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Lambert-Eaton-Syndrom: Unterschied zwischen den Versionen

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''Synonym: Lambert-Eaton-Myasthenisches-Syndrom, LEMS, LES. Pseudomyasthenie Lambert-Eaton-Rooke''<BR>
Lambert-Eaton-Syndrom
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Lambert-Eaton Myasthenisches Syndrom, LEMS, LES. Pseudomyasthenie Lambert-Eaton-Rooke''<BR>
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'''''Englisch''': Lambert-Eaton syndrome, Lambert-Eaton myasthenic syndrome
 
'''''Englisch''': Lambert-Eaton syndrome, Lambert-Eaton myasthenic syndrome
  
Definition
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==Definition==
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Das '''Lambert-Eaton-Syndrom''' ist eine [[Autoimmunerkrankung]] des [[PNS|peripheren Nervensystem]]s mit großer Ähnlichkeit zur [[Myasthenia gravis]], einer klinisch vergleichbaren, jedoch weitaus häufigeren Erkrankung.
  
Das Lambert-Eatnn-Syndom ist eine autoimmun induzierte präsynaptische  neuromuskuläre Übertragungsstörung
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==Pathophysiologie==
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Im Rahmen eines Lambert-Eaton-Syndroms ist die Freisetzung von [[Acetylcholin]] an [[cholinerg]]en [[Synapse]]n und damit die [[neuromuskuläre Signalübertragung]] gestört. Ursache dafür sind [[Autoantikörper]], die [[präsynaptisch]] die Dichte von spannungsgesteuerten [[Kalziumkanal|Calciumkanälen]] vom Typ P/Q reduzieren, so dass der Einstrom von [[Calcium]]ionen in die [[Endplatte|motorische Endplatte]] vermindert ist. Die Folge ist eine ebenfalls verminderte Freisetzung des Transmitters Acetylcholin an der motorischen Endplatte. Postsynaptisch ist das durch Depolarisation ausgelöste Endplattenpotential zu gering, um ein [[Aktionspotential]] an der Muskelfaser zu erzeugen.
  
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Darüber hinaus kann es beim Lambert-Eaton-Syndrom zu [[autonomes Nervensystem|autonomen Störungen]] kommen, da auch an den [[muskarinerg]]en Synapsen des autonomen Nervensystem die Freisetzung von Acetylcholin beeinträchtigt ist.
  
Pathophysiologie
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==Ursachen==
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===Paraneoplastisches Lambert-Eaton-Syndrom===
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In 50 bis 60 % der Fälle tritt das Lambert-Eaton-Syndrom [[paraneoplastisch]] auf, in der Fachliteratur abgekürzt bezeichnet als "PLEMS" oder "TLEMS" (Tumor-LEMS). Am häufigsten handelt es sich dabei um das [[kleinzelliges Bronchialkarzinom|kleinzellige Bronchialkarzinom]] (SCLC). Das SCLC bildet an seiner Oberfläche [[Calciumkanal|Calciumkanäle]] (CC) vom Typ P/Q aus. Die Immunabwehr richtet sich nicht nur gegen die CC des Tumors, sondern auch gegen die präsynaptischen spannungsgesteuerten Calciumkanäle ([[VGCC]]) vom P/Q-Typ an der motorischen Endplatte.
  
Beim Lambert-Eaton-Syndrom ist die neuromuskuläre Signalübertragung gestört.
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===Idiopathisches Lambert-Eaton-Syndrom===
(Auto-) Antikörper reduzieren präsynaptisch die Dichte von  spannungsgesteuerten Calcium-Kanälen vom Typ P/Q, so dass der Einstrom von Calciumionen in die Endplatte vermindert ist mit der Folge einer ebenfalls verminderten Freisetzung des Transmitters Acetylcholin an der motorischen Endplatte. Postsynaptisch ist  das durch Depolarisation ausgelöste Endplattenpotential ggf. zu gering, um ein Aktionspotential an der Muskelfaser zu erzeugen.
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In den Fällen ohne Tumorassoziation ist der Autoimmunprozess ungeklärt. Das [[idiopathisch]]e Lambert-Eaton-Syndrom ist gehäuft mit weiteren Autoimmunerkrankungen assoziiert, u.a. - jedoch selten - mit der [[Myasthenia gravis]].
Die Folge ist eine Muskelschwäche.
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Weiterhin sind autonome Störungen typisch für das Lambert-Eaton-Syndrom, da auch an den muscarinergen Synapsen des autonomen Nervensystem die Freisetzung von Acetylcholin beeinträchtigt ist.
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In 50 - 70 % der Fälle tritt das Lambert-Eaton-Syndrom paraneoplastisch auf. Am häufigsten handelt es sich um das kleinzellige Bronchialkarzinom (SCLC).
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Das kleinzelige Bronchialkarzinom bildet an der Oberfläche Calciumkanäle vom Typ P/Q  aus.
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Im Rahmen einer "übereifrigen" Immunabwehr werden auch körpereigene Calciumkanäle desselben Typs angegriffen.
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In der Literatur sind Fälle beschrieben, bei denen das Lambert-Eaton-Syndrom u.a. zusammen mit dem großzelligen Lungentumor, einem Adenokarzinom der Lunge, Non- Hodgkin-Lymphomen und eines Thymoms aufgetreten ist.
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In den Fällen ohne Tumorassoziation ist der Autoimmunprozess ungeklärt. Das idiopathische Lambert-Eaton-Syndrom ist gehäuft mit weiteren [[Autoimmunerkrankungen]] assoziiert, u.a. - jedoch selten - mit der [[Myasthenia gravis]].
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==Symptomatik==
 
