Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Lomitapid: Unterschied zwischen den Versionen

(Pharmakokinetik)
(Zulassung)
 
(7 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 3: Zeile 3:
  
 
==Definition==
 
==Definition==
'''Lomitapid''' ist ein [[Lipidsenker]] aus der Gruppe der [[MTP-Inhibitor]]en. Er hemmt das [[mikrosomales Triglycerid-Transferprotein|mikrosomale Triglycerid-Transferprotein]] (MTP) und wird in Kombination mit [[Diät]] und anderen Arzneistoffen zur Behandlung der [[homozygote familiäre Hypercholesterinämie|homozygoten familiären Hypercholesterinämie]] (HoFH) eingesetzt.
+
'''Lomitapid''' ist ein [[Lipidsenker]] aus der Gruppe der [[MTP-Inhibitor]]en. Er hemmt das [[mikrosomales Triglycerid-Transferprotein|mikrosomale Triglycerid-Transferprotein]] (MTP) und wurde zur Behandlung der [[familiäre Hypercholesterinämie|homozygoten familiären Hypercholesterinämie]] (HoFH) eingesetzt.
  
 
==Wirkmechanismus==
 
==Wirkmechanismus==
Zeile 14: Zeile 14:
  
 
==Indikation==
 
==Indikation==
* Behandlung von erwachsenen Patienten mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie (HoFH) begleitend zu einer fettarmen Diät und anderen Lipidsenkern mit oder ohne [[LDL-Apherese]]
+
* Behandlung von erwachsenen Patienten mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie (HoFH) begleitend zu einer fettarmen Diät und anderen Lipidsenkern mit oder ohne [[LDL-Apherese]].
  
 
Die Diagnose HoFH sollte, wenn möglich, [[molekularbiologisch]] bestätigt werden. Andere Formen primärer Hyperlipoproteinämien sowie sekundäre Ursachen von Hypercholesterinämien (z.B. [[nephrotisches Syndrom]] oder [[Hypothyreose]]) müssen ausgeschlossen werden.
 
Die Diagnose HoFH sollte, wenn möglich, [[molekularbiologisch]] bestätigt werden. Andere Formen primärer Hyperlipoproteinämien sowie sekundäre Ursachen von Hypercholesterinämien (z.B. [[nephrotisches Syndrom]] oder [[Hypothyreose]]) müssen ausgeschlossen werden.
Zeile 49: Zeile 49:
  
 
==Zulassung==
 
==Zulassung==
Zulassungsinhaber ist [[Aegerion Pharmaceuticals]], ein Tochterunternehmen der [[Novelion Therapeutics]]. Die
+
Zulassungsinhaber ist [[Aegerion Pharmaceuticals]], ein Tochterunternehmen der [[Novelion Therapeutics]]. In den USA ist Lomitapid seit 2012 zugelassen und besitzt [[Orphan Drug|Orphan-Drug-Status]]. In der EU wurde Lomitapid im Jahr 2013 zugelassen, seit 2016 ruht die Zulassung. Die Vermarktung in Europa erfolgte durch [[Amryt Pharmaceuticals]].
Vermarktung in Europa erfolgt durch [[Amryt Pharmaceuticals]]. In den USA besitzt Lomitapid [[Orphan Drug|Orphan-Drug-Status]], in der EU nicht.
+
  
 
==Nutzenbewertung==
 
==Nutzenbewertung==
 
Der [[G-BA]] kommt auf der Basis der vom [[IQWiG]] gesichteten Studien zu folgender [[Nutzenbewertung]] im Verhältnis zur [[zweckmäßige Vergleichstherapie|zweckmäßigen Vergleichstherapie]]:<ref name="gba">Gemeinsamer Bundesausschuss: Lomitapid. Beschluss vom: 27. November 2015; BAnz AT 17.12.2015 B3</ref>
 
Der [[G-BA]] kommt auf der Basis der vom [[IQWiG]] gesichteten Studien zu folgender [[Nutzenbewertung]] im Verhältnis zur [[zweckmäßige Vergleichstherapie|zweckmäßigen Vergleichstherapie]]:<ref name="gba">Gemeinsamer Bundesausschuss: Lomitapid. Beschluss vom: 27. November 2015; BAnz AT 17.12.2015 B3</ref>
 
* Ein [[Zusatznutzen]] gilt als nicht belegt.
 
* Ein [[Zusatznutzen]] gilt als nicht belegt.
 +
Diese Bewertung führte dazu, dass der Hersteller die Substanz in Deutschland bereits im Jahr 2014 wieder vom Markt nahm.
  
