Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Kompartmentsyndrom: Unterschied zwischen den Versionen

 
(Gliederung)
Zeile 1: Zeile 1:
Unter einem Kompartmentsyndrom versteht man den Anstieg des Gewebedruckes in den (osteo-)faszialen Kompartimenten, der ausreicht, um die Mikrozirkulation und die neuromuskuläre Funktion zu beeinträchtigen.
+
==Definition==
 +
Unter einem '''Kompartmentsyndrom''' versteht man einen massiven Anstieg des Gewebedruckes in [[osteofaszial]]en oder [[faszial]]en Logen ([[Kompartiment]]en) und die daraus folgende Beeinträchtigung der [[Mikrozirkulation]] und der neuromuskuläre Funktion.
  
Häufiges Vorkommen: traumatisch, meist als begleitende Weichteilverletzung bei Frakturen (z.B. Unterschenkelfrakturen, hierbei insebsondere Tibiakopffrakturen) oder bei stumpfen Traumata. Auch iatrogen oder infolge Überlastung (z.B. nach Märschen etc.).
+
==Ätiologie==
 +
Kompartmentsyndrome entstehen in der Regel durch [[Trauma|Traumata]], meist als begleitende Weichteilverletzung bei [[Fraktur]]en (z.B. [[Tibiakopffraktur]]) oder als Folge stumpfer Traumata. Weitere Ursachen können [[iatrogen]]e Eingriffe oder Überlastung (z.B. nach Märschen) sein.
  
Das Kompartmentsyndrom stellt einen chirurgischen Notfall dar. Die Diagnose erfolgt klinisch (Anamnese, prall gespannte Weichteile, maximaler, analgetisch i.d.R. nicht beherrschbarer Schmerz, besonders bei passiver Bewegung, Kribbeln und Taubheitsgefühl) und kann durch Druckmessung im Muskel gesichert werden.
+
==Symptome==
Die Therapie der Wahl ist die Dermatofasziotomie, d.h. die chirurgische Spaltung des betreffenden und der angrenzenden Kompartimente.
+
* prall gespannte Weichteile
 +
* maximaler, [[analgetisch]] in der Regel nicht beherrschbarer [[Schmerz]], besonders bei passiver Bewegung
 +
* Kribbeln
 +
* Taubheitsgefühl
  
Es droht die irreversible Nekrose des Gewebes und der Funktionsverlust der Extremität. Im ungünstigsten Fall kann ein sog. MSOF (multiple system organ failure) resultieren, was letztlich zum Tode des Patienten führen kann.
+
==Diagnose==
 +
Die Diagnose erfolgt klinisch (typsiche Anamnese) und kann durch Druckmessung im Muskel gesichert werden.
 +
 
 +
==Therapie==
 +
Das Kompartmentsyndrom stellt einen chirurgischen Notfall dar. Es droht die irreversible [[Nekrose]] des Gewebes und der Funktionsverlust der Extremität. Im ungünstigsten Fall kann ein so genanntes [[MSOF]] (multiple system organ failure) resultieren, was letztlich zum Tode des Patienten führen kann.
 +
 
 +
Die Therapie der Wahl ist die [[Dermatofasziotomie]], d.h. die chirurgische Spaltung des betreffenden und der angrenzenden Kompartimente.

Version vom 14. Februar 2005, 15:53 Uhr

1 Definition

Unter einem Kompartmentsyndrom versteht man einen massiven Anstieg des Gewebedruckes in osteofaszialen oder faszialen Logen (Kompartimenten) und die daraus folgende Beeinträchtigung der Mikrozirkulation und der neuromuskuläre Funktion.

2 Ätiologie

Kompartmentsyndrome entstehen in der Regel durch Traumata, meist als begleitende Weichteilverletzung bei Frakturen (z.B. Tibiakopffraktur) oder als Folge stumpfer Traumata. Weitere Ursachen können iatrogene Eingriffe oder Überlastung (z.B. nach Märschen) sein.

3 Symptome

  • prall gespannte Weichteile
  • maximaler, analgetisch in der Regel nicht beherrschbarer Schmerz, besonders bei passiver Bewegung
  • Kribbeln
  • Taubheitsgefühl

4 Diagnose

Die Diagnose erfolgt klinisch (typsiche Anamnese) und kann durch Druckmessung im Muskel gesichert werden.

5 Therapie

Das Kompartmentsyndrom stellt einen chirurgischen Notfall dar. Es droht die irreversible Nekrose des Gewebes und der Funktionsverlust der Extremität. Im ungünstigsten Fall kann ein so genanntes MSOF (multiple system organ failure) resultieren, was letztlich zum Tode des Patienten führen kann.

Die Therapie der Wahl ist die Dermatofasziotomie, d.h. die chirurgische Spaltung des betreffenden und der angrenzenden Kompartimente.

Diese Seite wurde zuletzt am 20. Juni 2018 um 08:44 Uhr bearbeitet.

Die Einengung der Therapieoptionen des Kompartmentsyndroms auf operative Behandlungsoptionen dramatisiert ein allgemeineres Krankheitsbild, wie es unter notfallmedizinischen Aspekten als Quetschungsfolge gerechtfertigte schnelle chirurgische Schritte und Schnitte (Faszienspaltung) erfordert. Das blande Kompartmentsyndrom des Läufers - das Shin-splint-Syndrom - ist eine Domäne der konservativen Therapie.
#1 am 16.06.2015 von Dr. med. Martin P. Wedig (Arzt | Ärztin)

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

58 Wertungen (3.59 ø)

470.285 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: