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Lomitapid

Version vom 10. September 2019, 18:13 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Handelsnamen: Juxtapid®, Lojuxta®
Englisch: lomitapide

1 Definition

Lomitapid ist ein Lipidsenker aus der Gruppe der MTP-Inhibitoren. Er hemmt das mikrosomale Triglycerid-Transferprotein (MTP) und wird in Kombination mit Diät und anderen Arzneistoffen zur Behandlung der homozygoten familiären Hypercholesterinämie (HoFH) eingesetzt.

2 Wirkmechanismus

Lomitapid ist ein selektiver Hemmer des mikrosomalen Triglycerid-Transferproteins. MTP kommt im Lumen des endoplasmatischen Retikulums (ER) vor und ist für die Bindung und den Transport einzelner Lipidmoleküle zwischen Membranen verantwortlich. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung Apolipoprotein-B-haltiger Lipoproteine in der Leber und im Darm. Die Hemmung des MTP senkt die Sekretion von Lipoproteinen sowie die Serumkonzentrationen der von ihnen transportierten Stoffe wie Cholesterin und Triglyzeride.

3 Indikation

  • Behandlung von erwachsenen Patienten mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie (HoFH) begleitend zu einer fettarmen Diät und anderen Lipidsenkern mit oder ohne LDL-Apherese

Die Diagnose HoFH sollte, wenn möglich, molekularbiologisch bestätigt werden. Andere Formen primärer Hyperlipoproteinämien sowie sekundäre Ursachen von Hypercholesterinämien (z.B. nephrotisches Syndrom oder Hypothyreose) müssen ausgeschlossen werden.

4 Darreichungsform

Lomitapid wird oral in Form von Hartkapseln mit 5, 10, 20, 30, 40 oder 60 mg Wirkstoff verabreicht.

5 Dosierung

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 5 mg einmal täglich.

Nach 2 Wochen kann die Dosis bei akzeptabler Verträglichkeit auf 10 mg und danach in Abständen von 4 Wochen auf 20 mg, 40 mg und die empfohlene Höchstdosis von 60 mg erhöht werden. Die Dosis muss schrittweise erhöht werden, um gastrointestinale Nebenwirkungen und eine Erhöhung der Aminotransferasen zu reduzieren.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

6 Nebenwirkungen

Folgende Nebenwirkungen treten unter Lomitapid häufig (≥ 1/100, < 1/10) oder sehr häufig (≥ 1/10) auf:

Aufstoßen, Häufige Darmentleerungen, Magenerweiterung, Gastroösophageale Refluxerkrankung Hämorrhoidalblutung, Regurgitation, Gastroenteritis, Inappetenz

7 Wechselwirkungen

8 Kontraindikationen

9 Nutzenbewertung

Der G-BA kommt auf der Basis der vom IQWiG gesichteten Studien zu folgender Nutzenbewertung im Verhältnis zur zweckmäßigen Vergleichstherapie:[1]

10 Kosten

Die Jahrestherapiekosten einer Behandlung mit Lomitapid liegen dosisabhängig zwischen rund 343.000 bis 1.028.000 Euro.[1] Sie übersteigen die Jahrestherapiekosten der LDL-Apherese um ein Vielfaches.

11 Quellen

  1. 1,0 1,1 Gemeinsamer Bundesausschuss: Lomitapid. Beschluss vom: 27. November 2015; BAnz AT 17.12.2015 B3

Diese Seite wurde zuletzt am 10. September 2019 um 18:13 Uhr bearbeitet.

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