==Symptomatik==
 
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Betroffene weisen als Anfangssymptom charakteristischerweise eine beinbetonte [[Gliedergürtelschwäche]] auf. Das Fortschreiten der Muskelschwäche erfolgt in der Regel von unten nach oben und von [[proximal]] nach [[distal]]. Während bei der Myasthenia gravis das Anfangssymptom [[Augenmuskelparese]]n und [[Doppelbilder]] sind und in vielen Fällen auch das einzige Symptom bleibt ([[Okuläre Myastenie]]), treten Augensymptome beim Lambert-Eaton-Syndrom selten und meist erst im späteren Verlauf der Erkrankung auf.
Betroffene weisen als Anfangssymptom charakteristischerweise eine beinbetonte Gliedergürtelschwäche auf. Das Fortschreiten der Muskelschwäche erfolgt in der Regel von unten nach oben und von proximal nach distal.. Während bei der Myasthenia gravis das Anfangssymptom okuläre Störungen wie Verschwommensehen, Doppelbilder und hängendes Oberlid sind und in vielen Fällen auch das einzige Symptom bleibt (Okuläre Myasthenie), treten Augensymptome beim Lambert-Eaton-Syndrom seltener und meist erst im späteren Verlauf der Erkrankung auf.
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Weitere Symptome sind:
 
Weitere Symptome sind:
* Abgeschwächte [[Muskeleigenreflexe]], der [[PSR]] ist in vielen Fällen erloschen
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* Abgeschwächte Muskeleigenreflexe, der [[PSR]] ist meist erloschen
* [[Mundtrockenheit]] (diagnoseweisend!)
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* Verminderter Tränen- und Speichelfluss (Mundtrockenheit)
* [[Augentrockenheit]]
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* Vermindertes Schwitzen
 
* Vermindertes Schwitzen
* Obstipation
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* [[Akkommodationsstörung]]en
*Blasenentleerungsstörung ([[Miktionsstörung]])
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* [[Blasenentleerungsstörung]]
* Verschwommensehen ([[Akkommodationsionsstörung]])
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* [[Ptosis]]
* [[Doppelbilder]]
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* [[Obstipation]]
* hängendes Oberlid ([[Ptosis]])==
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* [[Erektionsstörung]]en
  
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Wenn Patienten über anhaltende, ggf. sich verschlimmernde Schwierigkeiten beim Treppensteigen oder Aufstehen aus der Sitzposition klagen, sowie über eine reduzierte Gehstrecke, sollte bei der [[Differenzialdiagnose]] immer das Lambert-Eaton-Syndrom mit einbezogen werden.
  
Cave: Beim Lambert-Eaton-Syndrom gibt es untypische Symptome und Verläufe.
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''Cave'': Beim Lambert-Eaton-Syndrom gibt es untypische Symptome und Verläufe.
  
 
==Diagnose==
 
==Diagnose==
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Die Diagnose des Lambert-Eaton-Syndrom wird nach [[Anamnese]] und klinisch-neurologischer Untersuchung vor allem durch die Befunde des [[Elektromyogramm]]s und [[Laboruntersuchung]]en gesichert.
  
Anamnese und Körperliche Untersuchung
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===Neurologische Untersuchung===
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Bei klinischer Prüfung der Muskelkraft (z.B. Handgriff) nimmt die Maximalkraft bei anhaltender willkürlicher Kraftanwendung über einige Sekunden zu ([[Lambert-Zeichen]]), was man als "[[Inkrement]]" bezeichnet. Abgeschwächte Muskeleigenreflexe können durch Erzeugung eines "Reflex-Inkrements" (kurz hintereinander wiederholte Reflexhammerschläge) kurzfristig belebt werden.
  
