Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Körpertemperatur

Version vom 31. März 2021, 09:38 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Englisch: body temperature

1 Definition

Als Körpertemperatur wird meistens die Körperkerntemperatur, d.h. die Temperatur des Inneren des Thorax, des Abdomens und des Kopfes, verstanden.

2 Normbereich

Der Normbereich der Körpertemperatur wird in der Literatur sehr unterschiedlich angegeben. Ein oft kommunizierter Wert ist die Range von 36,5 °C bis 37,5 °C.

Neuere Studien siedeln die Körpertemperatur in einem Bereich von 36,4 °C (97.5 °F) bis 37.3 °C (99.1 °F) an. Der Durschnittswert beim Erwachsenen soll bei 36.8 °C (98.2 °F) liegen.[1]

3 Physiologie

Je nach Außentemperatur können beim Menschen große Temperaturunterschiede zwischen der Temperatur der Körperschale und des Körperkerns bestehen. Die Körperkerntemperatur wird durch einen mehrschleifigen Regelkreis (Thermoregulation) weitgehend konstant gehalten, um ein Temperaturoptimum für die biochemischen Stoffwechselvorgänge zu gewährleisten. In großer Hitze kann die Körpertemperatur leicht ansteigen, bei körperlicher Arbeit und Sport ist ein Anstieg der Körperkerntemperatur auf etwa 38 °C (311,15 K, 100,4 °F) bis 39 °C (312,15 K, 102,2 °F) normal und (auf Kosten eines höheren Energieverbrauchs) einer größeren Leistungsfähigkeit förderlich. Die Körperschalentemperatur ist größeren Schwankungen ausgesetzt als die Körperkerntemperatur. Die Körperenden (Akren) sind generell kühlere Gewebe.

3.1 Zirkadiane Rhythmik

Die Körpertemperatur folgt einem zirkadianen Rhythmus. Höchstwerte werden am Nachmittag zwischen 16 und 18 Uhr erzielt, Tiefstwerte gegen 4 Uhr morgens - einen normalen Schlaf-Wach-Rhythmus vorausgesetzt. Das Temperaturminimum beim Aufwachen wird auch als Basaltemperatur bezeichnet.

Darüber hinaus wurden auch saisonale Änderungen der Körpertemperatur beobachtet, die man als zirkanuale Rhythmik bezeichnet.

3.2 Körpertemperatur im Alter

Mit steigendem Alter ändert sich die Körpertemperatur des Menschen im Sinne einer Abnahme. Grund dafür sind u.a. die Abnahme der Thermoregulation, sowie die reduzierte Ausschüttung von Pyrogenen. So sinkt pro Lebensdekade die Körpertemperatur etwa um 0,1-0,15 °C. Dies ist bedeutsam für die Einschätzung von Hyperthermien, z.B. im Rahmen eines Infektes. So haben ältere Menschen teils schwere Infekte, mit einer Körpertemperatur, die bei jüngeren Menschen als normal angesehen würde. Etwa 30% aller älteren Menschen entwickeln bei selbst stärksten Infektionen gar kein Fieber.

4 Messung

Die Messung der Körpertemperatur (Fiebermessung) mit Hilfe eines Thermometers kann - geräteabhängig - an verschiedenen Orten erfolgen:

Bei der Beurteilung der Messergebnisse ist zu beachten, dass diese Körperstellen verschiedene Normaltemperaturbereiche besitzen. Die axilläre Messung liefert in der Regel 0,5°C - 1,0°C niedrigere Werte als die rektale Messung.

5 Dysregulationen der Körpertemperatur

Ein Anstieg der Körperkerntemperatur auf über 38 °C (311,15 K, 100,4 °F) wird als Fieber oder Hyperthermie bezeichnet, ein Abfall unter 35 °C (308,15 K, 95 °F) als Hypothermie.

6 Quellen

  1. Wong, L et al.: Temperature of a Healthy Human (Body Temperature). Scandinavian Journal of Caring Sciences. 16 (2): 122–128. doi:10.1046/j.1471-6712.2002.00069.x. PMID 12000664. Archived from the original on 26 September 2010

Fachgebiete: Physiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 31. März 2021 um 09:38 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

22 Wertungen (3.45 ø)

113.733 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: