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Lotusgeburt: Unterschied zwischen den Versionen

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'''''Englisch''': lotus birth''
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'''''Englisch''': lotus birth, umbilical cord nonseverance, UCNS''
  
 
==Definition ==
 
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Unter '''Lotusgeburt''' versteht man den Verzicht auf die [[Abnabelung]] nach [[Geburt]] des Kindes.  
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Unter '''Lotusgeburt''' versteht man den Verzicht auf die [[Abnabelung]] nach [[Geburt]] des Kindes. Sie wird i.d.R. aus spirituellen Gründen vorgenommen.
 
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==Hintergrund==
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Das Kind ist durch die [[Nabelschnur]] mit der [[Plazenta]] (Mutterkuchen) verbunden. Die Plazenta versorgt das Kind im Bauch der Mutter mit ausreichend Nährstoffen. In der Regel wird nach der Geburt des Kindes die Nabelschnur 1-3 Minuten nach der [[vaginal]]en Geburt des Kindes abgeklemmt und durchtrennt. Dieser Vorgang wird als Abnabelung bezeichnet. Wünschen Eltern, dass die Nabelschnur von alleine abfällt, belassen die [[Geburtshelfer]] die Plazenta und die Nabelschnur am Kind, bis diese von alleine abfallen.  
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==Nomenklatur==
 
==Nomenklatur==
Der Name hat nichts mit der Lotusblume zu tun, sondern geht auf die Amerikanerin Claire Lotus Bay zurück, welche in den 70er Jahren auf die Abnabelung ihres Kindes verzichtete, was bis dahin in der westlichen Welt so nicht bekannt und Standard war. Auch heutzutage ist die Lotusgeburt kein Standard in der Geburtshilfe.
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Der Begriff Lotusgeburt soll auf die amerikanische Hellseherin Claire Lotus Bay zurückgehen, welche in den 70er Jahren auf die Abnabelung ihres Kindes verzichtete. Eine andere etymologische Erklärung basiert auf der hohen Wertschätzung der Lotusblume im hinduistischen und buddhistischen Glauben, die auch der Plazenta zuteilwerden soll.
  
== Vor- und Nachteile ==
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==Hintergrund==
Studien belegen, dass prinzipiell eine "späte" Abnabelung von Vorteil für das Kind ist. Die Definitionen hierzu sind in der Literatur nicht ganz einheitlich. Meist wird von einer späten Abnabelung gesprochen, wenn zwischen Geburt des Kindes bis zur Abnabelung 2-3 Minuten vergehen. Eine späte Abnabelung wirkt sich unter anderem positiv auf die [[Eisen]]- und die [[Ferritin]]konzentrationen im kindlichen Blut aus. Bei zu langem Abwarten und kombiniert mit einem Ausstreichen der Nabelschnur wird ein erhöhtes Risiko für einen [[Neugeborenenikterus]] diskutiert.
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Das Kind ist durch die [[Nabelschnur]] mit der [[Plazenta]] (Mutterkuchen) verbunden. Die Plazenta versorgt das Kind im Bauch der Mutter mit ausreichend Nährstoffen. In der Regel wird nach der Geburt des Kindes die Nabelschnur 1-1,5 Minuten nach der [[vaginal]]en Geburt des Kindes abgeklemmt und durchtrennt. Dieser Vorgang wird als Abnabelung bezeichnet. Der Nabelschnurrest fällt meist in der 2.-3. Lebenswoche spontan ab.  
 
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Bei einer Lotusgeburt wird gewartet, bis die Nabelschnur und die Plazenta von alleine vom Kind abfallen. Von einer "natürlichen" Abnabelung wird gesprochen. Dieser Vorgang dauert nicht nur wenige Minuten, sondern mehrere Tage bis zu zwei Wochen. Medizinisch gesehen gibt es keinen Vorteil, die Plazenta länger als wenige Minuten mit dem Kind verbunden zu lassen. Mit der Zeit beginnt ein Zersetzungsvorgang in der Plazenta und somit eine [[Infektion]]sgefahr für das Kind. Bakterien können entlang der Nabelschnur zum Kind gelangen und im schlimmsten Fall zu einer [[Sepsis]] führen. Um dies zu verhindern, kann mit Salz und Kräutern die Plazenta behandelt und ausgetrocknet werden. Ein gewisses Infektionsrisiko besteht nach dieser Anwendung weiterhin.
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Empfohlen wird gemäß den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe eine Wartezeit bis zu 1,5 Minuten nach der vaginaler Entbindung des Kindes bis zur Abnabelung oder bis an der Nabelschnur kein [[Puls]] mehr tastbar ist.
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Wünschen Eltern, dass die Nabelschnur von alleine abfällt, belassen die [[Geburtshelfer]] die Plazenta und die Nabelschnur am Kind, bis diese von alleine abfallen. Dies geschieht i.d.R. innerhalb von 3-10 Tagen [[post partum]]. Das Kind wird sofort nach der Geburt auf den Bauch bzw. die Brust der Mutter gelegt und die Plazenta in eine Schale gelegt oder in ein Tuch gewickelt.  
  
