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Juxtakapillärer Reflex

Version vom 22. Januar 2021, 22:49 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Englisch: juxtacapillary reflex

1 Definition

Der juxtakapilläre Reflex, kurz J-Reflex, ist ein Atemreflex, der bei Reizung in der Nähe der Kapillaren ("juxtakapillär") gelegener Rezeptoren auftritt. Er wird u.a. durch interstitielle Flüssigkeitsansammlungen (Lungenödem) ausgelöst.

2 Hintergrund

In der Wand der Alveolen befinden sich so genannte juxtakapilläre Rezeptoren (J-Rezeptoren), die von afferenten C-Fasern des Nervus vagus (Nervus X) innerviert werden. Ihre genaue Funktion ist noch nicht geklärt (Stand 2021). Sie reagieren jedoch auf einen Abfall der Oxygenierung im Kapillarblut, z.B. bei Lungenödem, Lungenembolie, Pneumonie oder Barotrauma.

Die Reizung der J-Rezeptoren führt reflektorisch zu Bronchokonstriktion, Schleimsekretion sowie flacher und rascher Atmung (Tachypnoe) durch Hemmung der Inspiration. Durch die starke Aktivierung dieser Vagusneurone können außerdem eine Apnoe, Bradykardie und Hypotonie ausgelöst werden. Über die physiologische Bedeutung dieser Reflexantwort wird noch spekuliert, wahrscheinlich dient sie dazu, die Lunge durch Hemmung der Inspiration vor einer Überlastung zu schützen.

Diese Seite wurde zuletzt am 23. Januar 2021 um 11:11 Uhr bearbeitet.

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