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Kernschatten

Version vom 13. März 2014, 10:26 Uhr von Dr. med. Norbert Ostendorf (Diskussion | Beiträge)

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Synonym: Gumprecht'sche Kernschatten

1 Definition

Kernschatten sind ein Befund im mikroskopischen Differentialblutbild. Es handelt sich um Leukozyten, die bei der Anfertigung des Blutausstriches zerquetscht wurden und sich als strukturlose, meist rötliche Farbklekse darstellen.

2 Hintergrund

Kernschatten entstehen durch erhöhte Vulnerabilität der Leukozyten. Normalerweise überstehen Leukozyten das Ausstreichen der Blutprobe unbeschädigt. Kernschatten gelten als typischer Befund bei der Chronisch-Lymphatischen Leukämie (CLL). In diesem Zusammenhang werden sie als Gumprecht'sche Kernschatten bezeichnet.

Kernschatten können aber auch bei anderen Krankheitsbildern auftreten, z. B. bei Virusinfekten mit Lymphozytose oder bei Sepsis. Sie können auch Hinweis auf eine zu lange Transportzeit der Blutprobe sein.

Nach neueren Empfehlungen (2005)[1] sollten Kernschatten bei der Leukozytendifferenzierung quantitativ angegeben werden. Da nur aufgrund des Differentialblutbildes normalerweise nicht entschieden werden kann, ob eine CLL vorliegt, soll der Begriff Gumprecht'sche Kernschatten dabei nicht verwendet werden.

3 Quellen

  1. Diem H, Binder T, Bettelheim P: Kernschatten im Blutausstrich J Lab Med 2005;29(5):333–334

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