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Koronarperfusion: Unterschied zwischen den Versionen

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==Physiologie==
 
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Die Durchblutung der Koronararterien beträgt im ruhenden Menschen ca. 225ml pro Minute, was etwa 4-5% des [[Herzzeitvolumen]]s sind. Die Füllung der Koronararterien geschieht während der [[Diastole]], wenn die Klappentaschen der [[Aortenklappe]] nicht mehr die Abgänge der Koronararterien blockieren. Des Weiteren sind die Drücke im Inneren der [[Herzventrikel]] während der [[Systole]] so hoch, dass die [[Kapillare]]n des [[Myokard]]s komprimiert werden und der Blutfluss somit sinkt. Durch den höheren Druck ist dieser Effekt im linken Ventrikel deutlicher ausgeprägt, während es im rechten Ventrikel zu leichteren Schwankungen im Blutfluss kommt.
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Die Durchblutung der Koronararterien beträgt beim ruhenden Menschen ca. 225 ml pro Minute, was etwa 4-5% des [[Herzzeitvolumen]]s entspricht. Die Füllung der Koronararterien findet größtenteils während der [[Diastole]], zum kleineren Teil während der [[Systole]] statt. Während der Diastole werden die Abgänge der Koronararterien nicht durch die Taschen der [[Aortenklappe]] blockiert. Des Weiteren sind die systolischen Drücke der [[Herzkammer]]n (speziell im linken Ventrikel) so hoch, dass die endokardnahen Gefäße komprimiert werden und die Durchblutung somit sinkt. Diese Schwankungen sind im linken Ventrikel deutlich stärker ausgeprägt als im rechten, sodass die Durchblutung des linken Ventrikels hauptsächlich auf die Diastole beschränkt ist, die des rechten aber relativ konstant ist.
  
Die Koronarperfusion kann bei körperlicher Belastung auf das etwa 4-6 fache des Ruhewerts gesteigert werden. Die Differenz zwischen der maximalen Koronardurchblutung und der Koronardurchblutung in Ruhe bezeichnet man als [[Koronarreserve]].
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Die Koronarperfusion kann bei körperlicher Belastung auf das etwa 4-6 fache des Ruhewerts gesteigert werden. Die Differenz zwischen der maximalen Koronardurchblutung und der Koronardurchblutung in Ruhe bezeichnet man als [[Koronarreserve]].
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Bie einer verminderten Koronarperfusion ([[Ischämie]]) tritt ein Mechanismus in Kraft, der das Myokard vor einem Gewebeuntergang schützt. Er wird als [[myokardiale Hibernation]] bezeichnet.
  
 
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Die Kontrolle des Blutflusses unterliegt einer [[Autoregulation]]. Das bedeutet, dass die Koronarperfusion sich anhand der lokal anfallenden [[Stoffwechselprodukt]]e sowie der Verfügbarkeit von [[Sauerstoff]] selbst reguliert. Ein erhöhter [[Metabolismus]] und [[Hypoxie]] führen hierdurch zu einer sehr potenten [[Vasodilatation]], während die Reduzierung des Metabolismus und ein hohes Angebot an Sauerstoff zur [[Vasokonstriktion]] führen.
 
Die Kontrolle des Blutflusses unterliegt einer [[Autoregulation]]. Das bedeutet, dass die Koronarperfusion sich anhand der lokal anfallenden [[Stoffwechselprodukt]]e sowie der Verfügbarkeit von [[Sauerstoff]] selbst reguliert. Ein erhöhter [[Metabolismus]] und [[Hypoxie]] führen hierdurch zu einer sehr potenten [[Vasodilatation]], während die Reduzierung des Metabolismus und ein hohes Angebot an Sauerstoff zur [[Vasokonstriktion]] führen.
  
Darüberhinaus nimmt das [[ANS]] Einfluss auf die Koronarperfusion:
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Darüberhinaus nimmt das [[autonomes Nervensystem|autonome Nervensystem]] (ANS) Einfluss auf die Koronarperfusion:
*[[Sympathikus]]: Die Koronararterien weisen sowohl [[Alpha-Rezeptor]]en sowie [[Beta-1-Rezeptor]]en auf. Erstere führen zu einer vorübergehenden [[Vasokonstriktion]], welche jedoch rasch durch die resultierende [[Hypoxie]] sowie die Wirkung der [[Beta-1-Rezeptor]]en zunichte gemacht werden.  
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*[[Sympathikus]]: Die Koronararterien weisen sowohl [[Alpha-Rezeptor]]en als auch [[Beta-1-Rezeptor]]en auf. Erstere führen zu einer vorübergehenden [[Vasokonstriktion]], die jedoch rasch durch die resultierende [[Hypoxie]] sowie die Wirkung der [[Beta-1-Rezeptor]]en konterkariert wird.
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*[[Parasympathikus]]: Sein Einfluss ist durch die geringe Verteilung parasympathischer Fasern in den  Koronararterien der Ventrikel deutlich geringer als der des Sympathikus. Nichtsdestotrotz bewirkt er durch Ausschüttung von [[Acetylcholin]] an [[Muskarinrezeptor|M2-Rezeptoren]] eine leichte [[Vasodilatation]]
  
