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Kognitive Verhaltenstherapie

Version vom 19. Dezember 2016, 17:06 Uhr von Danny Siwek (Diskussion | Beiträge)

Synonym: KVT
Englisch: cognitive behavioral therapy

1 Definition

Die Kognitive Verhaltenstherapie stellt eine Form der Verhaltenstherapie dar. Im Vordergrund stehen hierbei die Wahrnehmung des Patienten sowie Veränderungen der Kognition.

2 Hintergrund

Unter Kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) werden hier verschiedene kognitive und behaviorale Therapieansätze zusammengefasst, die insbesondere auf die Entwicklungsarbeiten der Arbeitsgruppen um Beck (Beck, Rush, Shaw & Emery, 1979) und Lewinsohn (1974) zurückgehen.

Beck geht davon aus, dass Kognitionen (Gedanken, Vorstellungen, Erwartungen, Wahrnehmungen) einen Einfluss auf emotionales Befinden haben. Bezogen auf die Therapie lautet die grundlegende Annahme: Wenn Patienten lernen, ihre in depressiven Zeiten typischen Verzerrungen in der Wahrnehmung und Bearbeitung gegenwärtiger und vergangener Erfahrungen zu erkennen, zu überprüfen und zu relativieren, dann nehmen die negativen Gefühle ab, und sie können alltägliche Anforderungen wie der besser bewältige. Kognitionsveränderung . in der Therapiekomponente, in der es um Kognitionsveränderung geht, werden die Patienten dabei geleitet, verzerrte Sichtweisen zu erkenne, Gedanken auf ihre Situationsangemessenheit hin zu überprüfen und neue Denk- und Verhaltensmöglichkeiten auszuprobieren. in einer strukturierten kooperativen Interaktion sollen diese Strategien so transparent vermittelt und so häufig auf unterschiedliche Gedanken angewendet werden, dass der Patient sie später selbstständig einsetzen kann.

3 Behandlungsprogramm in sechs Phasen

Die Abfolge des auch im deutschen Sprachraum am häufigsten evaluierten und empfohlenen KVT-Behandlungsprogramms lässt sich durch sechs Phasen beschreiben(Hautzinger, 2003):

  • Phase 1: zentrale probleme erkennen und benennen; Aufbau therapeutischer Beziehung, beruhigende Versicherungen, Akzeptanz; Anamnese und Lebensgeschichte sowie Symptomatik und Verlauf der Depression
  • Phase 2: Erklärung und Psychoeduktation bezogen auf die affektive Störung, Vermittlung des therapeutischen Modells (Emotion, Kognition, Verhalten) und der Therapieschwerpunkte
  • Phase 3: Aktivitätsaufbau, Tagesstruktur, Förderung angenehmer Tätigkeiten
  • Phase 4: Bearbeiten kognitiver Muster und dysfunktionaler Informationsverarbeitungen
  • Phase 5: Verbesserung der sozialen, interaktiven, problemlösenden Kompetenzen
  • Phase 6: Vorbereitung auf Krisen, Erkennen von Krisen und Rückschlägen, Beibehaltung des Gelernten, Rüchfallverhinderung, Notfallplanung.

4 Literatur

  • Davison, Neale, & Hautzinger: Klinische Psychologie, 8. Auflage, 2007.
  • Kühne et al.: Evidenzbasierte Leitlinie zur Psychotherapie Affektiver Störungen, Hogrefe Verlag, 2007.
  • Arolt, Reimer & Dilling: Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie, 7. Auflage, Springer Verlag 2011.

Diese Seite wurde zuletzt am 19. Dezember 2016 um 17:06 Uhr bearbeitet.

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