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Lederzecke

Version vom 22. Mai 2019, 12:31 Uhr von Patrick Messner (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Argasidae, Saumzecken

1 Definition

Die Lederzecken, auch Saumzecken genannt, sind eine vor allem in den Subtropen und Tropen zu findende Familie der Zecken.

2 Einteilung

Apomorphien zur Schwesterngruppe der Schildzecken (Ixodidae) sind das Fehlen eines Rückenschildes, das unter dem Rücken eingezogene Gnathosoma und die lederartige Cuticula.

3 Morphologie

Vergleich der Merkmale von Lederzecken und Schildzecke]]:

Merkmal Lederzecken Schildzecken
Rückenschild (Scutum): fehlt vorhanden (alle Stadien)
Beinpaare:
Adulte, Nymphe 4 4
Larven 3 3
Capitulum:
Adulte, Nymphen ventral gelegen, von dorsal nicht sichtbar vorderständig, von dorsal sichtbar
Larven vorderständig vorderständig
Haller'sches Organ: vorhanden (alle Stadien) vorhanden (alle Stadien)
Atemöffnung:
Adulte, Nymphen klein, vor Coxa des 4. Beinpaares groß, hinter Coxa des 4. Beinpaares
Larven fehlt (Hautatmung) fehlt (Hautatmung)
Haftlappen an Tarsen:
Adulte, Nymphen fehlen vorhanden
Larven vorhanden vorhanden
Coaldrüse: vorhanden fehlt
Geschlechtsdimorphismus: gering deutlich
Entwicklung: Ei → Larve → Nymphenstadien → Adulti Ei → Larve → Nymphe → Adulti
Eiablage: mehrmals (< 500 Eier/Gelege) einmal (> 1.000 bis 10.000 Eier/Gelege)
Habitat: typisch arid typisch humid bis semiarid
Dauer Saugakt: 20-30 min 2 bis ca. 10 Tage)
Körpergewichtzunahme Saugakt bis 12 mal bis 120 mal
Hungerperioden: 20 Tage (Larven), 5-7 Jahre (Adulte) 1 Monat bis ca. 1 Jahr
Lebensalter: bis 12 Jahre bis einige Jahre
Dauer einer Generation: 6 bis 12 Monate 2 Monate bis mehrere Jahre

4 Lebensraum

Die Lederzecke ist vor allem in den Subtropen und Tropen zu finden. Fast alle der 200 Arten sind temporäre Blutsauger. Als Wirte werden Vögel oder Fledermäuse bevorzugt, jedoch werden auch Schlangen und Eidechsen von den Ektoparasiten nachts befallen. Tagsüber ziehen sich die Zecken in Spalten oder in das Nistmaterial ihres Wirtes zurück. Da die meisten Arten in den Bauten und Nestern ihrer Wirte leben, können diese bei Mahlzeiten verschiedene, zur selben Art gehörende, Indivduen benutzen.

5 Lederzecken als Krankheitsüberträger

Zu den Vogelparasiten gehören die Persische Lederzecke (Argas persicus), sowie die Taubenzecke. Sie verbreiten die Vogelspirochätose. In Schweinepopulationen können sie die afrikanische Schweinepest, kurz ASP, verbreiten.

Ornithodorus moubata, eine in mehreren Gebieten Afrikas vorkommende Art, spielt für den Menschen eine besondere Rolle. Sie überträgt unterschiedliche Formen des durch Borrelien ausgelösten Zeckenrückfallfiebers. Erschwert wird die Prävention von Zeckenbissen dadurch, dass die Zecken im Geflecht von Grashütten Unterschlupf finden und sich dort zahlreich vermehren.

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Fachgebiete: Parasitologie

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