*[[Parasympathikus]]: Sein Einfluss ist durch die geringe Verteilung parasympathischer Fasern auf den Koronararterien der Ventrikel deutlich geringer als der des Sympathikus. Nichtsdestotrotz bewirkt er durch Ausschüttung von [[Acetylcholin]] an [[Muskarinrezeptor|M2-Rezeptoren]] eine leichte [[Vasodilatation]]
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Trotz der Einflüsse des ANS nehmen metabolische Faktoren und Sauerstoffverbrauch den größten Einfluss auf die Kornarperfusion. Eine nerval vermittelte Vasokonstriktion wird innerhalb von Sekunden vereitelt.
  
Trotz der Einflüsse des [[ANS]] nehmen metabolische Faktoren und Sauerstoffverbrauch den größten Einfluss auf die Kornarperfusion. Eine nerval vermittelte Vasokonstriktion wird innerhalb von Sekunden vereitelt.
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Die Koronarperfusion wird klinisch mit Hilfe der [[Koronarangiografie]] erfasst und durch die [[TIMI-Klassifikation]] eingeordnet, wobei Grad 0 für eine fehlende, Grad 4 für eine vollständige Perfusion steht.
 
[[Fachgebiet:Kardiologie]]
 
[[Fachgebiet:Kardiologie]]
 
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[[Tag:Herz]]
 
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[[Tag:Koronararterie]]
 
[[Tag:Koronararterie]]

Aktuelle Version vom 11. Dezember 2017, 17:34 Uhr

Synonym: Koronardurchblutung
Englisch: coronary blood flow

1 Definition

Unter der Koronarperfusion versteht man die Durchblutung der Koronararterien des Herzens.

2 Physiologie

Die Durchblutung der Koronararterien beträgt beim ruhenden Menschen ca. 225 ml pro Minute, was etwa 4-5% des Herzzeitvolumens entspricht. Die Füllung der Koronararterien findet größtenteils während der Diastole, zum kleineren Teil während der Systole statt. Während der Diastole werden die Abgänge der Koronararterien nicht durch die Taschen der Aortenklappe blockiert. Des Weiteren sind die systolischen Drücke der Herzkammern (speziell im linken Ventrikel) so hoch, dass die endokardnahen Gefäße komprimiert werden und die Durchblutung somit sinkt. Diese Schwankungen sind im linken Ventrikel deutlich stärker ausgeprägt als im rechten, sodass die Durchblutung des linken Ventrikels hauptsächlich auf die Diastole beschränkt ist, die des rechten aber relativ konstant ist.

Die Koronarperfusion kann bei körperlicher Belastung auf das etwa 4-6 fache des Ruhewerts gesteigert werden. Die Differenz zwischen der maximalen Koronardurchblutung und der Koronardurchblutung in Ruhe bezeichnet man als Koronarreserve.

Bie einer verminderten Koronarperfusion (Ischämie) tritt ein Mechanismus in Kraft, der das Myokard vor einem Gewebeuntergang schützt. Er wird als myokardiale Hibernation bezeichnet.

2.1 Regulation

Die Kontrolle des Blutflusses unterliegt einer Autoregulation. Das bedeutet, dass die Koronarperfusion sich anhand der lokal anfallenden Stoffwechselprodukte sowie der Verfügbarkeit von Sauerstoff selbst reguliert. Ein erhöhter Metabolismus und Hypoxie führen hierdurch zu einer sehr potenten Vasodilatation, während die Reduzierung des Metabolismus und ein hohes Angebot an Sauerstoff zur Vasokonstriktion führen.

Darüberhinaus nimmt das autonome Nervensystem (ANS) Einfluss auf die Koronarperfusion:

Trotz der Einflüsse des ANS nehmen metabolische Faktoren und Sauerstoffverbrauch den größten Einfluss auf die Kornarperfusion. Eine nerval vermittelte Vasokonstriktion wird innerhalb von Sekunden vereitelt.

3 Klinik

Die Koronarperfusion wird klinisch mit Hilfe der Koronarangiografie erfasst und durch die TIMI-Klassifikation eingeordnet, wobei Grad 0 für eine fehlende, Grad 4 für eine vollständige Perfusion steht.

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