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Limulustest: Unterschied zwischen den Versionen

 
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''Synonym: LAL-Test''
Beim '''LAL-Test''' (LAL: Limulus-Amöbocyten-Lysat) verursachen die Lipopolysaccharide (LPS) der Zellwand gramnegativer Stäbchenbakterien eine [[Koagulation]], bzw. Gerinnung von den im Blut des Limulus polyphemus (Pfeilschwanzkrebs) vorkommenden lysierten [[Amöbozyten]].
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Der LAL-Test ist etwa 100-mal empfindlicher als der Kaninchentest, spricht jedoch nur auf Endotoxin (LPS) gramnegativer Bakterien an.
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== Anwendungen ==
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== Definition ==
Zur Überprüfung von injizierbaren Arzneimitteln, Milch- und Eiprodukten sowie Dialysatwasser.
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Der '''Limulustest''', kurz '''LAL-Test''', ist ein Testverfahren zum Nachweis von [[Pyrogen]]en. LAL steht dabei für "Limulus-Amöbozyten-Lysat".
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==Hintergrund==
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[[Lipopolysaccharid]]e (LPS) aus der [[Zellwand]] [[gramnegativ]]er [[Stäbchenbakterien]] reagieren mit einem Gel-bildenden Protein aus Blutzellen ([[Amöbozyt]]en) des Pfeilschwanzkrebses (Limulus polyphemus). Für den LAL-Test wird ein [[Lysat]] aus den Blutzellen gewonnen, in dem das Gel-bildende Protein als inaktives [[Proenzym]] vorliegt. Nach Zugabe des Endotoxins wandelt sich das Proenzym konzentrationsabhängig zum aktiven Enzym.
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Das aktive Enzym reagiert mit einem zugegebenen synthetischen Peptid, das an den Farbstoff [[Nitroanilin|p-Nitroanilin]] gekoppelt ist. Aus dem farblosen Substrat wird das gelb gefärbte p-Nitroanilin freigesetzt, das man [[photometrisch]] messen kann. Der Intensitätsanstieg der Färbung ist dabei direkt proportional zur Endotoxinkonzentration.
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Der Limulustest dient der Überprüfung von [[Arzneimittel]]n zur [[parenteral]]en Anwendung sowie von  [[Dialysat]]en.
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[[Fachgebiet:Labormedizin]]
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[[Tag:Endotoxin]]
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[[Tag:Testverfahren]]

Aktuelle Version vom 6. Dezember 2018, 17:53 Uhr

Synonym: LAL-Test

1 Definition

Der Limulustest, kurz LAL-Test, ist ein Testverfahren zum Nachweis von Pyrogenen. LAL steht dabei für "Limulus-Amöbozyten-Lysat".

2 Hintergrund

Lipopolysaccharide (LPS) aus der Zellwand gramnegativer Stäbchenbakterien reagieren mit einem Gel-bildenden Protein aus Blutzellen (Amöbozyten) des Pfeilschwanzkrebses (Limulus polyphemus). Für den LAL-Test wird ein Lysat aus den Blutzellen gewonnen, in dem das Gel-bildende Protein als inaktives Proenzym vorliegt. Nach Zugabe des Endotoxins wandelt sich das Proenzym konzentrationsabhängig zum aktiven Enzym.

Das aktive Enzym reagiert mit einem zugegebenen synthetischen Peptid, das an den Farbstoff p-Nitroanilin gekoppelt ist. Aus dem farblosen Substrat wird das gelb gefärbte p-Nitroanilin freigesetzt, das man photometrisch messen kann. Der Intensitätsanstieg der Färbung ist dabei direkt proportional zur Endotoxinkonzentration.

Der LAL-Test ist etwa 100-mal empfindlicher als der Kaninchentest. Er spricht jedoch nur auf die Endotoxine gramnegativer Bakterien an.

3 Anwendung

Der Limulustest dient der Überprüfung von Arzneimitteln zur parenteralen Anwendung sowie von Dialysaten.

Fachgebiete: Labormedizin

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