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Konfrontationstherapie: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Patient wird [[in sensu]] (in seiner Vorstellung), [[in vivo]] (in der Realität) oder in einer Kombination dieser oder weiterer Methoden so oft und so lange mit seinen Ängsten konfrontiert, bis es zur systematischen [[Desensibilisierung]] bzw. [[Reduktion]] der jeweiligen Ängste kommt. Der Patient soll sich dabei seiner Angst stellen - die Vermeidung einer Angstsituation wird also unterbunden. Stattdessen verharrt er eine Zeit lang in der Angstsituation und wird den Angstreizen ausgesetzt.
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Der Patient wird [[in sensu]] (in seiner Vorstellung), [[in vivo]] (in der Realität) oder in einer Kombination dieser oder weiterer Methoden so oft und so lange mit seinen Ängsten konfrontiert, bis es zur systematischen [[Desensibilisierung]] bzw. [[Reduktion]] der jeweiligen Ängste kommt. Der Patient soll sich dabei seiner Angst stellen - die Vermeidung einer Angstsituation wird also unterbunden. Stattdessen verharrt er eine Zeit lang in der Angstsituation und wird in einem kontrolliertem Setting den Angstreizen ausgesetzt.
  
Durch [[Psychoedukation]] soll der Betroffene über seine Belastungen geschult werden und etwa die Erwartungshaltung, Angst sei etwas ins unendlich steigerbare, ablegen. Der Betroffene soll anerkennen, dass der Bezug zu seiner Problematik letztlich das Niveau seiner Angst reduzieren kann. Ebenso sind [[Coping]]- und [[Entspannungstechniken]] sinnvoll, die statt der Flucht von der Angst eingesetzt werden können.
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Durch [[Psychoedukation]] soll der Betroffene seine Ängste erkennen und die Erwartungshaltung, die Angst würde sich unendlich steigern, ablegen. Ebenso sind [[Coping]]- und [[Entspannungstechnik]]en sinnvoll, die statt der Flucht vor der Angst eingesetzt werden können.
  
 
==Anwendungsgebiete==  
 
==Anwendungsgebiete==  

Version vom 9. Juli 2017, 17:46 Uhr

Synonyme: Konfrontationstraining, Expositionstherapie oder Reizüberflutung
Englisch: exposure therapy

1 Definition

Die Konfrontationstherapie beschreibt eine klassische, psychotherapeutische Intervention aus dem Bereich der Verhaltenstherapien, die vor allem bei Angststörungen (z.B. Agoraphobie) zum Einsatz kommt.

2 Geschichte und Hintergrund

Um 1950 wurde die Methodik, Menschen mit Angstauslösern zu konfrontieren, um pathologischen Ängsten und Phobien entgegenzuwirken, erstmals als Therapie etabliert. Pioniere dieser Intervention waren südafrikanische Psychologen und Psychiater, die diese Form von Therapie schließlich nach England brachten. Vorreiter der "exposure therapy" waren der südafrikanische Psychiater Joseph Wolpe (1915–1997) und der Verhaltenspsychologe James G. Taylor (1897–1973), deren Techniken bis heute Geltung haben.

3 Methodik

Der Patient wird in sensu (in seiner Vorstellung), in vivo (in der Realität) oder in einer Kombination dieser oder weiterer Methoden so oft und so lange mit seinen Ängsten konfrontiert, bis es zur systematischen Desensibilisierung bzw. Reduktion der jeweiligen Ängste kommt. Der Patient soll sich dabei seiner Angst stellen - die Vermeidung einer Angstsituation wird also unterbunden. Stattdessen verharrt er eine Zeit lang in der Angstsituation und wird in einem kontrolliertem Setting den Angstreizen ausgesetzt.

Durch Psychoedukation soll der Betroffene seine Ängste erkennen und die Erwartungshaltung, die Angst würde sich unendlich steigern, ablegen. Ebenso sind Coping- und Entspannungstechniken sinnvoll, die statt der Flucht vor der Angst eingesetzt werden können.

4 Anwendungsgebiete

Die Konfrontationstherapie versteht sich als Grundlage in der Therapie von Angststörungen, z.B. der Agoraphobie oder spezifischer Phobien wie der Flugphobie. Auch bei Zwängen (z.B. Berührzwang kann diese Methodik Anwendung finden.

5 Formen und Elemente

Es gibt verschiedene Formen und Elemente der Konfrontationstherapie, unter anderem sind dies:

  • die Habituation (Assimilation an eine gefürchtete Situation)
  • die Realitätsprüfung (Angsterwartungen des Betroffenen werden in Relation zu dem gesetzt, was tatsächlich eintreffen wird)
  • die Extinktion (Außerkraftsetzung der Wirkung eines bestimmten Reizes auf den Betroffenen)
  • die graduelle Konfrontation (stufenweises Vorrangehen an eine Angst)
  • das Flooding(-Verfahren) (Direkte Konfrontation mit besonders schwierigen Szenarien)
  • die Konfrontation in vivo (Therapie im realen Leben bzw. Alltag)
  • die Konfrontation in sensu (Therapie durch die mentale Vorstellung des Patienten)
  • die Virtuelle-/Cyber-Konfrontation (Angstszenario wird virtuell durch z.B. eine VR-Brille inszeniert)

Die verschiedenen Ansätze haben Vor- und Nachteile. So zeigt sich eine graduelle Konfrontation schließlich als größere Belastung, da der Patient seine persönliche "Angsthierarchie" abarbeiten muss und immer schwierig werdende Situationen unterlaufen soll. Eine Therapie in vivo gilt bisher als wirksamer, da sie unteranderem besser zu validieren ist.

6 Erfolge

Empirisch zeigt sich die Konfrontationstherapie als besonders wirksam. Menschen, die an einer sozialen Phobie oder einer Agoraphobie leiden, verzeichnen bei etwa 80% der Fälle eine Besserung.

Bei Patienten mit einer spezifischen Phobie (z.B. Klaustrophobie) zeigt sich sogar bei etwa 80 bis 95% der Fälle eine Besserung der Lebensqualität.

Diese Seite wurde zuletzt am 7. Juli 2017 um 02:26 Uhr bearbeitet.

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