 
==Kosten==
 
==Kosten==
Die [[Jahrestherapiekosten]] einer Behandlung mit Lomitapid liegen dosisabhängig zwischen rund 343.000 bis 1.028.000 Euro.<ref name="gba"></ref> Sie übersteigen die Jahrestherapiekosten der LDL-Apherese um ein Vielfaches.
+
Die [[Jahrestherapiekosten]] einer Behandlung mit Lomitapid lagen dosisabhängig zwischen rund 343.000 bis 1.028.000 Euro.<ref name="gba"></ref> Sie übersteigen die Jahrestherapiekosten der LDL-Apherese um ein Vielfaches.
  
 
==Quellen==
 
==Quellen==

Aktuelle Version vom 25. Oktober 2019, 15:50 Uhr

Handelsnamen: Juxtapid®, Lojuxta®
Englisch: lomitapide

1 Definition

Lomitapid ist ein Lipidsenker aus der Gruppe der MTP-Inhibitoren. Er hemmt das mikrosomale Triglycerid-Transferprotein (MTP) und wurde zur Behandlung der homozygoten familiären Hypercholesterinämie (HoFH) eingesetzt.

2 Wirkmechanismus

Lomitapid ist ein selektiver Hemmer des mikrosomalen Triglycerid-Transferproteins. MTP kommt im Lumen des endoplasmatischen Retikulums (ER) vor und ist für die Bindung und den Transport einzelner Lipidmoleküle zwischen Membranen verantwortlich. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung Apolipoprotein-B-haltiger Lipoproteine in der Leber und im Darm. Die Hemmung des MTP senkt die Sekretion von Lipoproteinen sowie die Serumkonzentrationen der von ihnen transportierten Stoffe wie Cholesterin und Triglyzeride.

3 Pharmakokinetik

Die absolute Bioverfügbarkeit von Lomitapid nach oraler Gabe beträgt nur 7% – sie wird von einem ausgeprägten First-Pass-Effekt beeinflusst. Die maximale Plasmakonzentration wird nach 4-8 Stunden erzielt.

Lomitapid wird vorwiegend hepatisch durch CYP3A4 metabolisiert. Etwa 33% der Metaboliten werden über den Urin ausgeschieden, der Rest über die Fäzes. Die Eliminationshalbwertszeit von Lomitapid beträgt etwa 29 Stunden.

4 Indikation

  • Behandlung von erwachsenen Patienten mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie (HoFH) begleitend zu einer fettarmen Diät und anderen Lipidsenkern mit oder ohne LDL-Apherese.

Die Diagnose HoFH sollte, wenn möglich, molekularbiologisch bestätigt werden. Andere Formen primärer Hyperlipoproteinämien sowie sekundäre Ursachen von Hypercholesterinämien (z.B. nephrotisches Syndrom oder Hypothyreose) müssen ausgeschlossen werden.

5 Darreichungsform

Lomitapid wird oral in Form von Hartkapseln mit 5, 10, 20, 30, 40 oder 60 mg Wirkstoff verabreicht.

6 Dosierung

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 5 mg einmal täglich.

Nach 2 Wochen kann die Dosis bei akzeptabler Verträglichkeit auf 10 mg und danach in Abständen von 4 Wochen auf 20 mg, 40 mg und die empfohlene Höchstdosis von 60 mg erhöht werden. Die Dosis muss schrittweise erhöht werden, um gastrointestinale Nebenwirkungen und eine Erhöhung der Aminotransferasen zu reduzieren.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

7 Nebenwirkungen

Folgende Nebenwirkungen treten unter Lomitapid bei HoFH-Patienten häufig (≥ 1/100, < 1/10) oder sehr häufig (≥ 1/10) auf:

8 Wechselwirkungen

9 Kontraindikationen

10 Zulassung

Zulassungsinhaber ist Aegerion Pharmaceuticals, ein Tochterunternehmen der Novelion Therapeutics. In den USA ist Lomitapid seit 2012 zugelassen und besitzt Orphan-Drug-Status. In der EU wurde Lomitapid im Jahr 2013 zugelassen, seit 2016 ruht die Zulassung. Die Vermarktung in Europa erfolgte durch Amryt Pharmaceuticals.

11 Nutzenbewertung

Der G-BA kommt auf der Basis der vom IQWiG gesichteten Studien zu folgender Nutzenbewertung im Verhältnis zur zweckmäßigen Vergleichstherapie:[1]

Diese Bewertung führte dazu, dass der Hersteller die Substanz in Deutschland bereits im Jahr 2014 wieder vom Markt nahm.

12 Kosten

Die Jahrestherapiekosten einer Behandlung mit Lomitapid lagen dosisabhängig zwischen rund 343.000 bis 1.028.000 Euro.[1] Sie übersteigen die Jahrestherapiekosten der LDL-Apherese um ein Vielfaches.

13 Quellen

  1. 1,0 1,1 Gemeinsamer Bundesausschuss: Lomitapid. Beschluss vom: 27. November 2015; BAnz AT 17.12.2015 B3

Diese Seite wurde zuletzt am 25. Oktober 2019 um 15:50 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (4 ø)

612 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2020 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: