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Leitungswasser-Iontophorese: Unterschied zwischen den Versionen

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'''''Englisch''': tap water iontophoresis''
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==Definition ==
 
==Definition ==
Die Leitungswasser-Iontophorese ist ein Verfahren, bei dem mit Hilfe von Wasserbädern oder feuchten Elektroden kontinuierliche oder hochfrequent gepulste Gleichströme durch definierte Hautareale geleitet werden. In der Regel werden Handflächen und Fußsohlen oder Achselhöhlen behandelt. Ferner lassen sich auch andere Hautpartien, wie das Gesicht, therapieren.
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Die '''Leitungswasser-Iontophorese''' ist ein Verfahren der [[Elektrotherapie]], bei dem mit Hilfe von Wasserbädern oder feuchten [[Elektrode]]n kontinuierliche oder hochfrequent gepulste Gleichströme durch definierte [[Haut]]areale geleitet werden. In der Regel wird es bei vermehrter [[fokal]]er [[Schweiß]]bildung ([[Hyperhidrosis palmoplantaris]]) verwendet.  
 
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==Indikation ==
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*Idiopathische Hyperhidrosis der Handflächen und Fußsohlen oder
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Achselhöhlen
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*Multiple therapieresistente Verrucae vulgares an Händen oder
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Fußsohlen
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*Rezidivierende dyshidrosiforme Hand- oder Fußekzeme
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*Dyshidrosis
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*Postoperative Hyperhidrosis
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*Sudeck-Syndrom
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*Neigung zu Gram-negativen Fußinfekten
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*Keratoma sulcatum
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*Mykosen, bei denen die Hyperhidrosis einen prädisponierenden Faktor für die Infekte darstellt.
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==Wirkmechanismus ==
 
==Wirkmechanismus ==
Laut einer Studie der American Academy of Dermatology liegt die Erfolgsquote der Leitungswasser-Iontophorese bei 83 Prozent. Der Wirkungsmechanismus ist noch nicht hinreichend geklärt. Reinauer et al (1995) gehen in ihrer Studie von einer postsynaptischen Störung des sekretorischen Epithels aus. Sato et al (1993) vermuten eine Akkumulation von Wasserstoffionen im Ausführungsgang und sekretorischen Teil der Schweißdrüsen mit destruktiven Veränderungen durch den niedrigen pH-Wert.
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Der Wirkungsmechanismus der Leitungswasser-[[Iontophorese]] ist nicht hinreichend geklärt. Vermutet wird eine vorübergehende Funktionsbeeinträchtigung der [[Schweißdrüse]]n durch Blockierung der neuroglandulären Übertragung, durch Hemmung der Sekretion auf zellulärer Ebene oder durch Anhebung der Reizschwelle der [[Drüse]]n. Wahrscheinlicher erscheint jedoch eine Akkumulation von [[Proton]]en im Ausführungsgang und sekretorischen Teil der Schweißdrüsen mit destruktiven Veränderungen durch den niedrigen [[pH-Wert]].<ref>Anliker MD, Kreyden OP. [https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12471698/ Tap water iontophoresis], Curr Probl Dermatol. 2002;30:48-56, abgerufen am 15.07.2020</ref>
  
== Auswahl des Therapiegeräts ==
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==Indikation ==
===Leitungswasser-Iontophorese mit kontinuierlichem Gleichstrom ===
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Eine Leitungswasser-Iontophorese ist indiziert bei:<ref>Hölzle E et al. [https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19725837/ Recommendations for tap water iontophoresis], J Dtsch Dermatol Ges. 2010 May;8(5):379-83, abgerufen am 15.07.2020</ref>
Die Behandlung mit kontinuierlichem Gleichstrom gilt derzeit als Standardtherapie und gewährleistet eine hohe Wirksamkeit bei allen Schweregraden der Hyperhidrosis. Nachteilig ist bei unsachgemäßer Handhabung, das Auftreten von schwachen Stromschlägen. Eine elektronische Messung des Hautleitwerts ermöglicht bei modernen Geräten, wie  Idromed 5 GS und PS von Dr. K. Hönle Medizintechnik, eine automatische, kontrollierte Auf- und Abregulierung des Therapiestroms, so dass der sogenannte „Weidezauneffekt“ vermieden wird.
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* [[idiopathisch]]er [[Hyperhidrose]] der Handflächen, Fußsohlen oder Achselhöhlen
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* multiplen [[therapieresistent]]en [[Verruca vulgaris|Verrucae vulgares]] an Händen oder Fußsohlen
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* [[rezidivierend]]en [[Dyshidrosiformes Ekzem|dyshidrosiformen]] Hand- oder Fußekzemen
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* [[postoperativ]]er Hyperhidrosis
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* [[Sudeck-Syndrom]]
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* Neigung zu [[gramnegativer Fußinfekt|gramnegativem Fußinfekt]]
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* [[Keratoma sulcatum]]
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* [[Mykose]]n, bei denen die Hyperhidrosis einen [[prädisponierend]]en Faktor für die [[Infekt]]e darstellt.
  
===Leitungswasser-Iontophorese mit gepulstem Gleichstrom===
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==Formen==
Die Leitungswasser-Iontophorese mit gepulstem Gleichstrom ist aufgrund der fehlenden Nebenwirkungen, wie Hautirritationen oder Missempfindungen, insbesondere für empfindliche Menschen geeignet. Sehr gute Ergebnisse lassen sich bei mittelgradiger bis schwerer Hyperhidrosis erzielen. Nur bei extremen Formen der palmoplantaren Hyperhidrosis empfiehlt sich die Behandlung mit kontinuierlichem Gleichstrom. Die Pulsstrom-Iontophorese kann auch bei Kindern angewendet werden. Wegen ihres geringeren Hautwiderstands und ihres höheren Schmerzempfindens ist für sie der kontinuierliche Gleichstrom nicht geeignet. Grundsätzlich gibt es keine Altersbeschränkung, aber das Kind muss in der Lage sein, die Therapieanweisungen zu verstehen und zu befolgen.  
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===Kontinuierlicher Gleichstrom ===
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Die Leitungswasser-Iontophorese mit kontinuierlichem Gleichstrom kann bei allen Schweregraden der Hyperhidrosis angewendet werden. Nachteilig ist bei unsachgemäßer Handhabung das Auftreten von schwachen Stromschlägen. Die gleichzeitige elektronische Messung des Hautleitwerts ermöglicht eine automatische, kontrollierte Auf- und Abregulierung des Therapiestroms, sodass der sogenannte [[Weidezauneffekt]] vermieden wird. Sie ist für Kinder aufgrund des geringeren Hautwiderstandes nicht geeignet.
  
==Durchführung ==
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===Gepulster Gleichstrom===
===Anwendung ===
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Die Leitungswasser-Iontophorese mit gepulstem Gleichstrom kann aufgrund der geringeren [[Nebenwirkung]]en, wie Hautirritationen oder Missempfindungen, auch bei empfindlichen Menschen zum Einsatz kommen. Gute Ergebnisse lassen sich bei mittelgradiger bis schwerer Hyperhidrosis erzielen. Bei extremen Formen der palmoplantaren Hyperhidrosis sollte die Verwendung mit kontinuierlichem Gleichstrom bevorzugt werden.  
Eine Behandlungseinheit dauert durchschnittlich zehn bis 15 Minuten. Vor dem Füllen der Wannen mit Leitungswasser werden die Elektroden mit einem Gitter abgedeckt, um einen unmittelbaren Hautkontakt zu vermeiden. Die Wannen werden ca. drei bis vier cm hoch mit Leitungswasser befüllt, so dass die Handflächen und Fußsohlen vom Wasser bedeckt sind. Die Schwammtaschen für die Behandlung der Achseln werden kräftig getränkt. Bis der gewünschte Heilungserfolg erzielt ist, soll die Behandlung gleichmäßig mindestens dreimal wöchentlich durchgeführt werden. In der Erhaltungsphase reicht in der Regel eine Sitzung pro Woche aus. Da die Erhaltungsbehandlung kontinuierlich fortgeführt werden muss, empfiehlt sich ein Heimgerät für den Patienten. Vor der Behandlung sollten die entsprechenden Hautpartien fettfrei gemacht werden (Waschen mit einfacher Seife genügt). Bei einer starken Verhornung  kann ein Wechsel der Polarität erforderlich sein.
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===Sicherheitsvorkehrungen ===
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Die Pulsstrom-Iontophorese kann auch bei Kindern angewendet werden, sofern sie die Therapieanweisungen verstehen und befolgen können.
Vor der Iontophorese-Behandlung müssen metallische Gegenstände im Bereich der behandelten Haut (Armbänder, Ringe) entfernt werden. Epitheldefekte sind mit Vaseline abzudecken, um sie vor zu hohen Stromdichten zu schützen. Das Wasser darf weder entionisiert sein, noch dürfen andere Zusätze hinzugefügt werden, da sonst die Wirksamkeit der Leitungswasser-Iontophorese vermindert wird und unerwünschte Effekte auftreten können.
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===Hygiene===
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==Durchführung==
Nach jeder Behandlung gilt es, Wannen und Elektroden gründlich zu desinfizieren. Salbenreste müssen durch Abspülen entfernt werden. Die isolierenden Gitter sollten aus hygienischen Gründen nur für einen Patienten verwendet werden. Der Einsatz von Cremes und Ölen sollte bei der Therapie vermieden werden.
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Vor der Iontophorese-Behandlung müssen metallische Gegenstände im Bereich der behandelten Haut (Armbänder, Ringe) entfernt werden. Epitheldefekte sind mit [[Vaseline]] abzudecken, um sie vor zu hohen Stromdichten zu schützen. Das Wasser darf weder entionisiert sein, noch dürfen andere Zusätze hinzugefügt werden, da sonst die Wirksamkeit der Leitungswasser-Iontophorese vermindert wird und unerwünschte Effekte auftreten können.
  
