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Koniotomie

Version vom 3. Juli 2018, 14:08 Uhr von Niclas Eiben (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Krikothyreotomie, Cricothyreoidotomie, Notfall-Luftröhrenschnitt
Englisch: cricothyrotomy

1 Definition

Unter einer Koniotomie versteht man in der Medizin die Schaffung eines künstlichen Zugangs zu den Atemwegen in Höhe des Kehlkopfes (Larynx) per Durchtrennung des Ligamentum cricothyroideum zwischen Schild- und Ringknorpel. Die Koniotomie ist eine ärztliche Notfallmaßnahme ("Ultima Ratio"), die nur bei akuter Erstickungsgefahr vorgenommen wird.

Wie oben erwähnt ist die Koniotomie normalerweise eine ärztliche Maßnahme, als sog. Punktionskoniotomie mittels des so benannten „quick trach sets“ ist diese Maßnahme vereinzelt auch für Notfallsanitäter vorgesehen!

2 Durchführung

  1. Ertasten des Schildknorpels (Cartilago thyroidea) und des kaudal liegenden Ringknorpels (Cartilago cricoidea) bei leicht überstrecktem Kopf.
  2. Mit Hilfe eines Skalpells erfolgt ein ca. 2 cm langer Hautschnitt zwischen Schild- und Ringknorpel.
  3. Die geschaffene Wunde wird mittels einer Schere gespreizt. Es folgt die Inzision des Ligamentum cricothyreoideum (Ligamentum conicum).
  4. Durch die entstandene Öffnung wird ein Tubus mit einem geringen Innendurchmesser endotracheal eingeführt.

Neben der Koniotomie mittels Skalpell existiert als weitere Möglichkeit die Punktionskoniotomie zur Schaffung eines Atemwegs.[1][2]

3 Indikationen

Indikation für eine Koniotomie ist die lebensbedrohende Atemnot, die durch weniger invasive Maßnahmen (Maskenbeatmung, Intubation, alternative Atemwegshilfen) nicht oder nicht rechtzeitig beherrschbar ist, z.B. bei

Die Koniotomie ist die Methode der Wahl beim schwierigen Atemweg, auch bekannt als "cannot intubate - cannot ventilate"- Situation. Sie wird im mobilen Einsatz anstelle der Tracheotomie verwendet, um das Risiko der Schilddrüsenverletzung gering zu halten. Im notärztlichen Einsatz ist die Überprüfung der Schilddrüsenposition meist zeitlich nicht möglich. Die Koniotomie ist jedoch keine finale Lösung des Atemwegsmanagements und muss sobald wie möglich durch Alternativen (z.B. Tracheotomie in Klinik) ersetzt werden. Unter kontrollierten Bedingungen im Krankenhaus wird sofort die Tracheotomie als mittelfristiger Zugangsweg gewählt.

4 Kontraindikationen

  • Schwierigkeiten bei Landmarkenidentifikation
  • Anatomische Abnormalität (Tumor)

Die Kontraindikationen sind als relativ anzusehen, wenn anders keine suffiziente Oxygenierung hergestellt werden kann.

5 Risiken

  • Starke Blutungen
  • Irreparable Kehlkopfverletzung

Ein weiteres Risiko einer Koniotomie ist die Ringknorpelperichondritis mit daraus resultierender Larynxstenose.

6 Quellen

  1. Aken HK et al.: Intensivmedizin. 3. Auflage, 2014. Thieme Verlag
  2. Madea B: Rechtsmedizin. 3. Auflage, 2014. Springer Verlag.

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