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Labyrinthitis: Unterschied zwischen den Versionen

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Eine Komplikation ist der Übergang in eine [[Eiter|eitrige]] Labyrinthitis. Bei der eitrigen Labyrinthitis sind Drehschwindel und Erbrechen ausgeprägter, es besteht ein Ausfallnystagmus zur Gegenseite sowie [[Taubheit]].  
 
Eine Komplikation ist der Übergang in eine [[Eiter|eitrige]] Labyrinthitis. Bei der eitrigen Labyrinthitis sind Drehschwindel und Erbrechen ausgeprägter, es besteht ein Ausfallnystagmus zur Gegenseite sowie [[Taubheit]].  
  
Es besteht die Gefahr, dass sich die Erkrankung über den [[Gehörgang]] ausbreitet. Weiterhin kann sich eine [[Labyrinthostitis]] entwickeln, welche die Gefahr einer [[Meningitis]] mit sich bringt.  
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Es besteht die Gefahr, dass sich die Erkrankung über den inneren Gehörgang ([[Meatus acusticus internus]]) ausbreitet. Weiterhin kann sich eine [[Labyrinthostitis]] entwickeln, welche die Gefahr einer [[Meningitis]] mit sich bringt.
  
 
==Diagnostik==
 
==Diagnostik==

Version vom 12. Dezember 2009, 22:02 Uhr

Englisch: labyrinthitis

1 Definition

Unter einer Labyrinthitis versteht man die Entzündung des Labyrinths im Innenohr.

2 Formen

2.1 Tympanogene Labyrinthitis

Die tympanogene Labyrinthitis entsteht im Rahmen einer Otitis media durch das Übergreifen auf benachbarte Strukturen. Es handelt sich dabei um eine seröse Labyrinthitis, bei der Toxine über das runde und ovale Fenster das Innenohr erreichen.

2.2 Lueslabyrinthitis

Die Lueslabyrinthitis bezeichnet eine Labyrinthitis bei einer Lues im zweiten oder dritten Stadium, die mit einer luetischer Pleuritis oder Meningitis einhergeht.

2.3 Meningogene Labyrinthitis

Eine durch Pneumokokken oder durch Meningokokken ausgelöste Meningitis kann ebenfalls zu einer Labyrinthitis führen. Dabei gelangen die Bakterien über den Aqueductus cochleae in das Innenohr. Die meningogene Labyrinthitis führt zum Labyrinthausfall.

2.4 Virale Labyrinthitis

Mumps, ein Zoster oticus sowie Masern können ebenfalls eine Labyrinthitis auslösen.

2.5 Andere

Auch eine Borreliose, der Morbus Wegener und andere Autoimmunerkrankungen führen in einigen Fällen zur Labyrinthitis.

3 Einteilung

Man unterscheidet im wesentlichen zwei Formen der Labyrinthitis: zum einen die umschriebene Labyrinthitis (v. a. bei chronischer Otitis media (Cholesteatom), die zu einer Arrosion des lateralen Bogenganges führt, zum anderen die diffuse Labyrinthitis (v. a. als seröse Entzündung bei Otitis media acuta).

4 Klinik

Die betroffenen Patienten klagen über Drehschwindel und Erbrechen. Bei alleiniger Reizung des Labyrinths besteht ein Spontannystagmus zur kranken Seite, bei Ausfall des Labyrinths liegt ein Nystagmus zur Gegenseite vor. Das Hörvermögen ist vermindert.

5 Komplikationen

Eine Komplikation ist der Übergang in eine eitrige Labyrinthitis. Bei der eitrigen Labyrinthitis sind Drehschwindel und Erbrechen ausgeprägter, es besteht ein Ausfallnystagmus zur Gegenseite sowie Taubheit.

Es besteht die Gefahr, dass sich die Erkrankung über den inneren Gehörgang (Meatus acusticus internus) ausbreitet. Weiterhin kann sich eine Labyrinthostitis entwickeln, welche die Gefahr einer Meningitis mit sich bringt.

6 Diagnostik

Im Audiogramm zeigt sich eine Schallempfindungsschwerhörigkeit. Um insbesondere bei einer eitrigen Labyrinthitis eine knöcherne Beteiligung auszuschließen, wird eine Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie mit Gadolimium angefertigt.

Außerdem sollte das Vestibularorgan mittels thermischer Prüfung und rotatorischer Prüfung untersucht werden.

Je nach vermuteter Ursache werden weitere Untersuchungen notwendig (z.B. Immunserologie).

7 Therapie

Wenn die Labyrinthitis erst seit kurzer Zeit besteht und durch Bakterien verursacht worden ist, werden Antibiotika verordnet. Bei viraler Genese werden Virostatika (Aciclovir) verabreicht. Hilfreich sind weiterhin Rheologika sowie Kortikoide.

Bei einer seit mehreren Tagen bestehender Labyrinthitis mit Knocheneinschmelzung erfolgt eine Mastoidektomie und ggf. bei fortgeschrittener Nekrose eine Labyrinthektomie.

Wenn die Labyrinthitis im Rahmen eines Morbus Wegener oder einer Autoimmunerkrankung auftritt, werden Immunsuppressiva verordnet.

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