==Kontraindikationen ==
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Eine Behandlungseinheit dauert durchschnittlich zehn bis 15 Minuten. Vor dem Füllen der Wannen mit Leitungswasser werden die Elektroden mit einem Gitter abgedeckt, um einen unmittelbaren Hautkontakt zu vermeiden. Die Wannen werden ca. drei bis vier cm hoch mit Leitungswasser befüllt, so dass die Handflächen und Fußsohlen vom Wasser bedeckt sind. Die Schwammtaschen für die Behandlung der Achseln werden kräftig getränkt. Bis der gewünschte Heilungserfolg erzielt ist, soll die Behandlung gleichmäßig mindestens dreimal wöchentlich durchgeführt werden. In der Erhaltungsphase reicht in der Regel eine Sitzung pro Woche aus. Da die Erhaltungsbehandlung kontinuierlich fortgeführt werden muss, empfiehlt sich ein Heimgerät für den Patienten. Vor der Behandlung sollten die entsprechenden Hautpartien fettfrei gemacht werden (Waschen mit einfacher Seife). Bei einer starken Verhornung kann ein Wechsel der Polarität erforderlich sein.
*Patienten mit einem implantierten elektronischen Gerät (z. B. Herzschrittmacher) dürfen nicht mit Leitungswasser-Iontophorese behandelt werden.
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*Für Schwangere liegen keine ausreichenden Studien vor
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*Metallimplantate im Bereich des Stromflusses (Arme oder Beine) verbieten eine Behandlung der entsprechenden Extremitäten.
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*Körperpartien mit größeren Hautdefekten, die nicht mit Vaseline oder isolierenden Pflastern oder Folien abgedeckt werden können, sind von der Therapie auszuschließen.
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*Die gleichzeitige Behandlung der Hautpartien mit Aluminiumchlorid kann die Wirksamkeit der Leitungswasser-Iontophorese herabsetzen.
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Nach jeder Behandlung gilt es, Wannen und Elektroden gründlich zu desinfizieren. [[Salbe]]nreste müssen durch Abspülen entfernt werden. Die isolierenden Gitter sollten aus hygienischen Gründen nur für einen Patienten verwendet werden. Der Einsatz von [[Creme]]s und Ölen sollte bei der Therapie vermieden werden.
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==Wirksamkeit==
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Verlässliche Aussagen zur [[Evidenz]] der Leitungswasser-Iontophorese lassen sich nur eingeschränkt machen, da nur wenige [[klinische Studie|kontrollierte klinische Studie]]n vorliegen. Das Verfahren hat sich im medizinischen Alltag etabliert.
  
 
==Nebenwirkungen==
 
==Nebenwirkungen==
*Während der Anwendung von kontinuierlichem Gleichstrom können leicht stechende, brennende oder kribbelnde Missempfindungen an den behandelnden Hautarealen auftreten.
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* leicht stechende, brennende oder kribbelnde [[Parästhesie|Missempfindungen]] an den behandelnden Hautarealen
*Durch unsachgemäße Handhabung der Therapiegeräte mit kontinuierlichem Gleichstrom kann beim plötzlichen Eintauchen oder Herausnehmen der Hände bzw. Füße ein leichter Stromschlag auftreten.
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* leichter Stromschlag durch unsachgemäße Handhabung der Therapiegeräte mit kontinuierlichem Gleichstrom beim plötzlichen Eintauchen oder Herausnehmen der Hände bzw. Füße  
*Rötungen und gelegentlich kleine flüchtige Vesikeln können unmittelbar nach der Behandlung auftreten.
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*Rötungen und gelegentlich kleine flüchtige [[Vesikel]] unmittelbar nach der Behandlung
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==Kontraindikationen ==
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* Patienten mit einem implantierten elektronischen Gerät (z. B. [[Herzschrittmacher]]) 
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* [[Schwangerschaft]]
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* Metallimplantate im Bereich des Stromflusses (Arme oder Beine) 
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* größeren Hautdefekten, die nicht mit [[Vaseline]] oder isolierenden [[Pflaster]]n oder Folien abgedeckt werden können
  
