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Karpaltunnelsyndrom

Version vom 6. Februar 2017, 20:52 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Abkürzungen: CTS, KTS
Synonyme: Tinel-Syndrom, Medianuskompressionssyndrom
Englisch: carpal tunnel syndrome

1 Definition

Das Karpaltunnel-Syndrom ist ein Engpasssyndrom (Nervenkompressionssyndrom) des Nervus medianus im Bereich der Handwurzel.

2 Ätiologie

Der Nervus medianus wird unterhalb des Ligamentum carpi transversum abgedrückt. Die Ursachen für diese mechanische Kompression sind vielfältig und können zu einer akuten (z.B. Trauma) oder chronisch progredienten Kompression führen (z.B. Ablagerungen bei Stoffwechselerkrankungen):

Eine konstitutionell bedingte Enge des Karpaltunnels wirkt begünstigend auf das Auftreten des Syndroms. Es tritt in 30-40 % der Fälle bilateral auf. Frauen sind relativ häufiger betroffen.

3 Anatomie

siehe: Karpaltunnel

4 Symptome

Die betroffenen Patienten klagen über Schmerzen und Parästhesien im Versorgungsgebiet des Nervus medianus. Zu Beginn der Symptome besteht dabei häufig ein Zusammenhang mit mechanischer Belastung der Hand, wobei die dominante Hand häufiger betroffen ist. Relativ typisch sind auch zur Nacht eintretende Schmerzen im Bereich der Hand und des Unterarms ("Brachialgia nocturna").

Nach längerem Bestehen kommt es zur Atrophie der Daumenballenmuskeln (Thenarmuskulatur) und zu einer Schwäche beim Zugreifen. Da gleichzeitig das Tastgefühl herabgesetzt ist, kann aus dem Karpaltunnel-Syndrom eine als einschränkend empfundene Behinderung resultieren.

5 Diagnostik

Erste diagnostische Hinweise auf ein Karpaltunnel-Syndrom können klinische Zeichen bzw. einfache Funktionstests liefern. Dazu zählen zum Beispiel:

Die weitere Diagnostik eines Karpaltunnel-Syndroms erfolgt nach klinischer Untersuchung und Objektivierung der Auswirkungen der Nervenkompression durch ein Elektroneurogramm und ggf. Elektromyogramm. Die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) erfolgt dabei immer im Seitenvergleich. Als Referenzwert kann die NLG des Nervus ulnaris dienen.

Alternativ kann die Diagnose auch durch eine sonografische Untersuchung gesichert werden. Dabei wird im volaren Transversalschnitt über dem Handgelenk die Querschnitsfläche des Nervus medianus bestimmt. Durch die kompressionsbedingte Schwellung des Nerven ist sie bei Vorliegen eines Karpaltunnel-Syndroms vergrößert.

6 Differentialdiagnosen

7 Therapie

Die Therapie des Karpaltunnel-Syndroms kann konservativ oder operativ erfolgen, wobei in den meisten Fällen zunächst der Versuch einer konservativen Therapie zu unternehmen ist.

7.1 Konservative Therapie

Dazu wird das Handgelenk mit einer Schienen- oder Tapeverband zeitweise ruhiggestellt. Die lokale Injektion von Kortikosteroiden ergänzt das Vorgehen. Systemisch können zusätzlich Antiphlogistika und ggf. Diuretika gegeben werden. Bei Verdacht auf einen Zusammenhang mit einem Übergewicht wird eine Gewichtsreduktion empfohlen.

7.2 Operative Therapie

Bei erfolgloser konservativer Therapie ist eine Operation notwendig. Dabei wird das Ligamentum carpi transversum unter Schonung umgebender Nerven und Blutgefäße gespalten und der Nerv mechanisch entlastet. Der Eingriff kann auch endoskopisch erfolgen und ist bei adäquater Durchführung mit einem geringen Risiko verbunden.

8 Leitlinie

AWMF Leitlinie zu Diagnostik und Therapie des Karpaltunnelsyndroms

Diese Seite wurde zuletzt am 30. März 2021 um 20:16 Uhr bearbeitet.

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