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Kiemenbogen

Version vom 10. Februar 2016, 23:20 Uhr von Franz Köster (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Schlundbogen, Viszeralbogen, Branchialbogen, Pharyngealbogen, Arcus branchialis
Englisch: branchial arch

1 Definition

Die Kiemenbögen sind kiemenartige Faltenbildungen des Kopfdarms während der frühen Embryonalperiode des Menschen.

2 Entstehung

Die Kiemenbögen entstehen durch Wucherungen des Mesenchyms zwischen der 3. und 5. Woche der Embryonalentwicklung. Von außen sind sie als Kiemenfurchen (Sulci branchiales) erkennbar, von innen als Kiemenspalten oder Schlundtaschen (Sacci pharyngeales).

Beim Menschen unterscheidet man 6 Kiemenbögen, von denen nur vier für die weitere Entwicklung des Embryos relevant sind. Der 5. Kiemenbogen wird nur rudimentär angelegt, der 6. Kiemenbogen verschmilzt mit dem 4. Kiemenbogen.

Zunächst bilden sich der 1. und 2. Kiemenbogen, danach der 3. und 4. Kiemenbogen aus. Der 2. Kiemenbogen überwächst im Laufe der 6. Woche den 3. und 4. Kiemenbogen, die passager den Boden des Sinus cervicalis bilden.

Jeder Kiemenbogen entwickelt anschliessend ein Knorpelelement, eine Muskelanlage, ein zugeordneter Schlundbogennerv sowie eine zugeordnete Schlundbogenarterie. Die Strukturen bleiben erhalten und können einem Kiemenbogen klar zugeordnet werden, so z.B. der Nervus mandibularis als ehemaliger Schlundbogennerv des Mandibularbogens. Oder der Steigbügel aus dem Knorpelelement des Hyoidbogens.

3 Einteilung

4 Derivate der Schlundbögen

Schlundbogen Nerv Muskel Skelettelement Arterien
1Mandibularbogen V N. trigeminus - Ramus mandibularis Kaumuskulatur, M.mylohyoideus, Venter anterior des M. digastricus, Mm. tensor veli palatine und M. tensor tympani Incus, Malleus, Meckel-Knorpel, Quadratum, Teil der Mandibula, Lig. anterius malleoli, Ligamentum sphenomandibulare Arteria maxillaris
2 Hyoidbogen VII N. facialis Gesichtsmuskulatur (Mm. buccinator, auricularis, frontalis, orbicularis oris und oculi, Platysma) Stapes, Proc. styloideus, Lig. stylohyoideum, Cornu minus und oberer Teil des Os hyoideum Arteria hyaloidea und Arteria stapedia
3. IX N. glossopharyngeus M. stylopharyngeus Cornus majus und oberer Teil des Os hyoideum Arteria carotis communis und Arteria carotis interna
4.-6. X N. vagus M. cricothyroideus, M. levator veli palatini M. constrictor pharyngis, Innere Kehlkopfmuskeln Kehlkopfskelett (Cartilago thyroidea, cricoidea, arytenoidea, corniculata und cuneiformis) 4. linke Anteil entwickelt sich zum adulten Aortenbogen und der rechte Anteil zur Arteria subclavia dextra 5. obliteriert 6. rechts Truncus pulmonalis, proximalen Anteil der Arteria pulmonalis; linke Anteil Ductus arteriosus


Diese Seite wurde zuletzt am 10. Februar 2016 um 23:20 Uhr bearbeitet.

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