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Labyrinthitis: Unterschied zwischen den Versionen

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==Definition==
 
==Definition==
Als '''Labyrinthitis''' bezeichnet man die [[Entzündung]] des [[Labyrinth]]s (Innenohr).
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Unter einer Labyrinthitis versteht man die [[Entzündung]] des [[Labyrinth]]s im [[Innenohr]].
  
==Einteilung==
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==Formen==
Man unterscheidet im wesentlichen zwei Formen der Labyrinthitis:
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===Tympanogene Labyrinthitis===
*umschriebene Labyrinthitis: v.a. bei [[chronisch]]er [[Otitis media]] ([[Cholesteatom]]), die zu einer [[Arrosion]] des lateralen [[Bogengang]]s führt
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Die tympanogene Labyrinthitis entsteht im Rahmen einer [[Otitis media]] durch das Übergreifen auf benachbarte Strukturen. Es handelt sich dabei um eine [[serös]]e Labyrinthitis, bei der [[Toxin]]e über das runde und ovale Fenster das [[Innenohr]] erreichen.
*diffuse Labyrinthitis: [[seröse Entzündung]] bei [[akut]]er [[Otitis media]] oder [[eitrige Entzündung]] bei eitriger [[Mastoiditis]], chronischer Otitis media oder eitriger [[Meningitis]].
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===Lueslabyrinthitis===
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Die Lueslabyrinthitis bezeichnet eine Labyrinthitis bei einer [[Lues]] im zweiten oder dritten Stadium, die mit einer luetischer [[Pleuritis]] oder [[Meningitis]] einhergeht.
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===Meningogene Labyrinthitis===
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Eine durch [[Pneumokokken]] oder durch [[Meningokokken]] ausgelöste [[Meningitis]] kann ebenfalls zu einer Labyrinthitis führen. Dabei gelangen die [[Bakterium|Bakterien]] über den [[Aqueductus cochleae]] in das Innenohr. Die meningogene Labyrinthitis führt zum [[Labyrinthausfall]].
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===Virale Labyrinthitis===
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[[Mumps]], ein [[Zoster oticus]] sowie [[Masern]] können ebenfalls eine Labyrinthitis auslösen.
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===Andere===
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Auch eine [[Borreliose]], der [[Morbus Wegener]] und andere [[Autoimmunerkrankung]]en führen in einigen Fällen zur Labyrinthitis.
  
 
==Klinik==
 
==Klinik==
Je nach Form der Labyrinthitis können unterschiedliche Symptome dominieren. Zu diesen gehören [[Übelkeit]], [[Erbrechen]], [[Drehschwindel]], [[Nystagmus]] ([[Reiznystagmus]], [[Ausfallnystagmus]]) und [[Hörminderung]] bis hin zur [[Ertaubung]].
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Die betroffenen Patienten klagen über [[Drehschwindel]] und [[Erbrechen]]. Bei alleiniger Reizung des Labyrinths besteht ein [[Nystagmus|Spontannystagmus]] zur kranken Seite, bei Ausfall des Labyrinths liegt ein Nystagmus zur Gegenseite vor. Das [[Gehör|Hörvermögen]] ist vermindert.
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Eine Komplikation ist der Übergang in eine [[Eiter|eitrige]] Labyrinthitis. Bei der eitrigen Labyrinthitis sind Drehschwindel und Erbrechen ausgeprägter, es besteht ein Ausfallnystagmus zur Gegenseite sowie [[Taubheit]].
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Es besteht die Gefahr, dass sich die Erkrankung über den [[Gehörgang]] ausbreitet. Weiterhin kann sich eine [[Labyrinthostitis]] entwickeln, welche die Gefahr einer [[Meningitis]] mit sich bringt.
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Im [[Audiogramm]] zeigt sich eine [[Schallempfindungsschwerhörigkeit]]. Um insbesondere bei einer eitrigen Labyrinthitis eine [[Knochen|knöcherne]] Beteiligung auszuschließen, wird eine [[Computertomographie]] oder eine [[Magnetresonanztomographie]] mit [[Gadolimium]] angefertigt.
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Außerdem sollte das [[Vestibularorgan]] mittels [[thermische Prüfung|thermischer Prüfung]] und [[rotatorische Prüfung|rotatorischer Prüfung]] untersucht werden.
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Je nach vermuteter Ursache werden weitere Untersuchungen notwendig (z.B. [[Immunserologie]]).
  