== Literatur==
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Die Lotusgeburt stellt jedoch keinen Standard in der Geburtshilfe dar und birgt verschiedene Risiken, jedoch keine medizinischen Vorteile. Während der Zersetzung der Plazenta können [[Bakterien]] entlang der Nabelschnur in das Kind gelangen und im schlimmsten Fall zu einer [[Sepsis]] führen. Um dies zu verhindern, kann mit Salz und Kräutern die Plazenta behandelt und ausgetrocknet werden. Jedoch besteht auch nach dieser Anwendung ein gewisses Infektionsrisiko. Weiterhin ist das Risiko eines [[Neugeborenenikterus]] erhöht, sodass eine Lotusgeburt nicht empfohlen wird.
* Andersson O, Hellström-Westas L, Andersson D, Domellöf M: Effect of delayed versus early umbilical cord clamping on neonatal outcomes and iron status at 4 months: a randomized controlled trial. BMJ 2011; 343: doi: 10.1136/bmj.d7157
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* https://www.aerzteblatt.de/archiv/117485/Geburtshilfe-Nabelschnur-sollte-nicht-zu-rasch-durchtrennt-werden
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[[Fachgebiet:Geburtshilfe]]
 
[[Fachgebiet:Geburtshilfe]]
 
[[Tag:Abnabeln]]
 
[[Tag:Abnabeln]]
 
[[Tag:Abnabelung]]
 
[[Tag:Abnabelung]]
[[Tag:Auspulsieren]]
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[[Tag:Geburt]]
[[Tag:Lotus birth]]
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[[Tag:Nabelschnur]]
[[Tag:Lotus-Geburt]]
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[[Tag:Plazenta]]
[[Tag:Lotusgeburt]]
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[[Tag:Umbilical nonseverance]]
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Version vom 28. Oktober 2020, 12:13 Uhr

Englisch: lotus birth, umbilical cord nonseverance, UCNS

1 Definition

Unter Lotusgeburt versteht man den Verzicht auf die Abnabelung nach Geburt des Kindes. Sie wird i.d.R. aus spirituellen Gründen vorgenommen.

2 Nomenklatur

Der Begriff Lotusgeburt soll auf die amerikanische Hellseherin Claire Lotus Bay zurückgehen, welche in den 70er Jahren auf die Abnabelung ihres Kindes verzichtete. Eine andere etymologische Erklärung basiert auf der hohen Wertschätzung der Lotusblume im hinduistischen und buddhistischen Glauben, die auch der Plazenta zuteilwerden soll.

3 Hintergrund

Das Kind ist durch die Nabelschnur mit der Plazenta (Mutterkuchen) verbunden. Die Plazenta versorgt das Kind im Bauch der Mutter mit ausreichend Nährstoffen. In der Regel wird nach der Geburt des Kindes die Nabelschnur 1-1,5 Minuten nach der vaginalen Geburt des Kindes abgeklemmt und durchtrennt. Dieser Vorgang wird als Abnabelung bezeichnet. Der Nabelschnurrest fällt meist in der 2.-3. Lebenswoche spontan ab.

Wünschen Eltern, dass die Nabelschnur von alleine abfällt, belassen die Geburtshelfer die Plazenta und die Nabelschnur am Kind, bis diese von alleine abfallen. Dies geschieht i.d.R. innerhalb von 3-10 Tagen post partum. Das Kind wird sofort nach der Geburt auf den Bauch bzw. die Brust der Mutter gelegt und die Plazenta in eine Schale gelegt oder in ein Tuch gewickelt.

Die Lotusgeburt stellt jedoch keinen Standard in der Geburtshilfe dar und birgt verschiedene Risiken, jedoch keine medizinischen Vorteile. Während der Zersetzung der Plazenta können Bakterien entlang der Nabelschnur in das Kind gelangen und im schlimmsten Fall zu einer Sepsis führen. Um dies zu verhindern, kann mit Salz und Kräutern die Plazenta behandelt und ausgetrocknet werden. Jedoch besteht auch nach dieser Anwendung ein gewisses Infektionsrisiko. Weiterhin ist das Risiko eines Neugeborenenikterus erhöht, sodass eine Lotusgeburt nicht empfohlen wird.

Diese Seite wurde zuletzt am 28. Oktober 2020 um 12:13 Uhr bearbeitet.

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