Wenn Patienten über anhaltende, ggf. sich verschlimmernde Schwierigkeiten beim Treppensteigen oder Aufstehen aus der Sitzposition klagen sowie über eine reduzierte Gehstrecke, sollte in die Differenzialdiagnose immer das Lambert-Eaton-Syndrom mit einbezogen werden.
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===Elektromyogramm===
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Bei wiederholter Reizung eines Muskels kommt es durch die [[Akkumulation]] von [[Acetylcholin]] zu einer stärkeren Muskelkontraktion, die sich in Form höherer Amplituden bemerkbar macht.
  
Elektrophysilogie
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===Labormedizin===
 
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Bei ca. 85% der betroffenen Patienten ist der Nachweis von [[Autoantikörper]]n gegen Calciumkanäle (VGCC) möglich. Antikörper gegen VGCC Typ P/Q werden auch bei einigen Patienten mit [[Bronchialkarzinom]] ohne LEMS-Symptome gefunden und unter anderem auch bei paraneoplastischer Kleinhirndegeneration mit und ohne LEMS.
Motorische Standardneurografie:
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Niedrige Amplitude der Muskelsummenktionspotentiale (MSAP)
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Nach willkürlicher Muskelanspannung über 10 Sekunden kurzfristige hohe Zunahme des MSAP = Inkrement. Bei über (!)  100% kann die Diagnose des Lambert-Eaton-Syndroms ls gesichert angesehen werden, bei 6ß % als wahrscheinlich.
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Bei niederfrequenter Stimulation mit5 3 Hz zeigt sich ein Dekrement (!), was zur Fehldiagnose "Myasthenia gravis führen kann.
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Die Diagnose des Lambert-Eaton-Syndrom wird durch Befunde aus [[Elektromyogramm]], [[Labormedizin]], [[Anamnese]] und körperlicher Untersuchung gestützt.
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Serologie
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Antikörper gegen VGCC Typ P/Q
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Bei ca. 85 % der betroffenen Patienten ist der Nachweis von [[Autoantikörper]]n gegen den Calcium-Kanal (VGCC = voltage gated calcium channel) möglich. (VGCC Typ P/Q werden auch bei einigen Patienten mit 'Bronchialkarzinom ohne LEMS-Symptome gefunden und unter anderem bei paraneoplstischer Kleinhirndegeneration mit und ohne LEMS.
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Antikörper gegen das SOX1-antigen
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finden sich bei 70% der Fälle mit paraneiplastischem LEMS.
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Thorax CT und FDG-P'ET
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Bei paraneoplastischem Vrlauf wird das Karzinom in den meisten Fällen innerhalb eines Jahres bzw. im allgemeinen innerhalb von 2 - 3 Jahren nach dem Auftreten der typischen LEMS-Symptome erkannt, in einem Fallbericht dauerte es 5 Jahre bis zur Karzinomdiagnose.
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Antikörper gegen das SOX1-Antigen finden sich bei etwa 70% der Fälle mit PLEMS.
  
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===Bildgebung===
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Zum Ausschluss eines Bronchialkarzinoms werden [[Thorax-CT]] und [[FDG-PET]] durchgeführt. Bei paraneoplastischem Verlauf wird das Karzinom in einem Zeitraum von 1 bis 3 Jahren nach dem Auftreten der typischen LEMS-Symptome [[manifest]].
  
 
==Therapie==
 
==Therapie==
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Bei einem als Paraneoplasie auftretenden Lambert-Eaton-Syndrom ist primär die zugrundeliegende maligne Neoplasie zu therapieren. Der Verlauf ist dann vom Erfolg der Tumortherapie abhängig. Bei erfolgreicher Therapie des Tumors kann es zur kompletten [[Remission]] kommen.
  
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Bei idiopathischen Formen kann eine [[Immunsuppression]] mittels [[Glukokortikoid]]en und [[Azathioprin]] die Produktion von Autoantikörpern verringern. Falls ein zufriedenstellender Erfolg ausbleibt, können zusätzlich [[Immunsuppressiva]] (z.B. [[Rituximab]]) oder eine [[Plasmapherese]] versucht werden.
  
(1) Symtomatische Behandlung der Muskelschwäche
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Die Gabe von [[3,4-Diaminopyridin]] kann über eine Blockade von präsynaptischen Kaliumkanälen indirekt die Freisetzung von Acetylcholin steigern. Der Wirkstoff wird zur [[symptomatisch]]en Behandlung von LEMS und PLEMS eingesetzt.
 
