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Katarakt: Unterschied zwischen den Versionen

(Kortisonkatarakt)
 
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Bei der '''Katarakt''' handelt es sich um eine Trübung der [[Augenlinse]]. Die weiteste Verbreitung hat die Cataracta senilis, die im fortgeschrittenen Alter auftritt und auf einer Verlangsamung des Stoffwechsels innerhalb der [[Augenlinse|Linse]] beruht. Die Katarakt gehört zur Gruppe der [[Star]]e.
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Bei der '''Katarakt''' handelt es sich um eine Trübung der [[Augenlinse]]. Die Katarakt gehört zur Gruppe der [[Star]]e. Die häufigste Form der Katarakt ist die [[Cataracta senilis]], die im fortgeschrittenen Alter auftritt und auf einer Verlangsamung des Stoffwechsels innerhalb der [[Augenlinse|Linse]] beruht.
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==ICD-10-Codes==
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*H25: Cataracta senilis
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*H26: Sonstige Kataraktformen
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*H28: Katarakt und sonstige Affektionen der Linse bei anderenorts klassifizierten Krankheiten
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*Q12.0: Cataracta congenita
  
 
==Einteilung==
 
==Einteilung==
 
===...nach Ausprägung===
 
===...nach Ausprägung===
* Cataracta incipiens (beginnende Form)
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* [[Cataracta incipiens]] (beginnende Form)
* Cataracta provecta (fortschrittene Form)
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* [[Cataracta provecta]] (fortgeschrittene Form)
Ebenfalls differenziert man nach der jeweils befallenen Linsenstruktur in:
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* [[Cataracta intumescens]] (Quellung der Linse durch Flüssigkeitsaufnahme)
* Cataracta nuclearis (Kernkatarakt)
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* [[Cataracta matura]] (reife Form mit Erblindung)
* Cataracta corticalis (Rindenkatarakt)
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* [[Cataracta hypermatura]] (Linsenschrumpfung)
* Cataracta subcapsularis (subkapsuläre Trübungen besonders hinten, häufig als sekundäre Katarakt z.B. bei [[Uveitis]])
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===...nach Lokalisation===
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* [[Kernkatarakt|Cataracta nuclearis]] (Kernkatarakt)
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* [[Cataracta corticalis]] (Rindenkatarakt)
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* [[Cataracta subcapsularis]] (subkapsuläre Trübungen besonders hinten, häufig als sekundäre Katarakt z.B. bei [[Uveitis]] oder [[Glukokortikoid]]therapie)
  
 
===...nach Auftrittsalter===
 
===...nach Auftrittsalter===
* Cataracta senilis (bei älteren Menschen)
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* [[Cataracta senilis]] (bei älteren Menschen)
 
* Cataracta praesenilis (bei jüngeren Menschen)
 
* Cataracta praesenilis (bei jüngeren Menschen)
* Cataracta congenita (angeborene Katarakt)
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* [[Cataracta congenita]] (angeborene Katarakt)
  
 
===...nach Ätiologie===
 
===...nach Ätiologie===
* Cataracta diabetica (bei [[Diabetes mellitus]])
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* [[Cataracta diabetica]] (bei [[Diabetes mellitus]])
 
* Cataracta tetanica  (bei [[Hypokalzämie]] oder [[Hypoparathyreoidismus]])
 
* Cataracta tetanica  (bei [[Hypokalzämie]] oder [[Hypoparathyreoidismus]])
 
* Cataracta complicata (z.B. bei [[Uveitis]], [[Glaukomanfall]], ausgeprägter [[Myopie]])
 
* Cataracta complicata (z.B. bei [[Uveitis]], [[Glaukomanfall]], ausgeprägter [[Myopie]])
* Cataracta traumatica (nach Verletzungen)
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* [[Cataracta traumatica]] (nach Verletzungen)
* Cataracta radiationis (durch energiereiche Strahlung)
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* [[Cataracta radiationis]] (durch energiereiche Strahlung)
 
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* [[Nachstar]]
===...nach ICD-10===
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* [[Kortisonkatarakt]]
*H25: Cataracta senilis
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*H26: Sonstige Kataraktformen
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*H28: Katarakt und sonstige Affektionen der Linse bei anderenorts klassifizierten Krankheiten
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*Q12.0: Cataracta congenita
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==Ursachen==
 
==Ursachen==
Eine Katarakt kann angeboren sein oder im späteren Leben durch genetische Faktoren oder Umweltfaktoren ausgelöst werden ("erworbene Katarakt"). Beim erworbenen Katarakt liegt häufig eine Kombination genetischer und äußerer Faktoren vor.  
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Eine Katarakt kann angeboren sein oder im späteren Leben durch genetische Faktoren oder Umweltfaktoren ausgelöst werden ("erworbene Katarakt"). Bei der erworbenen Katarakt liegt häufig eine Kombination genetischer und äußerer Faktoren vor.  
  