 
==Therapie==
 
==Therapie==
Als Maßnahmen kommen u.a. [[Parazentese]], intravenöse Verabreichung von [[Antibiotika]] oder operative Maßnahmen in Betracht, z.B. eine [[Mastoidektomie]].
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Wenn die Labyrinthitis erst seit kurzer Zeit besteht und durch Bakterien verursacht worden ist, werden [[Antibiotikum|Antibiotika]] verordnet. Bei [[viral]]er Genese werden [[Virustatikum|Virostatika]] ([[Aciclovir]]) verabreicht. Hilfreich sind weiterhin [[Rheologikum|Rheologika]] sowie [[Kortikoid]]e.  
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Bei einer seit mehreren Tagen bestehender Labyrinthitis mit Knocheneinschmelzung erfolgt eine [[Mastoidektomie]] und ggf. bei fortgeschrittener [[Nekrose]] eine [[Labyrinthektomie]].
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Wenn die Labyrinthitis im Rahmen eines [[Morbus Wegener]] oder einer [[Autoimmunerkrankung]] auftritt, werden [[Immunsuppressivum|Immunsuppressiva]] verordnet.
 
[[Fachgebiet:Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde]]
 
[[Fachgebiet:Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde]]

Version vom 10. August 2008, 09:58 Uhr

Englisch: labyrinthitis

1 Definition

Unter einer Labyrinthitis versteht man die Entzündung des Labyrinths im Innenohr.

2 Formen

2.1 Tympanogene Labyrinthitis

Die tympanogene Labyrinthitis entsteht im Rahmen einer Otitis media durch das Übergreifen auf benachbarte Strukturen. Es handelt sich dabei um eine seröse Labyrinthitis, bei der Toxine über das runde und ovale Fenster das Innenohr erreichen.

2.2 Lueslabyrinthitis

Die Lueslabyrinthitis bezeichnet eine Labyrinthitis bei einer Lues im zweiten oder dritten Stadium, die mit einer luetischer Pleuritis oder Meningitis einhergeht.

2.3 Meningogene Labyrinthitis

Eine durch Pneumokokken oder durch Meningokokken ausgelöste Meningitis kann ebenfalls zu einer Labyrinthitis führen. Dabei gelangen die Bakterien über den Aqueductus cochleae in das Innenohr. Die meningogene Labyrinthitis führt zum Labyrinthausfall.

2.4 Virale Labyrinthitis

Mumps, ein Zoster oticus sowie Masern können ebenfalls eine Labyrinthitis auslösen.

2.5 Andere

Auch eine Borreliose, der Morbus Wegener und andere Autoimmunerkrankungen führen in einigen Fällen zur Labyrinthitis.

3 Klinik

Die betroffenen Patienten klagen über Drehschwindel und Erbrechen. Bei alleiniger Reizung des Labyrinths besteht ein Spontannystagmus zur kranken Seite, bei Ausfall des Labyrinths liegt ein Nystagmus zur Gegenseite vor. Das Hörvermögen ist vermindert.

4 Komplikationen

Eine Komplikation ist der Übergang in eine eitrige Labyrinthitis. Bei der eitrigen Labyrinthitis sind Drehschwindel und Erbrechen ausgeprägter, es besteht ein Ausfallnystagmus zur Gegenseite sowie Taubheit.

Es besteht die Gefahr, dass sich die Erkrankung über den Gehörgang ausbreitet. Weiterhin kann sich eine Labyrinthostitis entwickeln, welche die Gefahr einer Meningitis mit sich bringt.

5 Diagnostik

Im Audiogramm zeigt sich eine Schallempfindungsschwerhörigkeit. Um insbesondere bei einer eitrigen Labyrinthitis eine knöcherne Beteiligung auszuschließen, wird eine Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie mit Gadolimium angefertigt.

Außerdem sollte das Vestibularorgan mittels thermischer Prüfung und rotatorischer Prüfung untersucht werden.

Je nach vermuteter Ursache werden weitere Untersuchungen notwendig (z.B. Immunserologie).

6 Therapie

Wenn die Labyrinthitis erst seit kurzer Zeit besteht und durch Bakterien verursacht worden ist, werden Antibiotika verordnet. Bei viraler Genese werden Virostatika (Aciclovir) verabreicht. Hilfreich sind weiterhin Rheologika sowie Kortikoide.

Bei einer seit mehreren Tagen bestehender Labyrinthitis mit Knocheneinschmelzung erfolgt eine Mastoidektomie und ggf. bei fortgeschrittener Nekrose eine Labyrinthektomie.

Wenn die Labyrinthitis im Rahmen eines Morbus Wegener oder einer Autoimmunerkrankung auftritt, werden Immunsuppressiva verordnet.

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