Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Kutane Habronematidose (Pferd)

Version vom 13. Juli 2020, 18:56 Uhr von Diara Smetana (Diskussion | Beiträge)

Synonym: kutane Habronematose, Haut-Hebronematidose, Sommerwunden
Englisch: swamp cancer

1 Definition

Als kutane Habronematose bezeichnet man eine parasitäre Hauterkrankung beim Pferd.

2 Ätiopathogenese

Die kutanen Habronematose tritt weltweit auf und wird durch folgende Nematoden hervorgerufen:

Während der Mahlzeit laden die Zwischenwirte die infektiösen Nematodenlarven in Wunden oder feuchten Bereichen auf dem Pferd ab. Bei lokaler Wanderung der Larven können diese auch intakte Haut oder Schleimhaut penetrieren.

Wenn die Larven in der Nähe des Pferdemauls abgelegt werden, werden diese abgeschluckt und beenden ihre Entwicklung zu Adulten im Pferdemagen. Eier und Larven werden anschließend mit dem Kot ausgeschieden und von den Maden der Zwischenwirte wieder aufgenommen. Wenn die Larven im Bereich der Nüstern abgelegt werden, migrieren diese in die Lunge.

3 Symptome

Bei der kutanen Habronematose können drei Formen unterschieden werden:

Eine Sonderform ist die okuläre bzw. konjunktivale Habronematose, wo es zu starkem Tränenfluss kommt. Die kutane Habronemtose kann auch bei verschiedenen anderen Erkrankungen sekundär auftreten (z.B. equines Sarkoid, Plattenepithelkarzinom).

4 Diagnostik

In der Zytologie von Abklatschpräparaten und tiefen Hautgeschabseln können Nematodenlarven häufig nachgewiesen werden. Eine Hautbiopsie zeigt in der Regel zahlreiche eosinophile Granulozyten und Mastzellen. In etwa der Hälfte der Bioptate können außerdem Nematodenlarven gesehen werden.

5 Differentialdiagnosen

Als Differentialdiagnosen kommen einige weitere Erkrankungen in Frage, unter anderem:

6 Therapie

Meist kommt es am Ende des Sommers zur Spontanremission. Eine Kombination aus systemischer Therapie (Ivermectin oral) und einer lokalen Behandlung mit Kortikosteroiden (gegen die Hypersensitivität) können die klinischen Symptome verbessern. In manchen Fällen kann auch eine chirurgische Versorgung der Wunden notwendig sein.

7 Literatur

  • Brehm W, Gehlen H, Ohnesorge B et al., Hrsg. Handbuch Pferdepraxis. 4., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2016.

Diese Seite wurde zuletzt am 13. Juli 2020 um 18:56 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (4 ø)

108 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2020 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: