mit einem wesentlich höheren Anteil als in der Bodengebundenen Rettung, Kardiologischen und Neurologischen Notfälle. Des weiteren ist die Anzahl von Kindernotfällen verhältnismäßig wesentlich höher als bei Bodengebundenen Rettungsmitteln.


5 Standorte

Es gibt Deutschlandweit 81 Standorte, an denen Rettungshubschrauber stationiert sind. Dazu kommen Standorte für Intensivtransporthubschrauber. Sie sind gleichmäßig im Bundesgebiet aufgeteilt um eine flächendeckende Versorgung aufrechtzuerhalten.


6 Betreiber

Aktuelle Betreiber von Rettungs- und Intensivtransporthubschraubern sind:


  • ADAC Luftrettung
  • Bundesministerium des Inneren
  • Bundeswehr
  • DRF Luftrettung
  • FJS Helikopter Lufttransport
  • HDM Luftrettung
  • Heli-Flight
  • Hubschrauber SonderDienst
  • Johanniter Luftrettung
  • Northern HeliCopter
  • Rotorflug

Diese Seite wurde zuletzt am 28. September 2017 um 05:41 Uhr bearbeitet.

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