 
Die angeborene Katarakt kommt deutlich seltener als die erworbene Form vor. Eine typische Ursache ist die [[Rötelnembryopathie]].
 
Die angeborene Katarakt kommt deutlich seltener als die erworbene Form vor. Eine typische Ursache ist die [[Rötelnembryopathie]].
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* [[Okulo-zerebro-renales Syndrom]] (OCRL)
 
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* [[Norrie-Syndrom]]
 
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Umweltfaktoren, die eine Katarakt auslösen oder begünstigen sind:   
 
Umweltfaktoren, die eine Katarakt auslösen oder begünstigen sind:   
 
* [[Mangelernährung]]
 
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** [[Infrarotstrahlung]]
 
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** [[UV-Strahlung]]
 
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* [[Medikament]]e (vor allem Glukokortikoide)
 
* [[Droge]]n
 
* [[Droge]]n
* [[Augenverletzung]]en
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* [[Augenverletzung]]en ([[Vossius-Ring]])
 
* [[Starkstromverletzung]]
 
* [[Starkstromverletzung]]
Auch bei chronischen [[Stoffwechselerkrankung]]en wie dem [[Diabetes mellitus]] kann eine Katarakt als Spätfolge auftreten.
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Auch bei einer ganzen Reihe von chronischen [[Stoffwechselerkrankung]]en, vor allem beim [[Diabetes mellitus]] kann eine Katarakt als Spätfolge auftreten.
  
 
==Pathologie==
 
==Pathologie==
Bei der häufigsten Kataraktform, der Rindenkatarakt (Cataracta corticalis), entstehen flüssigkeitsgefüllte [[Vakuole]]n, die eine Trübung der [[Linsenrinde]] auslösen. Diese Veränderungen können die [[anterior]]en und/oder [[posterior]]en Anteile der Linsenrinde betreffen. Die resultierende Trübung führt zu typischen keil- oder speichenförmigen Trübungen. Sie treten meist zuerst im [[inferonasal]]en Quadranten auf.
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===Cataracta corticalis===
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Bei der häufigsten Kataraktform, der schnell fortschreitenden [[Rindenkatarakt]] (Cataracta corticalis), entstehen flüssigkeitsgefüllte [[Vakuole]]n, die eine Trübung der [[Linsenrinde]] auslösen. Der Wassergehalt der Linse ist also überdurchschnittlich. Diese Veränderungen können die [[anterior]]en und/oder [[posterior]]en Anteile der Linsenrinde betreffen. Die resultierende Trübung führt zu typischen keil- oder speichenförmigen Trübungen. Sie treten meist zuerst im [[inferonasal]]en Quadranten auf. Damit assoziiert ist eine [[Hyperopie]].
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===Cataracta matura===
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Eine vollständige Eintrübung der Linsenrinde liegt bei der Cataracta matura vor. Durch den erhöhten Wasserinhalt kann die Linse anschwellen, sodass sich ein [[phakolytisches Glaukom]] entwickeln kann. Setzt sich dieses Geschehen bis zu einer Cataracta hypermatura fort, verflüssigt sich die weiche Rinde und wird absorbiert. Der Linsenkern sinkt nach kaudal und die Linsenkapsel schrumpft. Austretende Linsenproteine ziehen [[Makrophage]]n an, was letztendlich zu einer Blockade des [[Trabekel]]werks führt.
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===Cataracta nuclearis===
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Die gelbliche [[Kernkatarakt]] (Cataracta nuclearis) beruht auf der altersbedingten Abnahme der Wasserkonzentration der Linse. Dabei kommt zu einer Ansammlung von unlöslichem [[Albuminoid]]. Die [[Transparenz]] und Elastizität der Linse ist vermindert. Die Kernkatarakt entsteht aus dem Inneren der Linse heraus und ist bei 95% der über 65-jährigen vorzufinden. Oft ist diese Erscheinungsform mit einer [[Myopie]] vergesellschaftet.
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===Kortisonkatarakt===
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Nach anhaltender Therapie mit Glukokortikoiden kann eine [[Kortisonkatarakt]] entstehen. Dabei kommt es dorsal zu einer [[subkapsulär]]en Trübung. Grundlage hierfür sind die vielfältigen Wirkungen der Glukokortikoide. Sie führen u.a. zu einer Hemmung der Glykolyse sowie zur Steigerung der Gluconeogenese. Der Blutzuckerspiegel nimmt somit deutlich zu.
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Im langsamen Stoffwechsel der Linse setzen [[Linsenfaserzelle]]n [[Glucose]] über die [[Aldosereduktase]] [[NADP]]H-abhängig zu [[Sorbitol]] um.
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Sorbitol ist [[osmotisch]] aktiv und führt zu einem veränderten Quellzustand der Linse. Aufgrund des NADPH-Bedarfs fehlt NADPH für den oxidativen Schutz, sodass normale UV-Strahlung schlechter kompensiert werden kann. Beide Prozesse führen zu einer Proteinaggregation und somit zum Transparenzverlust der Linse. Die aggregierten Proteine formen sich aus langlebigen [[Strukturprotein]]en der Linse, den [[Crystallin]]en. Die Glukokortikoide hemmen auch die Differenzierung der Linsenfaserzellen und ihre Faserproduktkon, so dass sie entlang der Kapsel zum hinteren Pol der Linse wandern. Die Kortisonkatarakt liegt deshalb in der Regel subkapsulär im hinteren Linsanabschnitt vor.
  
