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Krampfanfall

Version vom 9. Januar 2020, 16:17 Uhr von Bijan Fink (Diskussion | Beiträge)

Englisch: seizure

1 Definition

Als Krampfanfall werden im Allgemeinen unwillkürlich ausgelöste Ereignisse bezeichnet, die mit krampfartigen oder zuckenden Bewegungen einhergehen. Krampfanfälle sind nicht immer ein Hinweis auf eine vorliegende Epilepsie.

2 Ätiologie

Die infrage kommenden Ursachen eines Krampfanfalls sind vielfältig. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einem epileptischen Anfall und einem nichtepileptischen Anfall.

2.1 Epileptischer Anfall

Ein epileptischer Anfall ist Ausdruck einer Epilepsie. Diese tritt i.d.R. ohne erkennbare Ursache auf (idiopathisch). In einigen Fällen existiert jedoch eine Erkrankung, die eine erhöhte Epileptogenität erklärt. Hierbei spricht man von einem provozierten Anfall bzw. von einer symptomatischen Epilepsie, z.B. bei:

  • akuten Hirnerkrankungen: Hirntumor, Trauma, intrazerebrale Blutung, Hirnvenenthrombose, Enzephalitis, Hirnabszess
  • strukturellen Veränderungen: Narbe, Hippokampussklerose, perinatale Schädigung, arteriovenöse Malformation
  • metabolisch-toxischen Ursachen: Urämie, Hypoglykämie, Ketoazidose, Hyponatriämie, schwerer Alkoholabusus

Ein epileptischer Anfall dauert meist mehr als 15 Sekunden und die Patienten zeigen postiktale ein verzögertes Aufklaren. Typisch sind Muskelzuckungen zeitgleich mit Bewusstseinsverlust, Automatismen (z.B. Schmatzen) sowie ein lateraler Zungenbiss. Vor dem Krampfanfall kann es zu einer Aura kommen. Im EEG zeigen sich typischerweise Auffälligkeiten.

2.2 Nichtepileptische Anfälle

Krampfanfälle ohne erhöhte Epileptogenität werden als nichtepileptische Anfälle bezeichnet. Dabei unterscheidet man:

3 Reflexanfälle

Eine Sonderstellung unter den Krampfanfällen nehmen die Anfälle bei den sogenannten Reflexepilepsien ein. Dazu zählt z.B. die photosensitive Epilepsie. Bei diesen Formen der Epilepsie ereignen sich Krampfanfälle bei gegebener Anfälligkeit nur bei Kontakt mit speziellen auslösenden Faktoren, darunter:

  • flackerndes Licht oder andere visuelle Eindrücke (z.B. Muster, Farben)
  • intensives Nachdenken, Grübeln
  • Lesen
  • sensible Affektionen (z.B. bestimmte Hautberührungen)
  • Essen
  • heisses Wasser bzw. Getränke
  • akustische Eindrücke (z.B. bestimmte Musik oder Rhythmen)
  • schreckhafte Momente

4 Therapie

Während der Patient sich im Krampfanfall befindet, ist darauf zu achten, dass der Betroffene davor geschützt wird sich zu verletzen. Umstehende Möbel sollten daher aus dem Weg geschafft werden, der Körper und vor allem der Kopf des Krampfenden sollten abgepolstert werden.

Der Krampfanfall kann medikamentös mit Benzodiazepinen wie Midazolam u.a. sowie mit Barbituraten oder auch Muskelrelaxantien durchbrochen werden. Letzteres durchbricht jedoch nicht die zentralneurologische Ursache des Krampfanfalls, jedoch die muskuläre Antwort.

Sobald der Krampfanfall beendet ist, müssen die Vitalzeichen des Patienten überprüft werden und je nach Situation eine Stabilisierung des Patienten (z.B. Atemwegssicherung, stabile Seitenlage) erfolgen.

Diese Seite wurde zuletzt am 14. Januar 2020 um 23:41 Uhr bearbeitet.

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