 
==Literatur==
 
==Literatur==
Schlereth, Tanja (2009): Hyperhidrose – Ursachen und Therapie von übermäßigem Schwitzen. In: Deutsches Ärzteblatt, 106 (3), S. 32-7.
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* Tanja S. [https://www.aerzteblatt.de/archiv/63004/Hyperhidrose-Ursachen-und-Therapie-von-uebermaessigem-Schwitzen Hyperhidrose – Ursachen und Therapie von übermäßigem Schwitzen], Dtsch Arztebl Int 2009; 106(3): 32-7, abgerufen am 15.07.2020
Melnik, Bodo (2006): Leitungswasser-Iontophorese. In: Der Facharzt, 2/2006, S.12-14.
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* Sato K et al. [https://journals.physiology.org/doi/abs/10.1152/jappl.1993.75.5.2258 Generation and transit pathway of H+ is critical for inhibition of palmar sweating by iontophoresis in water], Journal of Applied Physiology 1993 75:5, 2258-2264, abgerufen am 15.07.2020
Sato K et al. (1993): Generation and transit pathway of H+ is critical for inhibition of palmar sweating by iontophoresis in water. In: J Appl Physiol,75, S. 2258 2264.
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* Stephen R et al. [https://link.springer.com/article/10.1007/s001050050296 Die gepulste GleichstromIontophorese als neue Behandlungsmöglichkeit der Hyperhidrosis], Hautarzt 46, 543–547 (1995), abgerufen am 15.07.2020
Hölzle, Erhard et al. (2010): Empfehlungen zur Leitungswasser-Iontophorese. In: JDDG: Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, Vol. 8, Issue 5, S. 379–385.
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Reinauer Stephen et al. (1995): Die gepulste Gleichstrom-Iontophorese als neue Behandlungsmöglickeit. In: Hautarzt 46, S. 543-547.
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==Quellenn==
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<references/>
 
[[Fachgebiet:Dermatologie]]
 
[[Fachgebiet:Dermatologie]]
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[[Tag:Hyperhidrose]]
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[[Tag:Iontophorese]]

Aktuelle Version vom 17. Juli 2020, 14:43 Uhr

Englisch: tap water iontophoresis

1 Definition

Die Leitungswasser-Iontophorese ist ein Verfahren der Elektrotherapie, bei dem mit Hilfe von Wasserbädern oder feuchten Elektroden kontinuierliche oder hochfrequent gepulste Gleichströme durch definierte Hautareale geleitet werden. In der Regel wird es bei vermehrter fokaler Schweißbildung (Hyperhidrosis palmoplantaris) verwendet.

2 Wirkmechanismus

Der Wirkungsmechanismus der Leitungswasser-Iontophorese ist nicht hinreichend geklärt. Vermutet wird eine vorübergehende Funktionsbeeinträchtigung der Schweißdrüsen durch Blockierung der neuroglandulären Übertragung, durch Hemmung der Sekretion auf zellulärer Ebene oder durch Anhebung der Reizschwelle der Drüsen. Wahrscheinlicher erscheint jedoch eine Akkumulation von Protonen im Ausführungsgang und sekretorischen Teil der Schweißdrüsen mit destruktiven Veränderungen durch den niedrigen pH-Wert.[1]

3 Indikation

Eine Leitungswasser-Iontophorese ist indiziert bei:[2]

4 Formen

4.1 Kontinuierlicher Gleichstrom

Die Leitungswasser-Iontophorese mit kontinuierlichem Gleichstrom kann bei allen Schweregraden der Hyperhidrosis angewendet werden. Nachteilig ist bei unsachgemäßer Handhabung das Auftreten von schwachen Stromschlägen. Die gleichzeitige elektronische Messung des Hautleitwerts ermöglicht eine automatische, kontrollierte Auf- und Abregulierung des Therapiestroms, sodass der sogenannte Weidezauneffekt vermieden wird. Sie ist für Kinder aufgrund des geringeren Hautwiderstandes nicht geeignet.