 
==Symptomatik==
 
==Symptomatik==
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==Therapie==
 
==Therapie==
Es gibt keine medikamentöse Therapie, die einzig mögliche Kausaltherapie besteht in einer [[Katarakt-OP]] (häufigste OP in Deutschland, ca. 400.000 pro Jahr!), bei der die trübe Linse gegen eine neue [[Kunstlinse]] ausgetauscht wird.
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Es gibt keine medikamentöse Therapie, die einzig mögliche Kausaltherapie besteht in einer [[Katarakt-OP]], bei der die trübe Linse gegen eine neue [[Kunstlinse]] ausgetauscht wird. In Deutschland werden jährlich über 400.000 dieser Eingriffe durchgeführt.
  
 
Das Operationsverfahren besteht aus drei Schritten:
 
Das Operationsverfahren besteht aus drei Schritten:
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* [[Phakektomie]] oder [[Phakoemulsifikation]]: Entfernung des [[Linsenkern]]s oder Verflüssigung mit Ultraschall und Absaugung
 
* [[Phakektomie]] oder [[Phakoemulsifikation]]: Entfernung des [[Linsenkern]]s oder Verflüssigung mit Ultraschall und Absaugung
 
* Einbringen einer [[Intraokularlinse]] (IOL)
 
* Einbringen einer [[Intraokularlinse]] (IOL)
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Bei der Cataracta hypermatura stellt die Kataraktextraktion ebenfalls den Visus wieder her. Zudem wird die Entwicklung eines phakolytischen Glaukoms unterbunden.
 
[[Fachgebiet:Augenheilkunde]]
 
[[Fachgebiet:Augenheilkunde]]
 
[[Tag:Auge]]
 
[[Tag:Auge]]
 
[[Tag:Augenlinse]]
 
[[Tag:Augenlinse]]
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[[Tag:Grauer Star]]
 
[[Tag:Grauer Star]]
 
[[Tag:Katarakt]]
 
[[Tag:Katarakt]]
 
[[Tag:Linse]]
 
[[Tag:Linse]]
 
[[Tag:Trübung]]
 
[[Tag:Trübung]]

Aktuelle Version vom 17. Februar 2021, 16:12 Uhr

Synonyme: Linsentrübung, Grauer Star, Cataracta
Englisch: cataract

1 Definition

Bei der Katarakt handelt es sich um eine Trübung der Augenlinse. Die Katarakt gehört zur Gruppe der Stare. Die häufigste Form der Katarakt ist die Cataracta senilis, die im fortgeschrittenen Alter auftritt und auf einer Verlangsamung des Stoffwechsels innerhalb der Linse beruht.

2 ICD-10-Codes

  • H25: Cataracta senilis
  • H26: Sonstige Kataraktformen
  • H28: Katarakt und sonstige Affektionen der Linse bei anderenorts klassifizierten Krankheiten
  • Q12.0: Cataracta congenita

3 Einteilung

3.1 ...nach Ausprägung

3.2 ...nach Lokalisation

3.3 ...nach Auftrittsalter

3.4 ...nach Ätiologie

4 Ursachen

Eine Katarakt kann angeboren sein oder im späteren Leben durch genetische Faktoren oder Umweltfaktoren ausgelöst werden ("erworbene Katarakt"). Bei der erworbenen Katarakt liegt häufig eine Kombination genetischer und äußerer Faktoren vor.

Die angeborene Katarakt kommt deutlich seltener als die erworbene Form vor. Eine typische Ursache ist die Rötelnembryopathie.

Genetisch bedingte Erkrankungen, bei denen eine Katarakt auftreten kann, sind u.a.:

Umweltfaktoren, die eine Katarakt auslösen oder begünstigen sind:

Auch bei einer ganzen Reihe von chronischen Stoffwechselerkrankungen, vor allem beim Diabetes mellitus kann eine Katarakt als Spätfolge auftreten.

