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Kollagen III

Version vom 16. April 2017, 19:16 Uhr von Daniel Wessling (Diskussion | Beiträge)

Synomyme: Kollagen 3, Kollagen III, Kollagen Typ III, Collagen Typ III

1 Definition

Collagen III ist ein Protein, welches vor allem in elastischen Geweben und im retikulären Bindegewebe vorkommt. Es ist häufig mit Collagen I assoziiert und zählt zu den fibrillären Collagenen.

2 Vorkommen

Collagen III ist ein wichtiger Bestandteil retikulärer Fasern, die wiederum das retikuläre Bindegewebe bilden. Dieses findet sich vor allem in den lymphatsichen Organen (Lymphknoten, Milz, Tonsillen). Dort werden sie von den fibroblastischen Retikulumzellen synthetisiert.

Collagen III kommt insgesamt in verschiedenen Geweben vor:

Besonders zahlreich ist es in Organen vertreten, die funktionsbedingt eine gewisse Elastizität besitzen. Dazu gehören z.B. die Haut, die Lunge und die großen Arterien.

3 Funktionen und Erkrankungen

In Tierexperimenten an Mäusen wurde versucht die Funktion von Collagen III mittels Ausschalten des für die Produktion mit verantwortlichen Gens, dem COL3A1-Gen, genauer zu untersuchen.

3.1 Gefäße

Bei Mäusen mit mutiertem COL3A1-Gen konnte eine vermehrte Elastizität der großen Arterien nachgewiesen werden, welche häufig in einem Aortenaneurysma oder seltener in einem zerebralen Aneurysma resultierten. Die generell deutlich reduzierte Lebenserwartung der Mäuse, die eine mutationsbedingte verminderte Collagen III-Produktion zeigten, war meist die Folge einer Aortenruptur oder der Ruptur anderer großer Gefäße. Die mitttelgroßen und kleinen Arterien zeigten ebensowenig eindeutige Abnormalitäten wie das Herz. Collagen III scheint folglich eine wichtige Rolle beim Erhalt der Stabilität und der Elastizität großer Arterien zu spielen.

Mutationen im COL3A1-Gen können auch zur vaskulären Form des Ehlers-Danlos-Syndroms führen.

3.2 Darm

Eine fehlerhafte Collagen III-Produktion führte in Tierversuchen zu einem vermehrten Auftreten eines Megacolons, sodass auch hier eine stabilisierende Funktion vermutet wird.

3.3 Haut

Bei gänzlich ausbleibender Collagen III-Produktion wurden im Tierversuch Hautläsionen in Form kleinerer Erosionen beobachtet, die nicht auf ein Trauma zurückgeführt werden konnten. Diese Beobachtungen suggerieren eine Relavanz von Collagen III für eine intakte Haut.


Trotz Vorkommen in anderen Geweben konnten keine weiteren Erkrankungen, die mit einer gestörten Collagen III-Produktion einhergehen, nachgewiesen werden. Die beschriebenen Pathologien sind vermutlich auf eine gestörte Fibrillogenese zurückzuführen, in der Collagen III in einigen Organen eine wichtige Aufgabe zu haben scheint.

Fachgebiete: Biochemie, Histologie

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