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3,4-Diaminopyridin
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An erster Stelle sowohl beim paraneoplstischen und idiopathischen Lambert-Eaton-Syndrom die medikamentöse Linderung der Symptome mit 3,4-Diaminopyridin (3,4-DAP). 3,4-DAP blockiert Kaliumkanäle, wodurch die Acetylcholinausschüttung durch verzögerte Repolarisation verlängert wird. . Einige Patienten profitieren von der Kombination mit Pyridostigminbromid ((Acetylcholin-Esterasehemmer).
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(2) Immunmodulierenden und immunsupprimierende Medikamente
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werden eingesetzt, wenn die symptomatische Therapie nicht zur erfolgreichen Behandlung der Muskelschwäche führt. Angewendet  werden. 
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Beim idiopathischen Verlauf werden  Glukokortikoide (schneller wirksam) und Azathioprin verabreicht. Wenn ein paraneoplastischem Verlauf nicht ausgeschlossen werden kann möglichst nur Glukokortikoide..
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Falls ein zufriedenstellender Erfolg ausbleibt, können folgende Therapien versucht werden:
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Immunglobuline i.V. und Pasmapherese,
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ggf. andere Immunsuppressiva, so auch u.U. Rituximab.
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Beim paraneoplastischen Verlauf ist die Behandlung des Tumors vorrangig. 
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Bei erfolgreicher Therapie der malignen Neoplasie beim  Paraneoplastischen Lambert-Eaton-Syndroms kann es zur kompletten Remission kommen.
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Bei idiopathischen Formen kann eine [[Immunsuppression]] mittels [[Glukokortikoid]]en und [[Azathioprin]] die Produktion von Autoantikörpern verringern.
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Prognose
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Die Prognose beim Vorliegen eines kleinzelligen Bronchialkarzinoms bei LEMS ist günstiger als ohne, m Möglicherweise entweder, weil Antiköroer wirksam sind, oder weil der Tumor früher erkannt und behandelt wid.
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Vor einigen Jahren hat ein Niederländisch-Englisches Team einen kriterienkatalog entwickelt, der nach Ansicht der Autoren mit der Diagnose auch ziemlich sichere Aussagen über den Verlauf des Lambert-Eaton-Syndroms machen kann.
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Kurzinfo über den DELTA-P Score folgt.
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==Weblinks==
 
==Weblinks==

Aktuelle Version vom 17. Mai 2018, 08:34 Uhr

Synonym: Lambert-Eaton-Myasthenisches-Syndrom, LEMS, LES. Pseudomyasthenie Lambert-Eaton-Rooke
Englisch: Lambert-Eaton syndrome, Lambert-Eaton myasthenic syndrome

1 Definition

Das Lambert-Eaton-Syndrom ist eine Autoimmunerkrankung des peripheren Nervensystems mit großer Ähnlichkeit zur Myasthenia gravis, einer klinisch vergleichbaren, jedoch weitaus häufigeren Erkrankung.

2 Pathophysiologie

Im Rahmen eines Lambert-Eaton-Syndroms ist die Freisetzung von Acetylcholin an cholinergen Synapsen und damit die neuromuskuläre Signalübertragung gestört. Ursache dafür sind Autoantikörper, die präsynaptisch die Dichte von spannungsgesteuerten Calciumkanälen vom Typ P/Q reduzieren, so dass der Einstrom von Calciumionen in die motorische Endplatte vermindert ist. Die Folge ist eine ebenfalls verminderte Freisetzung des Transmitters Acetylcholin an der motorischen Endplatte. Postsynaptisch ist das durch Depolarisation ausgelöste Endplattenpotential zu gering, um ein Aktionspotential an der Muskelfaser zu erzeugen.

Darüber hinaus kann es beim Lambert-Eaton-Syndrom zu autonomen Störungen kommen, da auch an den muskarinergen Synapsen des autonomen Nervensystem die Freisetzung von Acetylcholin beeinträchtigt ist.

3 Ursachen

3.1 Paraneoplastisches Lambert-Eaton-Syndrom

In 50 bis 60 % der Fälle tritt das Lambert-Eaton-Syndrom paraneoplastisch auf, in der Fachliteratur abgekürzt bezeichnet als "PLEMS" oder "TLEMS" (Tumor-LEMS). Am häufigsten handelt es sich dabei um das kleinzellige Bronchialkarzinom (SCLC). Das SCLC bildet an seiner Oberfläche Calciumkanäle (CC) vom Typ P/Q aus. Die Immunabwehr richtet sich nicht nur gegen die CC des Tumors, sondern auch gegen die präsynaptischen spannungsgesteuerten Calciumkanäle (VGCC) vom P/Q-Typ an der motorischen Endplatte.

