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Kollagen VI

Version vom 23. März 2017, 21:25 Uhr von Daniel Wessling (Diskussion | Beiträge)

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1 Definition

Kollagen Typ VI befindet sich vor allem in der extrazellulären matrix (EZM) des Skelettmuskels. In den letzten Jahren konnten Kollagen IV zahlreiche wichtige Funktionen zugeschrieben werden. Vor allem die zytoprotektive Eigenschaft diese Kollagentyps ist dabei hervorzuheben:

2 Vorkommen

Kollagen Typ VI ist in der Lage an verschiedenste Komponete der extrazellulären Matrix zu binden, wodurch es Zellen und unterschiedliche Komponente der EZM vernetzt und zur Bildung eines dreidimensionalen Netzwerkes beiträgt. Kollagen VI kommt vor allem in folgenden Strukturen des Körpers vor:

Kollagen Typ VI inteagiert dabei z.B. mit Perlecan und Kollagen IV. Weitere Kontakte können zu den Kollagenen Typ I, II und XIV geknüpft werden. Interaktionen mit folgenden Kompnenten der EZM wurden ebenfalls beschrieben:

3 Funktionen und Pathologien

3.1 Skelettmuskel

Kollagen Typ VI ist ein wesentlicher Bestandteil der Basalmembran von Skelettmuskelzellen und damit Bestandteil des Endomysiums. Die Muskelzellen sind allerdings nicht in der Lage Kollagen Typ VI selbst herzustellen und zu sezernieren. Diese Aufgabe übernehmen die zwischen den Muskelzellen vorkommenden Fibroblasten. Bei einigen Erkrankungen konnten Mutationen in den Genen, die für die Herstellung von Kollagen Typ VI verantwortlich sind, nachgewiesen werden. Dazu gehören:

Ursächlich für die muskulären Erkrankungen scheint vor allem ein Defekt in der Autophagie-Regulation und der Apoptose-Regulation zu sein.

3.2 Nervengewebe

Kollagen VI kommt sowohl im PNS, als auch im ZNS vor und kann z.B. von Fibroblasten der Meningen hergestellt werden. Auch Schwann-Zellen verfügen über die Funktion Kollagen VI in sehr geringen Mengen zu produzieren. Hier ist es für die Aufrechterhaltung der korrekten Myelinisierung verantwortlich und im Endoneurium, Perineurium und Epineurium nachweisbar.

Alzheimer Bei Alzheimer-Patienten konnte ein gehäuftes Vorkommen von Kollagen VI , vor allem im Hippocampus, nachgewiesen werden. In in vitro Experimenten konnte eine protektive Funktion gegen Beta-Amyloid nachgewiesen werden.

Schutz gegen UV-Strahlung Kollagen VI mindert die Schäden durch UV-Licht im ZNS. Es verhindert die UV-induzierte Apoptose und mindert die Schäden an den Dendriten.

Nervenregeneration (PNS) Da Kollagen VI für die Rekrutierung von Makrophagen mit verantworlich ist, ist die Regeneration peripherer Nerven nach Trauma bei beeinträchtigter Kollagen VI-Produktion ebenfalls gestört. Es kommt zur verlangsamten Nervenregeneration.

3.3 Knorpel

Kollagen VI kommt vor allem in der perizellulären Matrix vor und ist somit mitverantworlich für die Zellintegrität von Chondrozyten.

3.4 Knochen

Im Knochen findet sich Kollagen VI vornehmlich in der Peripherie. Bei Mäusen mit fehlerhafter Kollagen VI-Produktion kam es eher zur Osteoarthrose und die sekundäre Ossifikation trat erst verspätet ein.

3.5 Haut

Fibroblasten der haut produzieren in großen Mengen Kollagen VI. Allerdings beschränkt sich das Vorkommen von Kollagen VI auf die Dermis. Entsprechend der ausgeprägten Produktion konnten bei verschiedenen dermatologischen Erkrankungen auch Mutationen in den Kollagen VI kodierenden Genen nachgewiesen werden:

4 Malignome

Kollagen VI konnte in zahlreichen Malignomen vermehrt nachgewiesen werden und hat, neben den beschriebenen zytoprotektiven Eigenschaften, auch die Fähigkeit das Tumorwachstum, Malignom-assoziierte entzündliche Prozesse und die Angiogenese von bösartigen Tumoren zu fördern.

Fachgebiete: Biochemie

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