5 Pathologie

5.1 Cataracta corticalis

Bei der häufigsten Kataraktform, der schnell fortschreitenden Rindenkatarakt (Cataracta corticalis), entstehen flüssigkeitsgefüllte Vakuolen, die eine Trübung der Linsenrinde auslösen. Der Wassergehalt der Linse ist also überdurchschnittlich. Diese Veränderungen können die anterioren und/oder posterioren Anteile der Linsenrinde betreffen. Die resultierende Trübung führt zu typischen keil- oder speichenförmigen Trübungen. Sie treten meist zuerst im inferonasalen Quadranten auf. Damit assoziiert ist eine Hyperopie.

5.2 Cataracta matura

Eine vollständige Eintrübung der Linsenrinde liegt bei der Cataracta matura vor. Durch den erhöhten Wasserinhalt kann die Linse anschwellen, sodass sich ein phakolytisches Glaukom entwickeln kann. Setzt sich dieses Geschehen bis zu einer Cataracta hypermatura fort, verflüssigt sich die weiche Rinde und wird absorbiert. Der Linsenkern sinkt nach kaudal und die Linsenkapsel schrumpft. Austretende Linsenproteine ziehen Makrophagen an, was letztendlich zu einer Blockade des Trabekelwerks führt.

5.3 Cataracta nuclearis

Die gelbliche Kernkatarakt (Cataracta nuclearis) beruht auf der altersbedingten Abnahme der Wasserkonzentration der Linse. Dabei kommt zu einer Ansammlung von unlöslichem Albuminoid. Die Transparenz und Elastizität der Linse ist vermindert. Die Kernkatarakt entsteht aus dem Inneren der Linse heraus und ist bei 95% der über 65-jährigen vorzufinden. Oft ist diese Erscheinungsform mit einer Myopie vergesellschaftet.

5.4 Kortisonkatarakt

Nach anhaltender Therapie mit Glukokortikoiden kann eine Kortisonkatarakt entstehen. Dabei kommt es dorsal zu einer subkapsulären Trübung. Grundlage hierfür sind die vielfältigen Wirkungen der Glukokortikoide. Sie führen u.a. zu einer Hemmung der Glykolyse sowie zur Steigerung der Gluconeogenese. Der Blutzuckerspiegel nimmt somit deutlich zu. Im langsamen Stoffwechsel der Linse setzen Linsenfaserzellen Glucose über die Aldosereduktase NADPH-abhängig zu Sorbitol um.

Sorbitol ist osmotisch aktiv und führt zu einem veränderten Quellzustand der Linse. Aufgrund des NADPH-Bedarfs fehlt NADPH für den oxidativen Schutz, sodass normale UV-Strahlung schlechter kompensiert werden kann. Beide Prozesse führen zu einer Proteinaggregation und somit zum Transparenzverlust der Linse. Die aggregierten Proteine formen sich aus langlebigen Strukturproteinen der Linse, den Crystallinen. Die Glukokortikoide hemmen auch die Differenzierung der Linsenfaserzellen und ihre Faserproduktkon, so dass sie entlang der Kapsel zum hinteren Pol der Linse wandern. Die Kortisonkatarakt liegt deshalb in der Regel subkapsulär im hinteren Linsanabschnitt vor.

6 Symptomatik

Die Symptomatik besteht vor allem aus Visusverschlechterung, Blendungsempfindlichkeit und Myopisierung bei Kernkatarakt.

7 Therapie

Es gibt keine medikamentöse Therapie, die einzig mögliche Kausaltherapie besteht in einer Katarakt-OP, bei der die trübe Linse gegen eine neue Kunstlinse ausgetauscht wird. In Deutschland werden jährlich über 400.000 dieser Eingriffe durchgeführt.

Das Operationsverfahren besteht aus drei Schritten:

Bei der Cataracta hypermatura stellt die Kataraktextraktion ebenfalls den Visus wieder her. Zudem wird die Entwicklung eines phakolytischen Glaukoms unterbunden.

Diese Seite wurde zuletzt am 17. Februar 2021 um 16:12 Uhr bearbeitet.

Vielen Dank, macht Sinn!
#3 am 02.12.2020 von Jürgen Studeregger (Student/in)
Das sind 2 Betrachtunsebenen. Cataracta senilis, also Alterung, ist die häufigste Ursache, C. corticalis die häufigste Lokalisation. Daraus kannnst du aber folgern, dass die Cataracta senilis am häufigsten in der Rinde lokalisiert ist.
#2 am 29.11.2020 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Guten Abend aus Graz! Da ich gerade das Thema Katarakt lernen darf, ist mir bei der Beschreibung etwas aufgefallen. Bei der Definition steht, dass die Cataracta senilis die häufigste Form ist. Beim Punkt Pathologie steht, dass die Cataracta corticalis die häufigste Form ist. Welche Form ist tatsächlich die häufigste Form? Vielen lieben Dank im Voraus! LG Jürgen
#1 am 29.11.2020 von Jürgen Studeregger (Student/in)

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