4.2 Gepulster Gleichstrom

Die Leitungswasser-Iontophorese mit gepulstem Gleichstrom kann aufgrund der geringeren Nebenwirkungen, wie Hautirritationen oder Missempfindungen, auch bei empfindlichen Menschen zum Einsatz kommen. Gute Ergebnisse lassen sich bei mittelgradiger bis schwerer Hyperhidrosis erzielen. Bei extremen Formen der palmoplantaren Hyperhidrosis sollte die Verwendung mit kontinuierlichem Gleichstrom bevorzugt werden.

Die Pulsstrom-Iontophorese kann auch bei Kindern angewendet werden, sofern sie die Therapieanweisungen verstehen und befolgen können.

5 Durchführung

Vor der Iontophorese-Behandlung müssen metallische Gegenstände im Bereich der behandelten Haut (Armbänder, Ringe) entfernt werden. Epitheldefekte sind mit Vaseline abzudecken, um sie vor zu hohen Stromdichten zu schützen. Das Wasser darf weder entionisiert sein, noch dürfen andere Zusätze hinzugefügt werden, da sonst die Wirksamkeit der Leitungswasser-Iontophorese vermindert wird und unerwünschte Effekte auftreten können.

Eine Behandlungseinheit dauert durchschnittlich zehn bis 15 Minuten. Vor dem Füllen der Wannen mit Leitungswasser werden die Elektroden mit einem Gitter abgedeckt, um einen unmittelbaren Hautkontakt zu vermeiden. Die Wannen werden ca. drei bis vier cm hoch mit Leitungswasser befüllt, so dass die Handflächen und Fußsohlen vom Wasser bedeckt sind. Die Schwammtaschen für die Behandlung der Achseln werden kräftig getränkt. Bis der gewünschte Heilungserfolg erzielt ist, soll die Behandlung gleichmäßig mindestens dreimal wöchentlich durchgeführt werden. In der Erhaltungsphase reicht in der Regel eine Sitzung pro Woche aus. Da die Erhaltungsbehandlung kontinuierlich fortgeführt werden muss, empfiehlt sich ein Heimgerät für den Patienten. Vor der Behandlung sollten die entsprechenden Hautpartien fettfrei gemacht werden (Waschen mit einfacher Seife). Bei einer starken Verhornung kann ein Wechsel der Polarität erforderlich sein.

Nach jeder Behandlung gilt es, Wannen und Elektroden gründlich zu desinfizieren. Salbenreste müssen durch Abspülen entfernt werden. Die isolierenden Gitter sollten aus hygienischen Gründen nur für einen Patienten verwendet werden. Der Einsatz von Cremes und Ölen sollte bei der Therapie vermieden werden.

6 Wirksamkeit

Verlässliche Aussagen zur Evidenz der Leitungswasser-Iontophorese lassen sich nur eingeschränkt machen, da nur wenige kontrollierte klinische Studien vorliegen. Das Verfahren hat sich im medizinischen Alltag etabliert.

7 Nebenwirkungen

  • leicht stechende, brennende oder kribbelnde Missempfindungen an den behandelnden Hautarealen
  • leichter Stromschlag durch unsachgemäße Handhabung der Therapiegeräte mit kontinuierlichem Gleichstrom beim plötzlichen Eintauchen oder Herausnehmen der Hände bzw. Füße
  • Rötungen und gelegentlich kleine flüchtige Vesikel unmittelbar nach der Behandlung

8 Kontraindikationen

  • Patienten mit einem implantierten elektronischen Gerät (z. B. Herzschrittmacher)
  • Schwangerschaft
  • Metallimplantate im Bereich des Stromflusses (Arme oder Beine)
  • größeren Hautdefekten, die nicht mit Vaseline oder isolierenden Pflastern oder Folien abgedeckt werden können

9 Literatur

10 Quellenn

  1. Anliker MD, Kreyden OP. Tap water iontophoresis, Curr Probl Dermatol. 2002;30:48-56, abgerufen am 15.07.2020
  2. Hölzle E et al. Recommendations for tap water iontophoresis, J Dtsch Dermatol Ges. 2010 May;8(5):379-83, abgerufen am 15.07.2020

Fachgebiete: Dermatologie

Diese Seite wurde zuletzt am 17. Juli 2020 um 14:43 Uhr bearbeitet.

Bei der Iontophorese handelt sich es um das einbringen eines Medikaments/Wirkstoff (Bsp. Diclofenac) in den Körper mit Hilfe eines galvanischen Stroms (Gleichstrom).
#1 am 14.07.2020 von Thomas Kursawe (Heilpraktiker/in)

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