3.2 Idiopathisches Lambert-Eaton-Syndrom

In den Fällen ohne Tumorassoziation ist der Autoimmunprozess ungeklärt. Das idiopathische Lambert-Eaton-Syndrom ist gehäuft mit weiteren Autoimmunerkrankungen assoziiert, u.a. - jedoch selten - mit der Myasthenia gravis.

4 Symptomatik

Betroffene weisen als Anfangssymptom charakteristischerweise eine beinbetonte Gliedergürtelschwäche auf. Das Fortschreiten der Muskelschwäche erfolgt in der Regel von unten nach oben und von proximal nach distal. Während bei der Myasthenia gravis das Anfangssymptom Augenmuskelparesen und Doppelbilder sind und in vielen Fällen auch das einzige Symptom bleibt (Okuläre Myastenie), treten Augensymptome beim Lambert-Eaton-Syndrom selten und meist erst im späteren Verlauf der Erkrankung auf.

Weitere Symptome sind:

Wenn Patienten über anhaltende, ggf. sich verschlimmernde Schwierigkeiten beim Treppensteigen oder Aufstehen aus der Sitzposition klagen, sowie über eine reduzierte Gehstrecke, sollte bei der Differenzialdiagnose immer das Lambert-Eaton-Syndrom mit einbezogen werden.

Cave: Beim Lambert-Eaton-Syndrom gibt es untypische Symptome und Verläufe.

5 Diagnose

Die Diagnose des Lambert-Eaton-Syndrom wird nach Anamnese und klinisch-neurologischer Untersuchung vor allem durch die Befunde des Elektromyogramms und Laboruntersuchungen gesichert.

5.1 Neurologische Untersuchung

Bei klinischer Prüfung der Muskelkraft (z.B. Handgriff) nimmt die Maximalkraft bei anhaltender willkürlicher Kraftanwendung über einige Sekunden zu (Lambert-Zeichen), was man als "Inkrement" bezeichnet. Abgeschwächte Muskeleigenreflexe können durch Erzeugung eines "Reflex-Inkrements" (kurz hintereinander wiederholte Reflexhammerschläge) kurzfristig belebt werden.

5.2 Elektromyogramm

Bei wiederholter Reizung eines Muskels kommt es durch die Akkumulation von Acetylcholin zu einer stärkeren Muskelkontraktion, die sich in Form höherer Amplituden bemerkbar macht.

5.3 Labormedizin

Bei ca. 85% der betroffenen Patienten ist der Nachweis von Autoantikörpern gegen Calciumkanäle (VGCC) möglich. Antikörper gegen VGCC Typ P/Q werden auch bei einigen Patienten mit Bronchialkarzinom ohne LEMS-Symptome gefunden und unter anderem auch bei paraneoplastischer Kleinhirndegeneration mit und ohne LEMS.

Antikörper gegen das SOX1-Antigen finden sich bei etwa 70% der Fälle mit PLEMS.

5.4 Bildgebung

Zum Ausschluss eines Bronchialkarzinoms werden Thorax-CT und FDG-PET durchgeführt. Bei paraneoplastischem Verlauf wird das Karzinom in einem Zeitraum von 1 bis 3 Jahren nach dem Auftreten der typischen LEMS-Symptome manifest.

6 Therapie

Bei einem als Paraneoplasie auftretenden Lambert-Eaton-Syndrom ist primär die zugrundeliegende maligne Neoplasie zu therapieren. Der Verlauf ist dann vom Erfolg der Tumortherapie abhängig. Bei erfolgreicher Therapie des Tumors kann es zur kompletten Remission kommen.

Bei idiopathischen Formen kann eine Immunsuppression mittels Glukokortikoiden und Azathioprin die Produktion von Autoantikörpern verringern. Falls ein zufriedenstellender Erfolg ausbleibt, können zusätzlich Immunsuppressiva (z.B. Rituximab) oder eine Plasmapherese versucht werden.

Die Gabe von 3,4-Diaminopyridin kann über eine Blockade von präsynaptischen Kaliumkanälen indirekt die Freisetzung von Acetylcholin steigern. Der Wirkstoff wird zur symptomatischen Behandlung von LEMS und PLEMS eingesetzt.

7 Weblinks

7.1 Selbsthilfe

Fachgebiete: Neurologie

Diese Seite wurde zuletzt am 17. Mai 2018 um 08:34 Uhr bearbeitet.

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