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Kawasaki-Syndrom

Version vom 28. Februar 2013, 11:39 Uhr von Matthias Franki (Diskussion | Beiträge)

nach dem japanischen Arzt Tomisaku Kawasaki
Synonym: Mukokutanes Lymphknotensyndrom

1 Definition

Das Kawasaki-Syndrom ist eine fieberhafte Erkrankung des Säuglings- und Kleinkindesalters. Sie kann zu lebensgefährlichen kardialen Komplikationen führen.

2 Ätiologie

Die Ätiologie des Kawasaki-Syndroms ist bisher (2013) nicht vollständig geklärt. Morphologisch entspricht das Kawasaki-Syndrom einer nekrotisierenden Vaskulitis der kleinen und mittleren Arterien. Es wird zu den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises gezählt. Es steht jedoch auch eine infektiöse Genese im Raum.

3 Epidemiologie

Die Inzidenz liegt bei 9/100.000 Kindern kaukasischer Herkunft unter 5 Jahren.

4 Symptomatik

Das Kawasaki-Syndrom imponiert durch:

Im Verlauf der Erkrankung kommt es an Händen und Füßen zur Rötung und Schwellung, die in der Folge unter Schuppung an Zehen und Fingern abheilt. Entzündliche Veränderungen können innere Organe und Gelenke mitbetreffen und entsprechende Symptome verursachen.

Zusätzlich kann es zu einer Vielzahl sog. Nebensymptome kommen.

Nicht alle Symptome treten konstant auf.

5 Diagnostik

Das Kawasaki-Syndrom ist eine kinische Diagnose, die mit laborchemischen Veränderungen einher geht.

Die Diagnose kann gestellt werden, wenn zusätzlich zu antibiotikaresistentem Fieber über 5 Tage 4 der folgenden 5 Symptome vorliegen:

Liegen alle 5 Kriterien vor, so kann die Diagnose auch schon bei weniger als 5 Fiebertagen gestellt werden.

Sind diese Kriterien nicht erfüllt, so kann - insbesondere bei Säuglingen und insbesondere beim Vorliegen von Koronararterienaneurysmen - von einem inkompletten Kawasaki-Syndrom gesprochen werden.

Zusätzlich treten typische laborchemische Veränderungen auf, die aber nicht für die Diagnosestellung herangezogen werden können:

Bei Herzbeteiligung lassen sich im EKG unspezifische Zeichen im Sinne einer Myokarditis oder bei Infarzierung Infarktzeichen nachweisen.

Eine Beteiligung der Koronarien Herzklappen muss mittels Echokardiographie (Aneurysmadarstellung, Klappendiagnostik) erfolgen.

6 Komplikationen

Unbehandelt hat das Kawasaki-Syndrom eine Letalität von etwa 2 %. Etwa ein Viertel der Unbehandelten entwickelt kardiovaskuläre Komplikationen. Dabei überwiegen vor allem Veränderungen der Koronararterien, jedoch auch peripherer Arterien.

Es kann über eine Aneurysmabildung der Koronarien und meist aortennaher Gefäße zu Rupturen, Thrombosen und narbigen Strikturen der betroffenen Gefäße kommen. Dadurch können Myokardinfarkte oder eine Angina pectoris entstehen.

Ebenfalls beschrieben sind Beteiligungen der Herzklappen, vor allem in Form einer Mitralinsuffizienz und/oder Aorteninsuffizienz.

7 Therapie

Die Grundtherapie besteht aus:

  • Gabe von Immunglobulinen (2g/kg, möglichst früh)
  • Gabe von ASS (3-5 mg/kg über 4-6 Wochen)

Bei kardialen Komplikationen sollte eine Rekanalisierung obstruierter Gefäße erfolgen. Klappenfehler werden entsprechend des Schweregrades behandelt.

Diese Seite wurde zuletzt am 17. Februar 2014 um 13:37 Uhr bearbeitet.

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