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Kremasterreflex

Version vom 12. Mai 2021, 23:24 Uhr von Rudolf Ferdinand Forberger (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: CR, Hodenheber-Reflex
Englisch: cremasteric reflex

1 Definition

Als Kremasterreflex wird die Kontraktion des Musculus cremaster durch Bestreichung der Innenseite des Oberschenkels bezeichnet, durch den eine Hebung des gleichseitigen Hodens ausgelöst wird.

2 Neurologie

Der Kremasterreflex ist ein physiologischer Fremdreflex. Die efferenten Fasern laufen im Ramus genitalis des Nervus genitofemoralis. In welchem Nerv die afferenten Fasern laufen ist derzeit (2020) nicht endgültig geklärt. Es werden der Ramus genitalis und der Ramus femoralis des Nervus genitofemoralis sowie der Nervus ilioinguinalis diskutiert.[1]

Daraus ergeben sich auch die voneinander abweichenden Beschreibungen über die Durchführung des Kremasterreflexes:

  • Bestreichen der Oberschenkelinnenseite (Ramus genitalis oder Nervus ilioinguinalis)
  • Berührung des Skrotums (Ramus genitalis)
  • Bestreichen der Hautregion über dem Hiatus saphenus (Ramus femoralis).

Die Variationen der sensiblen Versorgung der Leistenregion erschweren die korrekte Beschreibung zusätzlich.

Die involvierten Rückenmarkssegmente sind vermutlich L1 und L2.

3 Funktion

Der Kremasterreflex kann als ein Reflex zum Schutz des Hodens vor Gewalteinwirkungen gedeutet werden. Außerdem wird vermutet, dass das Heranziehen des Hodens an den Körper auch dem Schutz vor zu niedrigen Temperaturen, wie bei einem Sprung ins kalte Wasser, dienen könnte. [2] Laut einiger Quellen, reagiert der Kremasterreflex nämlich auch auf niedrige Temperaturen. [3]

Klinisch wird der Reflex im Rahmen der Untersuchung bei Hodentorsion oder Maldescensus testis eingesetzt.[4]

4 Quellen

  1. Schwarz GM, Hirtler L The Cremasteric Reflex and Its Muscle - A Paragon of Ongoing Scientific Discussion: A Systematic Review, A systematic review. Clin Anat. 2017;30(4):498-507, abgerufen am 26.06.2020
  2. Winkelmann A. Äußere männliche Geschlechtsorgane. In: Kirsch J, May C, Lorke D et al., Hrsg. Taschenlehrbuch Anatomie. 2., überarbeitete Auflage. Stuttgart: Thieme; 2017.
  3. Dramiga, Joe [1]; 2016, abgerufen am 13.05.2021
  4. Mellick LB, Al-Dhahir MA Cremasteric Reflex, StatPearls. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2020, abgerufen am 26.06.2020

Diese Seite wurde zuletzt am 13. Mai 2021 um 06:10 Uhr bearbeitet.

Hab ich mal mit "wahrscheinlich" ergänzt.
#2 am 10.05.2021 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Gast
Bei Funktion fände ich es sinnvoll, den physiologischen Sinn des Reflexes hinzuzufügen. Schließlich hat sich der Reflex nicht evolutionär durchgesetzt, weil es ein Überlebensvorteil war, dass man besser auf eine Hodentorsion oder ähnliches hin untersucht werden konnte. Der (evolutionäre ) Sinn wäre doch eher folgender: Die Hoden werden durch den Reflex in ein geschützteres Gebiet bewegt, was wahrscheinlich die Samenproduktion bei kontraproduktiven Umgebungsreizen sicherstellen soll. Leider habe ich dafür auf die Schnelle keine zitierbare Quelle, sonst hätte ich es schon selbst bearbeitet.
#1 am 10.05.2021 von Gast (Student/in der Humanmedizin)

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